Dienstag, 1. Februar 2022
Cuiraraill -43-
hermann-jpmt, 11:24h
Zur Mittagszeit begebe ich mich zur Herberge zurück und bestelle bei der Wench des Herbergswirtes ein Mittagessen. Als ich zu speisen beginne, kommt die Gruppe der asiatischen Wenches in den Speiseraum und besetzen fröhlich schwatzend die leeren Tische. Ich lasse mir nach dem Essen noch Tee bringen, und beobachte offen weiter.
So passiert es, dass eine der jungen Frauen meinen Blick kreuzt. Ich lächele sie an und sie senkt den Blick. Dennoch erhasche ich immer wieder einen kurzen Blick von ihr. Mittlerweile beobachte ich nur noch sie und überlege mir, wie ich sie kennenlernen könnte.
Schließlich erhebe ich mich und nähere mich dem Tisch, an dem Asuka-San, Alainn und Mary mit einigen anderen Frauen sitzen. Ich gehe schräg hinter Asuka-San in die Hocke und frage:
"Darf ich kurz stören, meine Damen?"
Asuka-San dreht sich lächelnd ein wenig und verbeugt sich leicht. Also fasse ich mir ein Herz und sage:
"Wenn eine der anwesenden Frauen hier mir sympathisch ist und ich anscheinend auch ihr - nach den Blicken, die wir austauschen konnten -, wie spreche ich sie an und lerne sie kennen?"
"Gehen Sie an den Tisch und stellen sich vor, fragen Sie anschließend, ob Sie der Frau die Umgebung zeigen könnten. Machen Sie einen Spaziergang durch die Natur und fragen Sie sie nach ihren Eindrücken. Alles weitere sollte sich ergeben..." antwortet mir Alainn, die Wench des Méara.
Nun nicke ich und verbeuge mich leicht, während ich mich erhebe. Danach steuere ich den Tisch an, an dem die Frau sitzt und gerade ihr Essen beendet hat.
Ich verbeuge mich leicht und begrüße die Frauen:
"Guten Tag, meine Damen. Ich bin ein neuer Arzt im Umland von Cuiraraill. Mein Name ist Aidan." Ich schaue die Eine direkt an und ergänze: "Darf ich Sie zu einem Spaziergang zu Zweit durch die Wiesen einladen?"
Die Frau nickt lächelnd und erhebt sich. Ich gehe um den Tisch herum, verbeuge mich noch einmal und erkläre:
"Ich freue mich, dass Sie mir die Ehre geben und sich meiner Führung anvertrauen."
Dabei halte ich ihr meinen Unterarm waagerecht hin, aber sie kennt die Geste wohl nicht oder ist zu schüchtern, sich bei mir einzuhaken. Während wir die Herberge verlassen, sehe ich in den Augenwinkeln, dass Asuka-San, Alainn und Mary uns beobachten.
*
Mein Name ist Tashima. Ich bin das dritte Kind meine Eltern. Meine Mutter hat nach mir noch drei weitere Kinder bekommen. Meine Eltern sind arme Bauern. So haben sie sich schließlich entschlossen, mich und meine Schwester Dekyi an einen reichen Haushalt zu verkaufen. Leider hat die neue Herrschaft in Nord-Indien nur mich übernommen. Der Agent ist mit Dekyi weitergezogen. So sind wir getrennt worden.
Monate später, ich habe in dem Haushalt meiner Herrschaft von Hand waschen müssen, hat man mir wieder einmal den Auftrag gegeben, den jungen Herrn mit einem Schulterjoch ausgerüstet zu begleiten. Es geht bei diesen Aufträgen darum, georderte Stoffe zur Probe an eine Näherei zu liefern. Meine Herrschaft leitet eine Weberei. Ist die Näherei von der Qualität überzeugt, ordern sie große Mengen.
Dieses Mal ist alles anders. Es beginnt damit, dass jemand meinen Namen ruft. Ich schaue mich um, darf aber gleichzeitig den Anschluss an den jungen Herrn nicht verlieren. Die Straße ist voller Leute, zwischen denen sich Motorradfahrer mit Fahrgästen oder Lasten hindurch schlängeln.
Plötzlich werde ich angerempelt. Vor mir steht Dekyi und umarmt mich schnell.
"Lass die Last fallen und komm mit!" sagt sie in gehetztem Ton, dann nimmt sie meine Hand und zieht mich mit sich fort.
Ich rempele aufgrunddessen einige andere Leute an, bis ich das Schulterjoch abgestreift habe. Dekyi zieht mich in die nächste Gasse hinein. Wir laufen durch alte Gassen mit Hütten zu beiden Seiten, bis Dekyi an einer Tür anhält und ein Klopfzeichen an das Holz abgibt.
Ein junger Mann mit mongolischem Gesicht öffnet und Dekyi schlüpft an ihm vorbei. Schnell folge ich ihr. Während der junge Mann die Tür schließt, fallen wir uns in die Arme. Freudentränen kullern. Erst nach einer Weile erklärt mir Dekyi, wo wir uns hier befinden und dass jetzt alles gut wird.
Wir befinden uns in einem Haus aus Holz, dessen Fassade zur Gasse hin genauso schäbig aussieht, wie die Nachbarhütten. Innen hat jemand das Haus modernisiert. Wir Kamlahari haben Vierbettzimmer und einen Gemeinschaftsraum. Endlich erhalte ich schöne bunte Kleidung, wie viele freie Frauen. Auch Schuhe darf ich anprobieren. Wir erhalten Reis mit Beilagen, bis wir satt sind.
Am Nachmittag wird ein Ballen gebrauchte Kleidung angeliefert, die wir sortieren müssen. Etwa die Hälfte geht in eine Näherei und wird wieder aufgearbeitet. Die andere Hälfte geht in eine Maschine, die daraus Fetzen macht. Diese Fetzen werden mit Stroh vermischt und von einer anderen Maschine wieder zu Ballen gepresst.
So passiert es, dass eine der jungen Frauen meinen Blick kreuzt. Ich lächele sie an und sie senkt den Blick. Dennoch erhasche ich immer wieder einen kurzen Blick von ihr. Mittlerweile beobachte ich nur noch sie und überlege mir, wie ich sie kennenlernen könnte.
Schließlich erhebe ich mich und nähere mich dem Tisch, an dem Asuka-San, Alainn und Mary mit einigen anderen Frauen sitzen. Ich gehe schräg hinter Asuka-San in die Hocke und frage:
"Darf ich kurz stören, meine Damen?"
Asuka-San dreht sich lächelnd ein wenig und verbeugt sich leicht. Also fasse ich mir ein Herz und sage:
"Wenn eine der anwesenden Frauen hier mir sympathisch ist und ich anscheinend auch ihr - nach den Blicken, die wir austauschen konnten -, wie spreche ich sie an und lerne sie kennen?"
"Gehen Sie an den Tisch und stellen sich vor, fragen Sie anschließend, ob Sie der Frau die Umgebung zeigen könnten. Machen Sie einen Spaziergang durch die Natur und fragen Sie sie nach ihren Eindrücken. Alles weitere sollte sich ergeben..." antwortet mir Alainn, die Wench des Méara.
Nun nicke ich und verbeuge mich leicht, während ich mich erhebe. Danach steuere ich den Tisch an, an dem die Frau sitzt und gerade ihr Essen beendet hat.
Ich verbeuge mich leicht und begrüße die Frauen:
"Guten Tag, meine Damen. Ich bin ein neuer Arzt im Umland von Cuiraraill. Mein Name ist Aidan." Ich schaue die Eine direkt an und ergänze: "Darf ich Sie zu einem Spaziergang zu Zweit durch die Wiesen einladen?"
Die Frau nickt lächelnd und erhebt sich. Ich gehe um den Tisch herum, verbeuge mich noch einmal und erkläre:
"Ich freue mich, dass Sie mir die Ehre geben und sich meiner Führung anvertrauen."
Dabei halte ich ihr meinen Unterarm waagerecht hin, aber sie kennt die Geste wohl nicht oder ist zu schüchtern, sich bei mir einzuhaken. Während wir die Herberge verlassen, sehe ich in den Augenwinkeln, dass Asuka-San, Alainn und Mary uns beobachten.
*
Mein Name ist Tashima. Ich bin das dritte Kind meine Eltern. Meine Mutter hat nach mir noch drei weitere Kinder bekommen. Meine Eltern sind arme Bauern. So haben sie sich schließlich entschlossen, mich und meine Schwester Dekyi an einen reichen Haushalt zu verkaufen. Leider hat die neue Herrschaft in Nord-Indien nur mich übernommen. Der Agent ist mit Dekyi weitergezogen. So sind wir getrennt worden.
Monate später, ich habe in dem Haushalt meiner Herrschaft von Hand waschen müssen, hat man mir wieder einmal den Auftrag gegeben, den jungen Herrn mit einem Schulterjoch ausgerüstet zu begleiten. Es geht bei diesen Aufträgen darum, georderte Stoffe zur Probe an eine Näherei zu liefern. Meine Herrschaft leitet eine Weberei. Ist die Näherei von der Qualität überzeugt, ordern sie große Mengen.
Dieses Mal ist alles anders. Es beginnt damit, dass jemand meinen Namen ruft. Ich schaue mich um, darf aber gleichzeitig den Anschluss an den jungen Herrn nicht verlieren. Die Straße ist voller Leute, zwischen denen sich Motorradfahrer mit Fahrgästen oder Lasten hindurch schlängeln.
Plötzlich werde ich angerempelt. Vor mir steht Dekyi und umarmt mich schnell.
"Lass die Last fallen und komm mit!" sagt sie in gehetztem Ton, dann nimmt sie meine Hand und zieht mich mit sich fort.
Ich rempele aufgrunddessen einige andere Leute an, bis ich das Schulterjoch abgestreift habe. Dekyi zieht mich in die nächste Gasse hinein. Wir laufen durch alte Gassen mit Hütten zu beiden Seiten, bis Dekyi an einer Tür anhält und ein Klopfzeichen an das Holz abgibt.
Ein junger Mann mit mongolischem Gesicht öffnet und Dekyi schlüpft an ihm vorbei. Schnell folge ich ihr. Während der junge Mann die Tür schließt, fallen wir uns in die Arme. Freudentränen kullern. Erst nach einer Weile erklärt mir Dekyi, wo wir uns hier befinden und dass jetzt alles gut wird.
Wir befinden uns in einem Haus aus Holz, dessen Fassade zur Gasse hin genauso schäbig aussieht, wie die Nachbarhütten. Innen hat jemand das Haus modernisiert. Wir Kamlahari haben Vierbettzimmer und einen Gemeinschaftsraum. Endlich erhalte ich schöne bunte Kleidung, wie viele freie Frauen. Auch Schuhe darf ich anprobieren. Wir erhalten Reis mit Beilagen, bis wir satt sind.
Am Nachmittag wird ein Ballen gebrauchte Kleidung angeliefert, die wir sortieren müssen. Etwa die Hälfte geht in eine Näherei und wird wieder aufgearbeitet. Die andere Hälfte geht in eine Maschine, die daraus Fetzen macht. Diese Fetzen werden mit Stroh vermischt und von einer anderen Maschine wieder zu Ballen gepresst.
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