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Freitag, 19. März 2021
Yamato Nadeshiko -43-
hermann-jpmt, 10:19h
"Dann fragen wir doch irgendwann einmal hier!" schlage ich vor. "Bestimmt ist jemand bereit dich zu unterrichten. Aber erst nach der Japanreise! Du denkst doch daran, Urlaub zu beantragen?"
"Ja, Helmut!"
Sie wirkt auf einmal ungehalten. Schnell entschuldige ich mich, falls ich zu aufdringlich wirke.
*
Drei Monate später sitze ich im Flugzeug der All Nippon Airways neben Yvonne. Der Flug nach Kyoto wird fast 15 Stunden dauern. Dann sollen wir mit dem Zug nach Maizuru fahren, einer Hafenstadt in der Präfektur Kyoto. Die reine Reisezeit hierfür wird etwa zwei Stunden betragen. Schon nach dem Auschecken in Kyoto sollen wir uns telefonisch bei Tanaka-San melden, damit man dort unsere weitere Reise organisieren kann.
Wir haben uns an Bord des Flugzeuges anfangs einen Film angeschaut. Danach haben wir mehrere Stunden geschlafen. Nun lese ich etwas auf meinem E-Book-Reader, während Yvonne noch schläft. Der Ruck beim Aufsetzen auf der Landebahn weckt sie auf. Anschließend dauert es noch einmal etwa zwei Stunden, bis wir das Flughafengebäude verlassen können. Vereinbarungsgemäß nehme ich Kontakt mit Tanaka-San auf.
"Hai, Hagenholt no Becker ga yonde iru -Hallo, hier spricht Becker von Hagenholt-. Schmidt-San sagte mir, ich solle mich melden, bevor ich von Kyoto nach Maizuru fahre."
"Hallo, Becker-San. Gut, dass Sie sich melden. Sie sind zu zweit? Setzen Sie sich in den Zug und lassen Sie sich in Maizuru zur Amatsuka Werft Corporation fahren. Dort treffen wir uns."
Danach lassen wir uns von einem der Taxis durch den chaotischen Verkehr der Millionenstadt zum Bahnhof bringen und müssen dort noch einmal etwas über eine Stunde auf unseren Zug warten. Nach weiteren zwei Stunden Zugfahrt haben wir unser Ziel, die Hafenstadt Maizuru erreicht. Auf dem Bahnhofvorplatz steigen wir in ein Taxi, das uns zu der Werft bringt. Der Verkehr in Maizuru ist angenehmer, da es sich nur um eine Stadt mit 85.000 Einwohner handelt.
Der Mann in der Pforte grüßt freundlich lächelnd und nickt uns zu. Unser Fahrer lässt den Wagen auf dem freien Platz zwischen den Werkhallen und der Kaimauer ausrollen und dreht dabei am Lenkrad, so dass wir parallel zur Kaimauer zum Stehen kommen.
Zwischen dem Taxi und der Kaimauer steht ein großer Quadrokopter mit Kabine zur Personenbeförderung. Solch ein Fluggerät habe ich in Deutschland in einem Bericht schon gesehen. Dort soll es die Verbindung zwischen Flughäfen und Hotels herstellen, wie der Geschäftsführer eines Start-up-Unternehmens in dem kurzen Video erklärt hat.
Als wir aussteigen, uns um unser Gepäck kümmern und das Taxi bezahlen, kommt uns vom Quadrokopter ein Japaner entgegen.
"Konnichiwa -Guten Tag-," grüßt er, führt die rechte Hand vor sein Herz und neigt den Kopf. "Mein Name ist Suzuki. Ich soll Sie im Auftrag Tanaka-Sans abholen."
Ich falte meine Hände und führe sie ans Kinn, während ich mich leicht verneige.
"Hajimemashite -Erfreut, Ihre Bekanntschaft zu machen-," antworte ich. "Mein Name ist Becker und in meiner Begleitung befindet sich Müller-San."
Der Mann verbeugt sich noch einmal leicht und weist lächelnd auf den Quadrokopter.
"Darf ich Sie bitten, mir an Bord zu folgen? Wir haben noch einen dreistündigen Flug vor uns."
'Oh,' denke ich. 'Damit wären ja wir insgesamt einen Tag von Frankfurt zu der Insel unterwegs...'
Wir folgen dem Mann und nehmen auf den hinteren Sitzen Platz, nachdem wir unsere beiden Koffer hochkant dahinter platziert haben. Danach schnallen wir uns mit den Hosenträgergurten an und erhalten Helme, deren Kabel wir vor uns einstöpseln müssen.
Anschließend erfolgt ein kurzer Test und der Pilot fährt die Mantelschrauben hoch. Suzuki-San und der Pilot des Quadrokopters legen sich auch Atemmasken wie in Militär-Jets an. Kurz darauf heben wir ab und fliegen auf den Ozean hinaus.
*
Bald werde ich schläfrig und bin schnell eingeschlafen. Als das gläserne Cockpitdach geräuschvoll zurückgeschoben wird, kehre ich langsam ins Bewusstsein zurück. Ich bin noch benommen, aber ich spüre wie Yvonne neben mir hinausgehoben wird. Dann werde auch ich von Helm und Gurten befreit und hinausgehoben.
Draußen legt man mich der Einfachheit halber auf dem Boden ab. Neben mir kann ich Yvonne erkennen, die scheinbar noch schläft. Außer Suzuki-San und dem Piloten sind noch weitere drei Männer hier. Einer der drei befiehlt nun:
"Weckt die Meido -Magd-!"
Gleichzeitig kniet sich einer der Männer auf meinen Brustkorb und raunt mir zu:
"Ruhig bleiben!"
Suzuki-San zerrt Yvonne grob hoch, was sie zu einem Aufschrei veranlasst.
"Wer sind Sie?" ruft sie in nun kniender Position.
"Einer Magd steht Neugier nicht zu!" sagt der Mann, der hier das Kommando führt.
"Ich bin eine freie Frau! Ich bin keine Leibeigene!" ruft Yvonne aus.
"Au!" schreit sie sofort darauf, denn Suzuki-Sans Hände, die sie halten, zerren ihren Kopf zurück.
Ihre schlanken Hände legen sich nutzlos um seine muskulösen Unterarme.
"Magd, du solltest dich rechtzeitig daran gewöhnen, freie Männer als 'Herr' anzureden!" sagt der Wortführer.
"Ich bin aber keine Magd!" antwortet sie.
Wieder schreit sie auf, so hart zerrt Suzuki-San an ihrem Haar. Dann fügt sie leise hinzu: "...Herr."
"Schon besser," sagt der Mann. "Auf eine Weise bist du Magd, auf eine andere Weise noch nicht. Im natürlichen Sinne bist du Magd von Geburt. Erspare dir die Reaktion, meine Liebe. Ich habe Recht. Das ist jedem bekannt, der solche Dinge kennt. So etwas erkennt man bei einer Frau auf einen Blick. Und falls es dich irgendwie beruhigt: bei dir offenbart es sich so klar und deutlich wie bei kaum einer anderen. Deine Unterwürfigkeit tritt beinahe offen zutage."
"Nein!" ruft sie. "Nein!"
"Die moderne westliche Gesellschaft bietet sehr wenig Gelegenheit, solche Bedürfnisse zu befriedigen und zu erfüllen, nicht wahr?" fährt er fort. "Andere Kulturen - das wirst du feststellen - sind in dieser Beziehung toleranter und großzügiger."
"Nein!" ruft Yvonne wieder aus.
Sie starrt ihn entsetzt an.
"Sei unbesorgt," spricht er weiter, "bald bist du mit Haut und Haaren Magd und weiter nichts."
Er lächelt sie an.
"Du darfst jetzt antworten: 'Ja, Herr'."
"Ja, Herr," flüstert sie.
Ich versuche mich aufzurichten, aber der Mann drückt mich wieder zu Boden.
Yvonne bekommt einen Weinkrampf.
"Entspanne dich, kleine Magd," sagt der Mann beruhigend.
"Ja, Herr," antwortet sie und holt tief Luft.
Am Boden spüre ich plötzlich einen frischen Luftzug. Irgendwo ist eine Tür geöffnet worden. Yvonne wird hochgezogen und weggeführt. Gleich darauf hört das Ziehen auf. Ich höre das leise Zufallen einer Tür. Nun wendet sich der Wortführer zu mir um.
"Was machen Sie mit ihr?" frage ich.
"Sie wird ihrer Bestimmung zugeführt," erklärt er mir lächelnd.
"Und was ist mit ihrem Recht auf Glück?" frage ich.
"Das ist unwichtig," gibt er zurück. "Aber falls es Sie interessiert, Becker-San, - keine Frau ist wirklich glücklich, solange sie sich nicht einem Mann unterworfen hat."
Ich schweige.
"Und was? Was haben Sie mit mir vor?" frage ich.
Zwei Männer zerren mich auf die Knie hoch, einer der Männer hält meine Hände auf dem Rücken.
"Was sollen wir mit dir anfangen?"
Der Mann betrachtet mich, wie ich hilflos vor ihm knie.
"Etwas in seiner Mimik gibt Hoffnung, wenn er sich auch weich und schwach darstellt," resümiert er.
"Ja?" fragt einer der Männer.
"Ob seine Männlichkeit doch nicht ganz verschüttet ist? Ob sie geweckt werden kann?" fährt der Wortführer fort.
"Vielleicht," lächelt einer der anderen.
Mein Wächter stößt mich an und führt mich nun durch die gleiche Tür aus diesem Raum in ein System von Gängen und Aufzügen. Nach einer Weile scheinen wir am Ziel zu sein. Er öffnet eine Tür und stößt mich hindurch. In dem Raum kann ich einen niedrigen Tisch erkennen. An beiden Längsseiten stehen niedrige Hocker.
Der Wortführer hat uns begleitet und weist auf den Tisch. Zu mir sagt er, während sich mein Wächter an der Tür aufstellt:
"Kochira e douzo ?Bitte setzen Sie sich hier hin-."
Nachdem wir uns gegenübersitzen, erklärt er mir:
"Sumimasen -Entschuldigung, mein Name ist Tanaka. Ich bin der Sohn des Kanrisha ?Ortsvorstehers- Tanaka-Sensei und Hyogi-in ?Ratsherr-.
Die ungewöhnliche Begrüßung im Hangar war nötig, um sie beide zu trennen. Ihrer Bekannten wird man in einer Schule für Meido die zivilisationsbedingte Schale um ihr Inneres knacken helfen.
Für Sie habe ich ebenfalls einen Lehrgang im Sinn! Haben Sie im Kontakt mit Hagenholt schon etwas über den Kodex der Samurai gehört?"
Ich bestätige nickend:
"Ja, das habe ich. Er ist sehr komplex!"
"Aber Sie sollten ihn kennen und weitgehend anwenden gegenüber ihrer Umwelt und ganz besonders gegenüber einer Meido!" ermahnt mich Tanaka-San. "Daneben sollten Sie in Zukunft für die Natur eintreten."
"Ich glaube, ich brauche noch eine Menge Informationen, Tanaka-San."
"Die sollen Sie haben!"
Er klatscht in die Hände. Daraufhin betritt eine Frau in einem bunten, oberschenkellangen Kleid den Raum. In der Hand trägt sie ein Tablett, dass sie auf dem Tisch abstellt. Dann kniet sie sich an eine Schmalseite und schenkt Tanaka-San eine Schale Tee aus, die er an mich weitergibt. Eine zweite Schale Tee stellt er vor die Frau und erst die dritte Schale behält er für sich. Tanaka-San versenkt zwei Fingerspitzen in der Flüssigkeit und lässt einige Tropfen auf einen Stein in der Tischmitte tropfen. Dabei sagt er:
"Fumetsu no seishitsu, gesuto ni nagai shiawasena jinsei o -Unsterbliche Natur, schenke unserem Gast ein langes, glückliches Leben-."
Er wedelt kurz mit der Hand in Richtung Tür. Der Mann, der dort gestanden hat, verlässt daraufhin den Raum. Ich wiederhole derweil das Ritual. Anschließend erhebt er sich und meint etwas geheimnisvoll, ich solle ihm zu einer Meido folgen, die in Europa studiert hat. Nun möchte er, dass sie mir von ihren Eindrücken berichtet. Die Frau stellt die Schalen zu der Teekanne zurück auf das Tablett.
"Ja, Helmut!"
Sie wirkt auf einmal ungehalten. Schnell entschuldige ich mich, falls ich zu aufdringlich wirke.
*
Drei Monate später sitze ich im Flugzeug der All Nippon Airways neben Yvonne. Der Flug nach Kyoto wird fast 15 Stunden dauern. Dann sollen wir mit dem Zug nach Maizuru fahren, einer Hafenstadt in der Präfektur Kyoto. Die reine Reisezeit hierfür wird etwa zwei Stunden betragen. Schon nach dem Auschecken in Kyoto sollen wir uns telefonisch bei Tanaka-San melden, damit man dort unsere weitere Reise organisieren kann.
Wir haben uns an Bord des Flugzeuges anfangs einen Film angeschaut. Danach haben wir mehrere Stunden geschlafen. Nun lese ich etwas auf meinem E-Book-Reader, während Yvonne noch schläft. Der Ruck beim Aufsetzen auf der Landebahn weckt sie auf. Anschließend dauert es noch einmal etwa zwei Stunden, bis wir das Flughafengebäude verlassen können. Vereinbarungsgemäß nehme ich Kontakt mit Tanaka-San auf.
"Hai, Hagenholt no Becker ga yonde iru -Hallo, hier spricht Becker von Hagenholt-. Schmidt-San sagte mir, ich solle mich melden, bevor ich von Kyoto nach Maizuru fahre."
"Hallo, Becker-San. Gut, dass Sie sich melden. Sie sind zu zweit? Setzen Sie sich in den Zug und lassen Sie sich in Maizuru zur Amatsuka Werft Corporation fahren. Dort treffen wir uns."
Danach lassen wir uns von einem der Taxis durch den chaotischen Verkehr der Millionenstadt zum Bahnhof bringen und müssen dort noch einmal etwas über eine Stunde auf unseren Zug warten. Nach weiteren zwei Stunden Zugfahrt haben wir unser Ziel, die Hafenstadt Maizuru erreicht. Auf dem Bahnhofvorplatz steigen wir in ein Taxi, das uns zu der Werft bringt. Der Verkehr in Maizuru ist angenehmer, da es sich nur um eine Stadt mit 85.000 Einwohner handelt.
Der Mann in der Pforte grüßt freundlich lächelnd und nickt uns zu. Unser Fahrer lässt den Wagen auf dem freien Platz zwischen den Werkhallen und der Kaimauer ausrollen und dreht dabei am Lenkrad, so dass wir parallel zur Kaimauer zum Stehen kommen.
Zwischen dem Taxi und der Kaimauer steht ein großer Quadrokopter mit Kabine zur Personenbeförderung. Solch ein Fluggerät habe ich in Deutschland in einem Bericht schon gesehen. Dort soll es die Verbindung zwischen Flughäfen und Hotels herstellen, wie der Geschäftsführer eines Start-up-Unternehmens in dem kurzen Video erklärt hat.
Als wir aussteigen, uns um unser Gepäck kümmern und das Taxi bezahlen, kommt uns vom Quadrokopter ein Japaner entgegen.
"Konnichiwa -Guten Tag-," grüßt er, führt die rechte Hand vor sein Herz und neigt den Kopf. "Mein Name ist Suzuki. Ich soll Sie im Auftrag Tanaka-Sans abholen."
Ich falte meine Hände und führe sie ans Kinn, während ich mich leicht verneige.
"Hajimemashite -Erfreut, Ihre Bekanntschaft zu machen-," antworte ich. "Mein Name ist Becker und in meiner Begleitung befindet sich Müller-San."
Der Mann verbeugt sich noch einmal leicht und weist lächelnd auf den Quadrokopter.
"Darf ich Sie bitten, mir an Bord zu folgen? Wir haben noch einen dreistündigen Flug vor uns."
'Oh,' denke ich. 'Damit wären ja wir insgesamt einen Tag von Frankfurt zu der Insel unterwegs...'
Wir folgen dem Mann und nehmen auf den hinteren Sitzen Platz, nachdem wir unsere beiden Koffer hochkant dahinter platziert haben. Danach schnallen wir uns mit den Hosenträgergurten an und erhalten Helme, deren Kabel wir vor uns einstöpseln müssen.
Anschließend erfolgt ein kurzer Test und der Pilot fährt die Mantelschrauben hoch. Suzuki-San und der Pilot des Quadrokopters legen sich auch Atemmasken wie in Militär-Jets an. Kurz darauf heben wir ab und fliegen auf den Ozean hinaus.
*
Bald werde ich schläfrig und bin schnell eingeschlafen. Als das gläserne Cockpitdach geräuschvoll zurückgeschoben wird, kehre ich langsam ins Bewusstsein zurück. Ich bin noch benommen, aber ich spüre wie Yvonne neben mir hinausgehoben wird. Dann werde auch ich von Helm und Gurten befreit und hinausgehoben.
Draußen legt man mich der Einfachheit halber auf dem Boden ab. Neben mir kann ich Yvonne erkennen, die scheinbar noch schläft. Außer Suzuki-San und dem Piloten sind noch weitere drei Männer hier. Einer der drei befiehlt nun:
"Weckt die Meido -Magd-!"
Gleichzeitig kniet sich einer der Männer auf meinen Brustkorb und raunt mir zu:
"Ruhig bleiben!"
Suzuki-San zerrt Yvonne grob hoch, was sie zu einem Aufschrei veranlasst.
"Wer sind Sie?" ruft sie in nun kniender Position.
"Einer Magd steht Neugier nicht zu!" sagt der Mann, der hier das Kommando führt.
"Ich bin eine freie Frau! Ich bin keine Leibeigene!" ruft Yvonne aus.
"Au!" schreit sie sofort darauf, denn Suzuki-Sans Hände, die sie halten, zerren ihren Kopf zurück.
Ihre schlanken Hände legen sich nutzlos um seine muskulösen Unterarme.
"Magd, du solltest dich rechtzeitig daran gewöhnen, freie Männer als 'Herr' anzureden!" sagt der Wortführer.
"Ich bin aber keine Magd!" antwortet sie.
Wieder schreit sie auf, so hart zerrt Suzuki-San an ihrem Haar. Dann fügt sie leise hinzu: "...Herr."
"Schon besser," sagt der Mann. "Auf eine Weise bist du Magd, auf eine andere Weise noch nicht. Im natürlichen Sinne bist du Magd von Geburt. Erspare dir die Reaktion, meine Liebe. Ich habe Recht. Das ist jedem bekannt, der solche Dinge kennt. So etwas erkennt man bei einer Frau auf einen Blick. Und falls es dich irgendwie beruhigt: bei dir offenbart es sich so klar und deutlich wie bei kaum einer anderen. Deine Unterwürfigkeit tritt beinahe offen zutage."
"Nein!" ruft sie. "Nein!"
"Die moderne westliche Gesellschaft bietet sehr wenig Gelegenheit, solche Bedürfnisse zu befriedigen und zu erfüllen, nicht wahr?" fährt er fort. "Andere Kulturen - das wirst du feststellen - sind in dieser Beziehung toleranter und großzügiger."
"Nein!" ruft Yvonne wieder aus.
Sie starrt ihn entsetzt an.
"Sei unbesorgt," spricht er weiter, "bald bist du mit Haut und Haaren Magd und weiter nichts."
Er lächelt sie an.
"Du darfst jetzt antworten: 'Ja, Herr'."
"Ja, Herr," flüstert sie.
Ich versuche mich aufzurichten, aber der Mann drückt mich wieder zu Boden.
Yvonne bekommt einen Weinkrampf.
"Entspanne dich, kleine Magd," sagt der Mann beruhigend.
"Ja, Herr," antwortet sie und holt tief Luft.
Am Boden spüre ich plötzlich einen frischen Luftzug. Irgendwo ist eine Tür geöffnet worden. Yvonne wird hochgezogen und weggeführt. Gleich darauf hört das Ziehen auf. Ich höre das leise Zufallen einer Tür. Nun wendet sich der Wortführer zu mir um.
"Was machen Sie mit ihr?" frage ich.
"Sie wird ihrer Bestimmung zugeführt," erklärt er mir lächelnd.
"Und was ist mit ihrem Recht auf Glück?" frage ich.
"Das ist unwichtig," gibt er zurück. "Aber falls es Sie interessiert, Becker-San, - keine Frau ist wirklich glücklich, solange sie sich nicht einem Mann unterworfen hat."
Ich schweige.
"Und was? Was haben Sie mit mir vor?" frage ich.
Zwei Männer zerren mich auf die Knie hoch, einer der Männer hält meine Hände auf dem Rücken.
"Was sollen wir mit dir anfangen?"
Der Mann betrachtet mich, wie ich hilflos vor ihm knie.
"Etwas in seiner Mimik gibt Hoffnung, wenn er sich auch weich und schwach darstellt," resümiert er.
"Ja?" fragt einer der Männer.
"Ob seine Männlichkeit doch nicht ganz verschüttet ist? Ob sie geweckt werden kann?" fährt der Wortführer fort.
"Vielleicht," lächelt einer der anderen.
Mein Wächter stößt mich an und führt mich nun durch die gleiche Tür aus diesem Raum in ein System von Gängen und Aufzügen. Nach einer Weile scheinen wir am Ziel zu sein. Er öffnet eine Tür und stößt mich hindurch. In dem Raum kann ich einen niedrigen Tisch erkennen. An beiden Längsseiten stehen niedrige Hocker.
Der Wortführer hat uns begleitet und weist auf den Tisch. Zu mir sagt er, während sich mein Wächter an der Tür aufstellt:
"Kochira e douzo ?Bitte setzen Sie sich hier hin-."
Nachdem wir uns gegenübersitzen, erklärt er mir:
"Sumimasen -Entschuldigung, mein Name ist Tanaka. Ich bin der Sohn des Kanrisha ?Ortsvorstehers- Tanaka-Sensei und Hyogi-in ?Ratsherr-.
Die ungewöhnliche Begrüßung im Hangar war nötig, um sie beide zu trennen. Ihrer Bekannten wird man in einer Schule für Meido die zivilisationsbedingte Schale um ihr Inneres knacken helfen.
Für Sie habe ich ebenfalls einen Lehrgang im Sinn! Haben Sie im Kontakt mit Hagenholt schon etwas über den Kodex der Samurai gehört?"
Ich bestätige nickend:
"Ja, das habe ich. Er ist sehr komplex!"
"Aber Sie sollten ihn kennen und weitgehend anwenden gegenüber ihrer Umwelt und ganz besonders gegenüber einer Meido!" ermahnt mich Tanaka-San. "Daneben sollten Sie in Zukunft für die Natur eintreten."
"Ich glaube, ich brauche noch eine Menge Informationen, Tanaka-San."
"Die sollen Sie haben!"
Er klatscht in die Hände. Daraufhin betritt eine Frau in einem bunten, oberschenkellangen Kleid den Raum. In der Hand trägt sie ein Tablett, dass sie auf dem Tisch abstellt. Dann kniet sie sich an eine Schmalseite und schenkt Tanaka-San eine Schale Tee aus, die er an mich weitergibt. Eine zweite Schale Tee stellt er vor die Frau und erst die dritte Schale behält er für sich. Tanaka-San versenkt zwei Fingerspitzen in der Flüssigkeit und lässt einige Tropfen auf einen Stein in der Tischmitte tropfen. Dabei sagt er:
"Fumetsu no seishitsu, gesuto ni nagai shiawasena jinsei o -Unsterbliche Natur, schenke unserem Gast ein langes, glückliches Leben-."
Er wedelt kurz mit der Hand in Richtung Tür. Der Mann, der dort gestanden hat, verlässt daraufhin den Raum. Ich wiederhole derweil das Ritual. Anschließend erhebt er sich und meint etwas geheimnisvoll, ich solle ihm zu einer Meido folgen, die in Europa studiert hat. Nun möchte er, dass sie mir von ihren Eindrücken berichtet. Die Frau stellt die Schalen zu der Teekanne zurück auf das Tablett.
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