Montag, 21. Februar 2022
Cuiraraill -53-
hermann-jpmt, 10:00h
Sie macht den Eingang frei. Wir betreten das Foyer, entledigen uns der feuchten Jacken und wechseln in Hausschuhe. Anschließend liegen sich die beiden Schwestern in den Armen, worüber ich glücklich lächele.
Dekyi lässt uns an der Tafel in der Seomrai beo -Wohnhalle- Platz nehmen, informiert kurz Curadh Bran und verschwindet in der Küche. Tashima schaut mich prüfend an. Ich nicke und sie erhebt sich, um ihrer Schwester in der Küche zu helfen.
Jetzt kommt auch Curadh Bran hinzu und stellt lächelnd die rhetorische Frage:
"Hallooo, welchem Umstand haben wir denn den Besuch zu verdanken?"
Tashima macht ihm gegenüber schnell den Curtsey -Hofknicks- und ist kurz darauf in der Küche verschwunden.
"Umstand?" frage ich augenzwinkernd zurück. "Heute ist Sonntag... Familientag."
"Ahh," macht Curadh Bran und setzt sich ebenfalls an die Tafel. "Verstehe. Wir sind nun also gewissermaßen verschwägert."
Dabei zwinkert er mir zu.
Kurz darauf bringt Dekyi ein Kännchen Tee und zwei Tassen an den Tisch, um sogleich wieder in die Küche zurückzukehren. Während des nun folgenden gemeinsamen Essens stelle ich fest, wie selbstverständlich Bran in seinem Haus das Kommando führt. Damit habe ich, Aidan, ein wenig Schwierigkeiten. Ich sehe aber auch mit welcher Freude Dekyi ihm folgt und Bran zufriedenstellt.
'Die Beiden sind das ideale Paar!' denke ich insgeheim.
*
Während wir in Curadh Brans Küche das Mittagessen bereiten, frage ich meine Schwester Dekyi:
"Ist dein Curadh eigentlich streng mit dir?"
Sie schaut mich bei der Arbeit von der Seite an und fragt zurück:
"So kompromisslos wie die Herrschaft in Indien, entweder gehorchen oder Strafe, ist Curadh Bran nicht! Oder wie meinst du deine Frage?"
"Nun ja, Curadh Aidan will mir oft meine Hausarbeit erleichtern, indem er mithilft. Er sagt dann, er will mir damit seine Wertschätzung und Respekt für meine Arbeit zeigen. Ich habe ihn gefragt, ob er denn nicht mit meiner Arbeit zufrieden ist. Das hat er gleich von sich gewiesen."
"Hm, meine kleine Tashima," meint Dekyi da und legt weg, was sie in Händen hält, um mich zu umarmen.
"Das sind die Unterschiede in der Mentalität. Unsere Curadhi müssen erst lernen, richtige Herren zu sein. Wie Mary mir einmal gesagt hat, gibt es unter Europäern sehr wohl Machos. Das sind aber solche von der schlimmen Sorte, vor denen frau am besten schnell reißaus nimmt. Die meisten Europäer wollen den Frauen eher dienen, um damit eine Beziehung zukunftsfähig zu machen. Nur wenige Männer sind hier in der Lage zu herrschen, ohne die Frau dabei wie ein Objekt ihrer Lusterfüllung zu betrachten. Deshalb hat der Méara ja extra Akiyama-San hergeholt. Er soll den Männern die Tugenden der Samurai näherbringen..."
"Das hat Curadh Aidan alles hinter sich," unterbreche ich meine Schwester. "Aber es scheint, dass er die Tugenden zu sehr beherzigt!"
"Hm," brummt Dekyi nachdenklich und meint: "Dann musst du ihn dir erziehen."
Ich schaue sie mit großen Augen an.
"Die Wench erzieht ihren Curadh?"
"Ja," lächelt Dekyi. "Beziehung ist keine Einbahnstraße. Die Kommunikation läuft in beide Richtungen und darf nie abreißen."
"Wie geht das, große Schwester?"
"Schau mal, wenn man mit einander redet, kommt es vor, dass man schonmal nicht einer Meinung ist. Curadh Bran hört sich meine Meinung in Ruhe an und bestimmt dann, was gemacht wird. Das kann etwas ganz anderes sein, als mein vorheriger Standpunkt."
"Aber was nützt dann das Reden vorher? Dann ist es doch besser, ich gehorche gleich, ohne dass vorher geredet wird!"
"Curadh Bran will wissen, wie ich denke und er berücksichtigt auch schonmal meine Meinung!"
"Aber nicht immer!"
"Natürlich nicht! Er ist der Herr! Wenn er feststellt, dass seine Meinung falsch war, repariert er möglichen entstandenen Schaden. Er hat bei seinen Überlegungen immer mein Wohl im Sinn!"
"Hm, und wenn du ihm mit Eifer in die Parade fährst?" frage ich nun.
"Dann weist er mich zurecht!"
"Ist er dann sauer auf dich?"
Dekyi schüttelt lächelnd den Kopf.
"Ach was. Er hat mich zurechtgewiesen. Damit ist alles wieder in Ordnung."
"So einfach ist das? Keine Strafe?"
"So einfach ist das! Das Thema ist dann für ihn erledigt."
"Oh," mache ich erstaunt. "Kein aufgestauter Ärger, kein Frust, kein Geschrei, keine Schläge. So läuft das immer zwischen euch?"
Dekyi lässt uns an der Tafel in der Seomrai beo -Wohnhalle- Platz nehmen, informiert kurz Curadh Bran und verschwindet in der Küche. Tashima schaut mich prüfend an. Ich nicke und sie erhebt sich, um ihrer Schwester in der Küche zu helfen.
Jetzt kommt auch Curadh Bran hinzu und stellt lächelnd die rhetorische Frage:
"Hallooo, welchem Umstand haben wir denn den Besuch zu verdanken?"
Tashima macht ihm gegenüber schnell den Curtsey -Hofknicks- und ist kurz darauf in der Küche verschwunden.
"Umstand?" frage ich augenzwinkernd zurück. "Heute ist Sonntag... Familientag."
"Ahh," macht Curadh Bran und setzt sich ebenfalls an die Tafel. "Verstehe. Wir sind nun also gewissermaßen verschwägert."
Dabei zwinkert er mir zu.
Kurz darauf bringt Dekyi ein Kännchen Tee und zwei Tassen an den Tisch, um sogleich wieder in die Küche zurückzukehren. Während des nun folgenden gemeinsamen Essens stelle ich fest, wie selbstverständlich Bran in seinem Haus das Kommando führt. Damit habe ich, Aidan, ein wenig Schwierigkeiten. Ich sehe aber auch mit welcher Freude Dekyi ihm folgt und Bran zufriedenstellt.
'Die Beiden sind das ideale Paar!' denke ich insgeheim.
*
Während wir in Curadh Brans Küche das Mittagessen bereiten, frage ich meine Schwester Dekyi:
"Ist dein Curadh eigentlich streng mit dir?"
Sie schaut mich bei der Arbeit von der Seite an und fragt zurück:
"So kompromisslos wie die Herrschaft in Indien, entweder gehorchen oder Strafe, ist Curadh Bran nicht! Oder wie meinst du deine Frage?"
"Nun ja, Curadh Aidan will mir oft meine Hausarbeit erleichtern, indem er mithilft. Er sagt dann, er will mir damit seine Wertschätzung und Respekt für meine Arbeit zeigen. Ich habe ihn gefragt, ob er denn nicht mit meiner Arbeit zufrieden ist. Das hat er gleich von sich gewiesen."
"Hm, meine kleine Tashima," meint Dekyi da und legt weg, was sie in Händen hält, um mich zu umarmen.
"Das sind die Unterschiede in der Mentalität. Unsere Curadhi müssen erst lernen, richtige Herren zu sein. Wie Mary mir einmal gesagt hat, gibt es unter Europäern sehr wohl Machos. Das sind aber solche von der schlimmen Sorte, vor denen frau am besten schnell reißaus nimmt. Die meisten Europäer wollen den Frauen eher dienen, um damit eine Beziehung zukunftsfähig zu machen. Nur wenige Männer sind hier in der Lage zu herrschen, ohne die Frau dabei wie ein Objekt ihrer Lusterfüllung zu betrachten. Deshalb hat der Méara ja extra Akiyama-San hergeholt. Er soll den Männern die Tugenden der Samurai näherbringen..."
"Das hat Curadh Aidan alles hinter sich," unterbreche ich meine Schwester. "Aber es scheint, dass er die Tugenden zu sehr beherzigt!"
"Hm," brummt Dekyi nachdenklich und meint: "Dann musst du ihn dir erziehen."
Ich schaue sie mit großen Augen an.
"Die Wench erzieht ihren Curadh?"
"Ja," lächelt Dekyi. "Beziehung ist keine Einbahnstraße. Die Kommunikation läuft in beide Richtungen und darf nie abreißen."
"Wie geht das, große Schwester?"
"Schau mal, wenn man mit einander redet, kommt es vor, dass man schonmal nicht einer Meinung ist. Curadh Bran hört sich meine Meinung in Ruhe an und bestimmt dann, was gemacht wird. Das kann etwas ganz anderes sein, als mein vorheriger Standpunkt."
"Aber was nützt dann das Reden vorher? Dann ist es doch besser, ich gehorche gleich, ohne dass vorher geredet wird!"
"Curadh Bran will wissen, wie ich denke und er berücksichtigt auch schonmal meine Meinung!"
"Aber nicht immer!"
"Natürlich nicht! Er ist der Herr! Wenn er feststellt, dass seine Meinung falsch war, repariert er möglichen entstandenen Schaden. Er hat bei seinen Überlegungen immer mein Wohl im Sinn!"
"Hm, und wenn du ihm mit Eifer in die Parade fährst?" frage ich nun.
"Dann weist er mich zurecht!"
"Ist er dann sauer auf dich?"
Dekyi schüttelt lächelnd den Kopf.
"Ach was. Er hat mich zurechtgewiesen. Damit ist alles wieder in Ordnung."
"So einfach ist das? Keine Strafe?"
"So einfach ist das! Das Thema ist dann für ihn erledigt."
"Oh," mache ich erstaunt. "Kein aufgestauter Ärger, kein Frust, kein Geschrei, keine Schläge. So läuft das immer zwischen euch?"
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