Mittwoch, 26. Januar 2022
Cuiraraill -40-
hermann-jpmt, 12:13h
"Das ist tatsächlich eine Überlegung wert!" meint der junge Mann. "Aber wie bekommt man Wasser in solch einen Turm?"
"Es muss gepumpt werden. Das geht per Wasser- oder Windkraft, oder mit elektrischen Pumpen. Wasserdicht bekommen Sie die Tanks mit der Technik der alten Römer: Kleiden Sie die Tanks innen mit wasserdichtem Beton aus. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen. Ihre Handwerker dürfen gerne eigene Ideen verwirklichen. Wo sie nicht weiterkommen, hilft das Internet über die Hürde. So können sie später stolz auf ihre eigene Leistung sein!"
"Ah, okay. Und ihre zweite Idee?" fragt er nun.
"Ich habe überlegt, dass wir uns leicht verzetteln, wenn wir die Handwerker einzeln in ihren Werkstätten besuchen und nach ihren Produkten fragen... Wie wäre es, wenn Sie eine Verkaufsmesse veranstalten würden, natürlich kleiner als in Europa üblich? Ich denke da an Stände in der Festhalle, wo jeder Handwerker seine Produkte vorstellt. Wir könnten uns dort alles an einem Platz anschauen und sehen, was bei uns in Cuiraraill Absatz findet.
Vielleicht kann man ein Video von der Verkaufsshow erstellen und es nach Prabal Jagan, Hagenholt und Bunrei no Shima senden. Dadurch ergeben sich bestimmt noch weitere Geschäftsbeziehungen."
"Auch diese Idee hat etwas für sich," meint Wangpoo Lobsang Gonpo. "Aber wenn dann Aufträge hereinkommen, wo bringen wir die Waren hin, damit sie ihre Abnehmer erreicht? Schließlich erweitern wir damit unseren Wirkungskreis auf Übersee!"
"Ihre Yak-Karawanen erreichen einen Umschlagplatz, wo sie auf Lastwagen umgeladen werden können, sagte ihr verehrter Vater!" entgegne ich ihm.
Der Wangpoo -Ratsherr- nickt und schaut erwartungsvoll.
"Also können die Lastwagen Dhaka erreichen," meine ich. "Dort müssen die Waren auf Flussschiffen weiter in die Sundarbans transportiert werden. Von Khulna lassen sie sich auf Seeschiffe verladen und zu ihren Abnehmern bringen. Die Bewohner von Prabal Jagan können ihre Waren in Khulna direkt in Empfang nehmen!"
"Hm, okay," meint mein Gesprächspartner. "Ich werde dem Wandii ihre Vorschläge unterbreiten!"
*
Akiyama-San, der Besucher von der Bunrei no Shima, lehrt Aidan, dem Schüler unseres Leigheas -Heiler- Curadh Murchadh die Tugenden der alten Samurai. Zusätzlich haben wir ihm die Besatzung der Nef unter seine Fittiche gegeben und hin und wieder gesellt sich der eine oder andere Curadh noch hinzu.
Irgendwann kommt die Idee auf, dass jedes Gemeinwesen auch eine Wache braucht, die sich um die öffentliche Ordnung kümmert. Ein neuer Curadh mit Namen Bran erklärt sich bereit, deren Leitung zu übernehmen. Inzwischen bin ich wieder von der Reise nach Nepal zurück und habe unter den Bewohnern von Cuiraraill für die Produkte aus Lon-Wa-Lha geworben. Nun tun sich mir gleich mehrere Baustellen gleichzeitig auf.
Ich löse sie so, dass ich vier Mann der alten Besatzung der Nef weitere vier junge Männer aus unserem Ort zur Seite stelle und sie auf die Reise nach Bangla Desh sende. Gleichzeitig gebe ich zwei weitere Nef mit moderner Technik unter Deck in Auftrag. Sechs andere junge Männer lassen sich von Akiyama-San als Wachmänner ausbilden.
Per Skype frage ich bei dem Wandii von Lon-Wa-Lha, Tashi Gonpo, an, ob er uns etwa dreißig Kamlahari mit einem Flug von Dhaka nach Dublin senden könnte, die bleiben dürfen, wenn sie Curadhs finden, die sich ihrer annehmen. Als Gegenleistung hat die Nef mehrere Paletten Spezialbeton an Bord. Das Projekt Cuiraraill scheint Fahrt aufzunehmen und Eigendynamiken zu entwickeln, was mich freut.
*
Curadh Murchardh erklärt mir, Aidan, das Verhältnis der Frauen und Männer zueinander in Cuiraraill. Es besteht ein besonderes Machtgefälle zwischen den Geschlechtern, das die Frauen in der heutigen Zeit der Emanzipation freiwillig wählen. Ja, es gibt heutzutage tatsächlich immer noch Frauen, die sich lieber vertrauensvoll führen lassen von verantwortungsbewussten Männern!
Er beschreibt mir diese besondere Beziehung und erklärt, dass sie nur mit einem besonderen Charakter von Seiten des Mannes und der Frau funktioniert. Damit die devote Frau sich auf den Mann einlassen kann, darf dieser keine Macho-Allüren ausleben, sondern muss der Frau mit Respekt und Ritterlichkeit gegenübertreten. Er muss ihr zeigen, dass er sie ehrt und gerne Verantwortung in der Beziehung übernimmt. Ebenso muss er ihr pflichtbewusst, ehrlich und offen gegenübertreten.
Es braucht also einen willensstarken Charakter, der sozial eingestellt und nicht egoistisch ist. Wenn ich da in mich hineinhorche, muss ich sagen, dass ich aufgrund der heutigen modernen emanzipierten Frauen, die ebenso egoistisch auftreten, genauso egoistisch reagiere, um nicht unterzugehen. Den 'Underdog' möchte ich nun doch nicht spielen!
"Es muss gepumpt werden. Das geht per Wasser- oder Windkraft, oder mit elektrischen Pumpen. Wasserdicht bekommen Sie die Tanks mit der Technik der alten Römer: Kleiden Sie die Tanks innen mit wasserdichtem Beton aus. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen. Ihre Handwerker dürfen gerne eigene Ideen verwirklichen. Wo sie nicht weiterkommen, hilft das Internet über die Hürde. So können sie später stolz auf ihre eigene Leistung sein!"
"Ah, okay. Und ihre zweite Idee?" fragt er nun.
"Ich habe überlegt, dass wir uns leicht verzetteln, wenn wir die Handwerker einzeln in ihren Werkstätten besuchen und nach ihren Produkten fragen... Wie wäre es, wenn Sie eine Verkaufsmesse veranstalten würden, natürlich kleiner als in Europa üblich? Ich denke da an Stände in der Festhalle, wo jeder Handwerker seine Produkte vorstellt. Wir könnten uns dort alles an einem Platz anschauen und sehen, was bei uns in Cuiraraill Absatz findet.
Vielleicht kann man ein Video von der Verkaufsshow erstellen und es nach Prabal Jagan, Hagenholt und Bunrei no Shima senden. Dadurch ergeben sich bestimmt noch weitere Geschäftsbeziehungen."
"Auch diese Idee hat etwas für sich," meint Wangpoo Lobsang Gonpo. "Aber wenn dann Aufträge hereinkommen, wo bringen wir die Waren hin, damit sie ihre Abnehmer erreicht? Schließlich erweitern wir damit unseren Wirkungskreis auf Übersee!"
"Ihre Yak-Karawanen erreichen einen Umschlagplatz, wo sie auf Lastwagen umgeladen werden können, sagte ihr verehrter Vater!" entgegne ich ihm.
Der Wangpoo -Ratsherr- nickt und schaut erwartungsvoll.
"Also können die Lastwagen Dhaka erreichen," meine ich. "Dort müssen die Waren auf Flussschiffen weiter in die Sundarbans transportiert werden. Von Khulna lassen sie sich auf Seeschiffe verladen und zu ihren Abnehmern bringen. Die Bewohner von Prabal Jagan können ihre Waren in Khulna direkt in Empfang nehmen!"
"Hm, okay," meint mein Gesprächspartner. "Ich werde dem Wandii ihre Vorschläge unterbreiten!"
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Akiyama-San, der Besucher von der Bunrei no Shima, lehrt Aidan, dem Schüler unseres Leigheas -Heiler- Curadh Murchadh die Tugenden der alten Samurai. Zusätzlich haben wir ihm die Besatzung der Nef unter seine Fittiche gegeben und hin und wieder gesellt sich der eine oder andere Curadh noch hinzu.
Irgendwann kommt die Idee auf, dass jedes Gemeinwesen auch eine Wache braucht, die sich um die öffentliche Ordnung kümmert. Ein neuer Curadh mit Namen Bran erklärt sich bereit, deren Leitung zu übernehmen. Inzwischen bin ich wieder von der Reise nach Nepal zurück und habe unter den Bewohnern von Cuiraraill für die Produkte aus Lon-Wa-Lha geworben. Nun tun sich mir gleich mehrere Baustellen gleichzeitig auf.
Ich löse sie so, dass ich vier Mann der alten Besatzung der Nef weitere vier junge Männer aus unserem Ort zur Seite stelle und sie auf die Reise nach Bangla Desh sende. Gleichzeitig gebe ich zwei weitere Nef mit moderner Technik unter Deck in Auftrag. Sechs andere junge Männer lassen sich von Akiyama-San als Wachmänner ausbilden.
Per Skype frage ich bei dem Wandii von Lon-Wa-Lha, Tashi Gonpo, an, ob er uns etwa dreißig Kamlahari mit einem Flug von Dhaka nach Dublin senden könnte, die bleiben dürfen, wenn sie Curadhs finden, die sich ihrer annehmen. Als Gegenleistung hat die Nef mehrere Paletten Spezialbeton an Bord. Das Projekt Cuiraraill scheint Fahrt aufzunehmen und Eigendynamiken zu entwickeln, was mich freut.
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Curadh Murchardh erklärt mir, Aidan, das Verhältnis der Frauen und Männer zueinander in Cuiraraill. Es besteht ein besonderes Machtgefälle zwischen den Geschlechtern, das die Frauen in der heutigen Zeit der Emanzipation freiwillig wählen. Ja, es gibt heutzutage tatsächlich immer noch Frauen, die sich lieber vertrauensvoll führen lassen von verantwortungsbewussten Männern!
Er beschreibt mir diese besondere Beziehung und erklärt, dass sie nur mit einem besonderen Charakter von Seiten des Mannes und der Frau funktioniert. Damit die devote Frau sich auf den Mann einlassen kann, darf dieser keine Macho-Allüren ausleben, sondern muss der Frau mit Respekt und Ritterlichkeit gegenübertreten. Er muss ihr zeigen, dass er sie ehrt und gerne Verantwortung in der Beziehung übernimmt. Ebenso muss er ihr pflichtbewusst, ehrlich und offen gegenübertreten.
Es braucht also einen willensstarken Charakter, der sozial eingestellt und nicht egoistisch ist. Wenn ich da in mich hineinhorche, muss ich sagen, dass ich aufgrund der heutigen modernen emanzipierten Frauen, die ebenso egoistisch auftreten, genauso egoistisch reagiere, um nicht unterzugehen. Den 'Underdog' möchte ich nun doch nicht spielen!
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