... newer stories
Sonntag, 7. März 2021
Yamato Nadeshiko -37-
hermann-jpmt, 10:50h
Seine beiden Begleiter setzen sich auf die beiden vorderen Sitze, während er sich neben mich setzt. Anschließend stellt er sich als Tanaka-San vor und meint, ich solle mich auch anschnallen. Da die anderen Männer sich ebenfalls anschnallen, tue ich es ihnen gleich. Tanaka-San hilft mir mit den Gurten. Anschließend gibt er das Kommando zum Start.
Der Quadrokopter fliegt zwischen schroffen Felsen über Wiesen mit Felsbrocken und niedrige Wälder. Es dauert etwa zwei Stunden, als ich vor uns das Wasser des Ozeans sehe. Nun sinkt der Quadrokopter an einer Felswand tiefer bis ich eine Höhle erkennen kann. Vor dem Höhleneingang dreht der Pilot das Fluggerät um 180 Grad und tastet sich Zentimeterweise rückwärts zwischen die felsigen Höhlenwände.
Bald lässt er den Quadrokopter noch etwas absinken. Ich denke, er will hier landen, aber dann erkenne ich auf meiner Seite etwas, in das das Fluggerät anscheinend hineinpasst. Als es klackt, öffnet Tanaka-San das gläserne Cockpit und klettert mit den Männern hinaus. Sie hantieren an dem Quadrokopter und kommen anschließend wieder zu mir zurück.
Das Cockpit wird geschlossen. Sie setzen ihre Helme wieder auf und schnallen sich an. Dann bewegt der Pilot das Gerät ? ist es nun ein Boot oder ein Fluggerät? Ein Flugboot bestimmt! ? vorsichtig aus der Höhle hinaus. Draußen nimmt er Kurs auf den Ozean und beschleunigt stark. Plötzlich kippt das Flugboot vorne in einem steilen Winkel nach oben und ich rutsche in die Rückenlehne.
Erschreckt schaue ich zu Tanaka-San. Der Mann drückt beruhigend meine Hand, während das Flugboot weiter beschleunigt. Minuten später kippt der Pilot das Flugboot in die Waagerechte zurück.
Tanaka-San meint:
"In etwa anderthalb Stunden haben wir unser Ziel erreicht."
Ich sehe, wie der Pilot einen Kreis fliegend, sich höherschraubt und das japanische Festland überfliegt. Fast eine halbe Stunde danach haben wir wieder Wasser unter uns. Jetzt fliegt der Pilot einen Bogen nach rechts. Nun sehe ich auf meiner Seite wieder Land unter uns. Allmählich weicht das Land zurück und ich kann das Wasser sehen. Ab und zu kann ich Schiffe beobachten. Von meiner Position sehen sie aus wie Matchbox-Fahrzeuge.
Schließlich taucht das Land unter den Horizont. Kurze Zeit darauf lässt der Pilot das Flugboot sinken, denn die Wasseroberfläche kommt immer näher. Auch scheinen wir langsamer zu werden. Dann zieht der Pilot das Flugboot vorne wieder hoch und gleichzeitig steigt Gischt zu beiden Seiten auf. Das Flugboot vibriert stark und wird nun schnell langsamer.
Als das Boot eine gewisse Geschwindigkeit zu haben scheint, liegen wir waagerecht auf dem Wasser. Vor mir türmt sich eine weiße Wand auf mit einer bogenförmigen Öffnung. Der Pilot hat inzwischen ganz langsam gemacht und fährt nun einen Halbkreis, um sich dann der Öffnung rückwärts zu nähern.
Schließlich parkt er das Flugboot in eine ähnlich enge Parkbucht ein, wie es die Höhle gewesen ist. Vor uns fährt eine Tür zu und die Männer öffnen die Verglasung des Cockpits. Die Hosenträgergurte werden gelöst und die Helme abgesetzt. Tanaka-San sagt lächelnd:
"Yokooooso -Willkommen- auf der Bunrei no Shima!"
Er hilft mir aus dem Gefährt und meint:
"Komm mit, ich möchte dich mit jemand bekannt machen!"
Ich folge ihm als zu einem Aufzug, mit dem wir eine Menge Etagen hochfahren. Oben angekommen führt Tanaka-San mich durch einen Gang, an dessen Ende ich grüne Pflanzen hinter einer gläsernen Tür erkennen kann. An einer Gangtür rechter Hand stoppt er und betätigt die Türglocke. Eine Japanerin, die wie ich in Mägdekleidung gehüllt ist, öffnet und verbeugt sich zu Tanaka-San gewandt.
"Konnichiwa -Guten Tag-, ehrenwerter Senchou -Manager/Ratsherr-!" sagt sie und macht einen Schritt zurück, um den Eingang frei zu machen.
Tanaka-San nickt ihr lächelnd zu und sagt:
"O-jama shimasu -Ich störe jetzt-!"
Dann streift er seine Schuhe ab und zieht bereitstehende Hausschuhe an. Ich mache Gleiches.
"Dein Herr ist anwesend, Ruri-chan?" fragt er.
Sie nickt und wendet sich zu dem großen Raum am Ende des kurzen Ganges. In diesem Moment kommt von dort ein Europäer oder Amerikaner, gekleidet in einem japanischen Hausanzug, auf uns zu. Er begrüßt Tanaka-San herzlich und meint lächelnd:
"Ich sehe, Sie sind erfolgreich gewesen."
Tanaka-San nickt und antwortet: "So ist es, Schmidt-San."
"Bleiben Sie gerne noch zum Tee, Tanaka-San!" bietet dieser an.
"Gerne," antwortet Tanaka-San lächelnd.
Sie gehen nun in den großen Wohnraum hinein und dort zu einem Essplatz. Ich folge ihnen. Ruri-chan bereitet Tee und Gebäck vor, während sich die Herren auf Hocker setzen. Ich habe mich mit Ruri-chan über Blicke verständigt und helfe ihr.
Nachdem wir alles zum Tisch gebracht und die Herren bedient haben, tunkt Master Schmidt Zeige- und Mittelfinger in seine Teeschale, lässt ein paar Tropfen auf einen kleinen Stein in der Tischplatte fallen und spricht:
"Fumetsu no seishitsu, watashitachi no purojekuto ni shiawase o ataeru -Unsterbliche Natur, schenke unserem Vorhaben Glück-."
Tanaka-San wiederholt das Ritual, das ich hier zum ersten Mal miterlebe. Der Stein, der benetzt wurde ist also solch ein Stein, der einen Kami beheimatet und somit als Bunrei verehrt wird.
Anschließend trinken beide schweigend ein paar Schlucke Tee, bevor sich Master Schmidt an mich wendet.
"Mary-chan, wie bist du eigentlich in die Meido-Do gekommen?" fragt er.
"Sumimasen -Entschuldigung-," antworte ich und verbeuge mich. "Man hat mich aus meinem früheren Wohnort und Lebensumfeld genommen und in die Schule gebracht, damit ich eine Meido, eine Yamato Nadeshiko werde."
"Und das bist du nun. Ich habe bewundernswerte Beurteilungen gelesen! Bist du dort freiwillig Schülerin geworden?"
?Arigatou gozaimasu ?Vielen Dank-! Ich bin wohl unfreiwillig dorthin gereist. Der Shujin sprach davon, dass meine ehrwürdige Mutter das ganze Erbe meines lieben, viel zu früh verstorbenen Vaters beansprucht. Wie sie aber mit der Ninkyo Dantai -ritterliche Organisation- in Kontakt gekommen ist, weiß ich leider nicht zu berichten."
"Wenn du in dich hineinhorchst, lodert dort die Flamme der Vergeltung, oder wächst da eher die Blume der Dankbarkeit, dass du durch sie die Chance bekommen hast, all das zu lernen, was dich heute ausmacht?"
"Eher das Zweite, Herr!"
Master Schmidt nickt bedächtig.
"Alles Geld der Welt macht einen nicht glücklich! Aus diesem Blickwinkel betrachtet, kann man deine Mutter nur bedauern. Aber sie ist für ihre Taten selbst verantwortlich und wird irgendwann die Quittung erhalten, auch ohne unser Zutun!
Möchtest du in dein früheres Leben zurück? Willst du in Edmonton deine Tätigkeit als Model wieder aufnehmen? Oder ziehst du dein neues Leben dem Alten vor, egal wohin es dich führt?"
"Sumimasen -Entschuldigung-, Master Schmidt, ich bin eine Meido und möchte meinen Herrn glücklich machen. Daraus ziehe ich mein Lebensglück! Mein früheres Leben war oberflächlich, ganz anders als mein jetziges!"
"Ich bin Kanrisha -Ortsvorsteher- im fernen Germany. Der Ort ?Hagenholt? ist im Wachstum begriffen. Wenn du mir dorthin folgst, wirst du eine Tavernenmagd bis ein Herr dort hinzieht, dem eine persönliche Magd fehlt. Würde dich das reizen?"
"Warum fragt mich der Master?" frage ich zurück. "Wenn der Master mich dort hinstellt, werde ich meinen Platz dort nach bestem Können ausfüllen!"
"Gut," meint Master Schmidt. "Dann wäre das geklärt!"
Zu Tanaka-San gewandt, sagt Master Schmidt nun:
"Mit Ihrem Einverständnis, ehrenwerter Tanaka-San, bleibe ich wie angedacht noch ein paar Tage auf der Insel. Mary-chan wird in dieser Zeit hier in der Taverne ihr Können vorführen!"
"Sate, sore wa sore ga okonawa rerubeki hohodesu -Okay, so soll es geschehen," meint Tanaka-San, lächelnd nickend.
Die Männer erheben sich, ebenso Ruri-chan. Also erhebe ich mich auch und folge ihnen zur Tür. Nachdem Tanaka-San sich höflich verabschiedet hat, führt er mich zu einem Varieté-Theater, ein paar Etagen tiefer. Das Etablissement nutzt zwei Etagen. In der unteren Etage befindet sich die Bühne und der Umkleideraum. Von dort steigen die bogenförmig angeordneten Tischreihen stufenweise an bis zu der oberen Etage, wo sich die Küche und die Gäste-Toiletten befinden.
Tanaka-San stellt mich dem Buchou no Baraetishiata -Tavernenwirt- vor. Zusammen gehen wir durch die Räumlichkeiten. Ein Schminkplatz und ein großer Fundus an Kostümen sind vorhanden, sowie auch verschiedene Musikinstrumente. Ich fühle mich gleich in meinem Element.
Es wird vereinbart, dass ich im normalen Programm stundenweise eingearbeitet werde. So kann mich der Buchou no Baraetishiata jeweils als Attraktion ankündigen und ich trete einmal als Tänzerin, ein Andermal als Sängerin und ein weiteres Mal als Musikerin auf. Zwischen einzelnen Aufführungen darf ich Haikus -japanische Kurzgedichte- und kleine Geschichten aus der japanischen Sagenwelt vortragen.
Es freut mich, dass ich unter den Gästen immer wieder Tanaka-San und Master Schmidt entdecke in Begleitung ihrer Meidos. Oft fotografiert oder filmt Master Schmidt meine Darbietungen mit seinem Handy.
*
Der Quadrokopter fliegt zwischen schroffen Felsen über Wiesen mit Felsbrocken und niedrige Wälder. Es dauert etwa zwei Stunden, als ich vor uns das Wasser des Ozeans sehe. Nun sinkt der Quadrokopter an einer Felswand tiefer bis ich eine Höhle erkennen kann. Vor dem Höhleneingang dreht der Pilot das Fluggerät um 180 Grad und tastet sich Zentimeterweise rückwärts zwischen die felsigen Höhlenwände.
Bald lässt er den Quadrokopter noch etwas absinken. Ich denke, er will hier landen, aber dann erkenne ich auf meiner Seite etwas, in das das Fluggerät anscheinend hineinpasst. Als es klackt, öffnet Tanaka-San das gläserne Cockpit und klettert mit den Männern hinaus. Sie hantieren an dem Quadrokopter und kommen anschließend wieder zu mir zurück.
Das Cockpit wird geschlossen. Sie setzen ihre Helme wieder auf und schnallen sich an. Dann bewegt der Pilot das Gerät ? ist es nun ein Boot oder ein Fluggerät? Ein Flugboot bestimmt! ? vorsichtig aus der Höhle hinaus. Draußen nimmt er Kurs auf den Ozean und beschleunigt stark. Plötzlich kippt das Flugboot vorne in einem steilen Winkel nach oben und ich rutsche in die Rückenlehne.
Erschreckt schaue ich zu Tanaka-San. Der Mann drückt beruhigend meine Hand, während das Flugboot weiter beschleunigt. Minuten später kippt der Pilot das Flugboot in die Waagerechte zurück.
Tanaka-San meint:
"In etwa anderthalb Stunden haben wir unser Ziel erreicht."
Ich sehe, wie der Pilot einen Kreis fliegend, sich höherschraubt und das japanische Festland überfliegt. Fast eine halbe Stunde danach haben wir wieder Wasser unter uns. Jetzt fliegt der Pilot einen Bogen nach rechts. Nun sehe ich auf meiner Seite wieder Land unter uns. Allmählich weicht das Land zurück und ich kann das Wasser sehen. Ab und zu kann ich Schiffe beobachten. Von meiner Position sehen sie aus wie Matchbox-Fahrzeuge.
Schließlich taucht das Land unter den Horizont. Kurze Zeit darauf lässt der Pilot das Flugboot sinken, denn die Wasseroberfläche kommt immer näher. Auch scheinen wir langsamer zu werden. Dann zieht der Pilot das Flugboot vorne wieder hoch und gleichzeitig steigt Gischt zu beiden Seiten auf. Das Flugboot vibriert stark und wird nun schnell langsamer.
Als das Boot eine gewisse Geschwindigkeit zu haben scheint, liegen wir waagerecht auf dem Wasser. Vor mir türmt sich eine weiße Wand auf mit einer bogenförmigen Öffnung. Der Pilot hat inzwischen ganz langsam gemacht und fährt nun einen Halbkreis, um sich dann der Öffnung rückwärts zu nähern.
Schließlich parkt er das Flugboot in eine ähnlich enge Parkbucht ein, wie es die Höhle gewesen ist. Vor uns fährt eine Tür zu und die Männer öffnen die Verglasung des Cockpits. Die Hosenträgergurte werden gelöst und die Helme abgesetzt. Tanaka-San sagt lächelnd:
"Yokooooso -Willkommen- auf der Bunrei no Shima!"
Er hilft mir aus dem Gefährt und meint:
"Komm mit, ich möchte dich mit jemand bekannt machen!"
Ich folge ihm als zu einem Aufzug, mit dem wir eine Menge Etagen hochfahren. Oben angekommen führt Tanaka-San mich durch einen Gang, an dessen Ende ich grüne Pflanzen hinter einer gläsernen Tür erkennen kann. An einer Gangtür rechter Hand stoppt er und betätigt die Türglocke. Eine Japanerin, die wie ich in Mägdekleidung gehüllt ist, öffnet und verbeugt sich zu Tanaka-San gewandt.
"Konnichiwa -Guten Tag-, ehrenwerter Senchou -Manager/Ratsherr-!" sagt sie und macht einen Schritt zurück, um den Eingang frei zu machen.
Tanaka-San nickt ihr lächelnd zu und sagt:
"O-jama shimasu -Ich störe jetzt-!"
Dann streift er seine Schuhe ab und zieht bereitstehende Hausschuhe an. Ich mache Gleiches.
"Dein Herr ist anwesend, Ruri-chan?" fragt er.
Sie nickt und wendet sich zu dem großen Raum am Ende des kurzen Ganges. In diesem Moment kommt von dort ein Europäer oder Amerikaner, gekleidet in einem japanischen Hausanzug, auf uns zu. Er begrüßt Tanaka-San herzlich und meint lächelnd:
"Ich sehe, Sie sind erfolgreich gewesen."
Tanaka-San nickt und antwortet: "So ist es, Schmidt-San."
"Bleiben Sie gerne noch zum Tee, Tanaka-San!" bietet dieser an.
"Gerne," antwortet Tanaka-San lächelnd.
Sie gehen nun in den großen Wohnraum hinein und dort zu einem Essplatz. Ich folge ihnen. Ruri-chan bereitet Tee und Gebäck vor, während sich die Herren auf Hocker setzen. Ich habe mich mit Ruri-chan über Blicke verständigt und helfe ihr.
Nachdem wir alles zum Tisch gebracht und die Herren bedient haben, tunkt Master Schmidt Zeige- und Mittelfinger in seine Teeschale, lässt ein paar Tropfen auf einen kleinen Stein in der Tischplatte fallen und spricht:
"Fumetsu no seishitsu, watashitachi no purojekuto ni shiawase o ataeru -Unsterbliche Natur, schenke unserem Vorhaben Glück-."
Tanaka-San wiederholt das Ritual, das ich hier zum ersten Mal miterlebe. Der Stein, der benetzt wurde ist also solch ein Stein, der einen Kami beheimatet und somit als Bunrei verehrt wird.
Anschließend trinken beide schweigend ein paar Schlucke Tee, bevor sich Master Schmidt an mich wendet.
"Mary-chan, wie bist du eigentlich in die Meido-Do gekommen?" fragt er.
"Sumimasen -Entschuldigung-," antworte ich und verbeuge mich. "Man hat mich aus meinem früheren Wohnort und Lebensumfeld genommen und in die Schule gebracht, damit ich eine Meido, eine Yamato Nadeshiko werde."
"Und das bist du nun. Ich habe bewundernswerte Beurteilungen gelesen! Bist du dort freiwillig Schülerin geworden?"
?Arigatou gozaimasu ?Vielen Dank-! Ich bin wohl unfreiwillig dorthin gereist. Der Shujin sprach davon, dass meine ehrwürdige Mutter das ganze Erbe meines lieben, viel zu früh verstorbenen Vaters beansprucht. Wie sie aber mit der Ninkyo Dantai -ritterliche Organisation- in Kontakt gekommen ist, weiß ich leider nicht zu berichten."
"Wenn du in dich hineinhorchst, lodert dort die Flamme der Vergeltung, oder wächst da eher die Blume der Dankbarkeit, dass du durch sie die Chance bekommen hast, all das zu lernen, was dich heute ausmacht?"
"Eher das Zweite, Herr!"
Master Schmidt nickt bedächtig.
"Alles Geld der Welt macht einen nicht glücklich! Aus diesem Blickwinkel betrachtet, kann man deine Mutter nur bedauern. Aber sie ist für ihre Taten selbst verantwortlich und wird irgendwann die Quittung erhalten, auch ohne unser Zutun!
Möchtest du in dein früheres Leben zurück? Willst du in Edmonton deine Tätigkeit als Model wieder aufnehmen? Oder ziehst du dein neues Leben dem Alten vor, egal wohin es dich führt?"
"Sumimasen -Entschuldigung-, Master Schmidt, ich bin eine Meido und möchte meinen Herrn glücklich machen. Daraus ziehe ich mein Lebensglück! Mein früheres Leben war oberflächlich, ganz anders als mein jetziges!"
"Ich bin Kanrisha -Ortsvorsteher- im fernen Germany. Der Ort ?Hagenholt? ist im Wachstum begriffen. Wenn du mir dorthin folgst, wirst du eine Tavernenmagd bis ein Herr dort hinzieht, dem eine persönliche Magd fehlt. Würde dich das reizen?"
"Warum fragt mich der Master?" frage ich zurück. "Wenn der Master mich dort hinstellt, werde ich meinen Platz dort nach bestem Können ausfüllen!"
"Gut," meint Master Schmidt. "Dann wäre das geklärt!"
Zu Tanaka-San gewandt, sagt Master Schmidt nun:
"Mit Ihrem Einverständnis, ehrenwerter Tanaka-San, bleibe ich wie angedacht noch ein paar Tage auf der Insel. Mary-chan wird in dieser Zeit hier in der Taverne ihr Können vorführen!"
"Sate, sore wa sore ga okonawa rerubeki hohodesu -Okay, so soll es geschehen," meint Tanaka-San, lächelnd nickend.
Die Männer erheben sich, ebenso Ruri-chan. Also erhebe ich mich auch und folge ihnen zur Tür. Nachdem Tanaka-San sich höflich verabschiedet hat, führt er mich zu einem Varieté-Theater, ein paar Etagen tiefer. Das Etablissement nutzt zwei Etagen. In der unteren Etage befindet sich die Bühne und der Umkleideraum. Von dort steigen die bogenförmig angeordneten Tischreihen stufenweise an bis zu der oberen Etage, wo sich die Küche und die Gäste-Toiletten befinden.
Tanaka-San stellt mich dem Buchou no Baraetishiata -Tavernenwirt- vor. Zusammen gehen wir durch die Räumlichkeiten. Ein Schminkplatz und ein großer Fundus an Kostümen sind vorhanden, sowie auch verschiedene Musikinstrumente. Ich fühle mich gleich in meinem Element.
Es wird vereinbart, dass ich im normalen Programm stundenweise eingearbeitet werde. So kann mich der Buchou no Baraetishiata jeweils als Attraktion ankündigen und ich trete einmal als Tänzerin, ein Andermal als Sängerin und ein weiteres Mal als Musikerin auf. Zwischen einzelnen Aufführungen darf ich Haikus -japanische Kurzgedichte- und kleine Geschichten aus der japanischen Sagenwelt vortragen.
Es freut mich, dass ich unter den Gästen immer wieder Tanaka-San und Master Schmidt entdecke in Begleitung ihrer Meidos. Oft fotografiert oder filmt Master Schmidt meine Darbietungen mit seinem Handy.
*
... link (0 Kommentare) ... comment
... older stories