Freitag, 2. April 2021
Yamato Nadeshiko -50-
hermann-jpmt, 11:33h
Yvonne schaut mich im Weitergehen kurz ängstlich an.
In der Waffenschule frage ich den Trainer, ob er mir das Katana -Langschwert- näherbringen könnte. Besonders geht es mir um einige Besonderheiten und Finten im Schwertkampf. Er schaut mich erstaunt an. Ich sage ihm, dass ich zum Zweikampf herausgefordert wurde. Er lächelt verstehend und sagt mir, ich solle die Rüstung anlegen.
Ich wundere mich über die Machart der Rüstung. Sie besteht aus dachschindelartig übereinander liegenden Lagen aus vierfach gefaltetem Papier. Sie ist dadurch sehr leicht, aber trotzdem Hieben gegenüber sehr effizient. Zwei Männer führen es mir mit scharfen Waffen vor. Ich bin sehr erstaunt.
Nach einem einwöchigen Crashkurs mit scharfen Waffen betrete ich die Arena. Die Zuschauerreihen sind bis zum letzten Platz gefüllt. Herausforderungen kommen hin und wieder vor. Aber dieses Mal ist einer der Kämpfer der Chef der Wache von Bunrei no Shima selbst.
An zwei Pfählen in der Arena sind Nozomi-chan und Yvonne angebunden worden. Beiden sieht man an, dass sie sehr aufgeregt sind.
Ein Mann in weißer Sportkleidung fragt: "Sind die Mägde gefesselt?"
Zwei in gleicher Weise gekleidete Männer neben den Pfählen bestätigen das.
"Kommen Sie, wir wollen uns die Mägde ein letztes Mal ansehen, Becker-San," sagt da jemand an meiner Seite.
Ich habe gar nicht bemerkt, dass Suzuki-San die Arena betreten hat, so sehr haben meine Augen an Yvonne gehangen. Wie schön sie doch ist.
Wir gehen von einer zur anderen und so sehe ich, dass Nozomi-chans, sowie auch Yvonnes Blick schmachtend an Suzuki-San hängen.
"Fangen wir an," sagt Suzuki-San ruhig.
Daraufhin lässt der Schiedsrichter die Mitte der Arena von den beiden Helfern mit Harken säubern.
Auch Suzuki-San trägt jetzt die Rüstung mit den Papierschindeln und auf dem Rücken sein Schwert. Der Knauf überragt die linke Schulter. Am linken Unterarm trägt er, wie auch ich, einen Schild.
"Der Kampf soll beginnen," sagt der Schiedsrichter nun.
Ich trete einen Schritt zurück, und versuche festen Stand zu finden. Vorsichtig macht Suzuki-San einen Schritt auf mich zu, zögert einen Augenblick und geht dann zum Angriff über. Ich pariere den Schlag mit meinem Schild, aber nun drängt Suzuki-San energisch vor, so dass ich weiter zurückweichen muss, kann aber jeden seiner Angriffe defensiv abwehren.
Ich habe in den letzten Tagen ein paar Tipps von meinem Trainer bekommen, die mich auf eine unkonventionelle Idee bringen:
Als hätte mir der Gebrauch des Schwertes den Waffenarm ermüdet, setze ich mich in den Sand auf meinen Schild, der mir so als Drehscheibe dient. Das Schwert nehme ich die die linke Hand und atme schnaufend. Ich drehe mich im Kreis, so dass ich Suzuki-San immer im Blick habe, der mich unschlüssig umkreist und ab und zu einen Testangriff startet. Jedesmal kann ich den Schlag mit meiner Klinge harmlos zur Seite ablenken.
Dieses Spiel dauert jetzt schon drei oder vier Minuten. Suzuki-San wird immer erregter und damit unkonzentrierter. Er weicht zurück. Sofort nutze ich den Augenblick und stehe auf, nehme den Schild in die linke und mein Schwert in die rechte Hand. Suzuki-San bestürmt mich und zwingt mir einen Nahkampf auf.
Für die Mägde und die Zuschauer auf den Rängen ? es herrscht vollkommene Stille bis auf das Klirren der Schwerter ? sieht es aus, als ob wir aneinander lehnen, fast unbeweglich bis auf die schnellen Bewegungen der Arme und das Zucken der Handgelenke.
Plötzlich schnauft Suzuki-San. Habe ich endlich einen blutigen Treffer landen können? Er stolpert zurück.
Ich setze sofort nach und kann weitere Treffer landen. Kleine Schnittwunden nur, die man mit Pflastern oder leichten Verbänden behandeln kann, die aber höllisch schmerzen müssen. Suzuki-San weicht immer weiter zurück. Bestimmt eine Viertelstunde lang treibe ich ihn durch die Arena, ab und zu durchschlägt er meine Deckung, aber das dürften nur blaue Flecken werden. Dann geht er in die Knie.
Sofort bin ich bei ihm. Er versucht das Schwert gegen mich zu heben, aber ich drücke es mit meinem Stiefel in den Sand. Dann lässt er los und auch sein Schild rutscht ihm vom Unterarm. Ich werfe mein Schwert weg. Der Schiedsrichter ist heran und auch ein Sanitäter kommt hinzu. Die beiden Helfer nehmen Suzuki-San zwischen sich, der unwirsch die Hilfe abwehrt.
"Becker-San, das war ein großartiger Kampf," sagt er und verbeugt sich leicht, erschöpft lächelnd.
Ich verbeuge mich ebenfalls und gehe zu Nozomi-chans Pfahl, um sie los zu binden. Sie läuft zu Suzuki-San und fällt vor ihm auf die Knie. Dann gehe ich zu Yvonnes Pfahl und löse auch ihre Fesseln. Sie steht vor mir mit gesenktem Kopf.
"Ich gehöre jetzt wohl dir, ?Herr," sagt sie zögernd.
"In den Sand mit dir!" belle ich sie an, innerlich bebend.
Erschrocken sinkt sie auf die Knie und beugt sich über meine Stiefel. In diesem Moment nähert sich Nozomi-chan zögernd.
"Herr, ich bitte um Entschuldigung. Ich habe mich gehen lassen."
Sie sinkt ebenfalls auf die Knie.
"Nozomi-chan," sage ich. "Du liebst Suzuki-San, habe ich Recht?"
"Ja, Herr."
"Geh' zu ihm, Suzuki-San ist dein Herr!"
"Aber Herr, willst du deine Magd nicht mehr? Habe ich dir nicht gefallen?"
"Doch, Nozomi-chan, sogar sehr! Aber Gefühle lassen sich nicht rational steuern. Du weißt, an wem mein Herz hängt und ich weiß, an wem Dein Herz hängt. Es war ein guter Kampf. Aus Anerkennung darüber schenke ich dich Suzuki-San!"
"Oh, Herr. Vielen Dank, Herr. Vielen, vielen Dank!" ruft sie aus, springt auf und läuft zu Suzuki-San hinüber.
Dort verhält sie im Schritt, schleicht förmlich auf ihn zu mit gesenktem Kopf und ich kann kaum hören, dass sie ihn fragt:
"Möchte der Herr denn überhaupt die Meido Nozomi haben?"
"Iie, chigaimasu -Nein, das stimmt so nicht-," sagt Suzuki-San hart. "Die Meido Nozomi-chan mag ich nicht besitzen. Du wirst mir als Namenlose dienen. Dann werde ich überlegen, welchen Namen ich dir gebe."
Nozomi sinkt vor Suzuki-San in die Knie und umklammert seine Oberschenkel. Sie wird von einem Weinkrampf geschüttelt.
"Auf, Magd! Du weißt, wo ich wohne. Lauf und erwarte mich dort!" sagt er.
Und zu den Helfern gewandt ergänzt er: "Bringt mich in den Sanitätsraum!"
Sie verlassen, ihn stützend, die Arena und auch ich gehe nach Hause, mit Yvonne im Arm.
*
Nachdem wir die Arena verlassen haben, frage ich Yvonne:
"Wie hat dein Herr dich genannt?"
"Kirei, Herr. Kirei, die Schöne, nannte er mich," antwortet sie mir mit einem Seitenblick langsam von unten herauf, während sie mich mit dem Titel ?Herr? anredet.
Ich lasse mir keine Regung anmerken, sondern antworte:
"Der Name ist durchaus angemessen! Ich werde dich ebenso nennen, allerdings hört sich die italienische Entsprechung ?Bella? für europäische Ohren besser an."
"Ja, Herr. Vielen Dank, Herr."
"Hast du schon einmal ein Fest ausgestattet, Bella?"
"Nein, Herr. Soweit ging meine Ausbildung noch nicht."
"Gut, Bella. Dann werde ich eine andere Magd mieten müssen. Schau genau hin, was sie macht und wie sie es macht!"
"Ja, Herr."
Ich habe noch nie die Gelegenheit gehabt mit Yvonne zu schlafen, außer in meinen Träumen, aber die folgende Nacht ist himmlisch verlaufen. Sie hat ihren Emotionen freien Lauf gelassen und ich habe mir gewünscht, dass das nachfolgende schlafen, Haut an Haut, nie enden soll. Doch ich muss noch einiges erledigen. Bella trägt ja nun keinen Halsreifen mehr, nachdem ich den, den sie gestern noch getragen hat, Suzuki-San zurückgegeben habe. Auch das Taillenkettchen hat er von mir zurückerhalten.
Nach dem Frühstück, das Bella mir formvollendet serviert hat, gehe ich also in ein Piercing- und Tattoostudio auf der Insel. Bella begleitet mich.
Dort erhält sie ein Bauchnabelpiercing mit einem kleinen Rubinsplitter. Beim Hinausgehen lächelt sie glücklich.
Wir gehen weiter und treffen Suzuki-San auf seiner Patrouille über die Insel.
"Hallo, Becker-San. Ich hoffe, es geht Ihnen gut," grüßt er.
"Hallo, Suzuki-San. Danke der Nachfrage. Ich freue mich, dass es Ihnen auch wieder gut geht!"
"Ach, Becker-San, es waren nur kleine Blessuren. Sie kämpfen unkonventionell und das finde ich gut!"
"Suzuki-San, ich hätte da eine Frage: Könnten Sie mir am Sonntag ihre Magd überlassen - für einen kleinen Betrag natürlich! Ich möchte eine kleine private Feier ausrichten und meine Magd muss noch lernen."
"Von wann bis wann brauchen sie sie?"
"Ich denke ab Mittag bis spätestens Mitternacht. Für die Vorbereitung bis nach der Durchführung."
"Und Sie garantieren mir für ihre Unversehrtheit?"
"Das ist für mich selbstverständlich, Suzuki-San!"
"Okay, Becker-San. Für 2000 Yen bin ich einverstanden!"
"Einverstanden!" sage ich. Umgerechnet handelt es sich hier um etwa 18 Euro.
"Sie wird pünktlich bei Ihnen sein!" erwidert Suzuki-San lächelnd.
Ich nicke ihm noch freundlich zu, dann gehen wir weiter bis wir ein Geschäft für Halsreifen und anderen Identifizierungsschmuck erreichen. Dort kaufe ich einen Halsreifen für Bella und lasse gleich 'ICH BIN BELLA, EIGENTUM DES HELMUT BECKER AUS HAGENHOLT' eingravieren.
Es gefällt mir, die frühere Yvonne Müller, die in Deutschland so unnahbar gewesen ist, hier im Geschäft vor mir knien zu sehen.
Ich lege ihr den Halsreifen an. Nun trägt sie meinen Halsreifen! In plötzlicher unbezwingbarer Freude schüttele ich sie. Sie trägt meinen Halsreifen!
"Herr?" japst sie erschrocken.
In der Waffenschule frage ich den Trainer, ob er mir das Katana -Langschwert- näherbringen könnte. Besonders geht es mir um einige Besonderheiten und Finten im Schwertkampf. Er schaut mich erstaunt an. Ich sage ihm, dass ich zum Zweikampf herausgefordert wurde. Er lächelt verstehend und sagt mir, ich solle die Rüstung anlegen.
Ich wundere mich über die Machart der Rüstung. Sie besteht aus dachschindelartig übereinander liegenden Lagen aus vierfach gefaltetem Papier. Sie ist dadurch sehr leicht, aber trotzdem Hieben gegenüber sehr effizient. Zwei Männer führen es mir mit scharfen Waffen vor. Ich bin sehr erstaunt.
Nach einem einwöchigen Crashkurs mit scharfen Waffen betrete ich die Arena. Die Zuschauerreihen sind bis zum letzten Platz gefüllt. Herausforderungen kommen hin und wieder vor. Aber dieses Mal ist einer der Kämpfer der Chef der Wache von Bunrei no Shima selbst.
An zwei Pfählen in der Arena sind Nozomi-chan und Yvonne angebunden worden. Beiden sieht man an, dass sie sehr aufgeregt sind.
Ein Mann in weißer Sportkleidung fragt: "Sind die Mägde gefesselt?"
Zwei in gleicher Weise gekleidete Männer neben den Pfählen bestätigen das.
"Kommen Sie, wir wollen uns die Mägde ein letztes Mal ansehen, Becker-San," sagt da jemand an meiner Seite.
Ich habe gar nicht bemerkt, dass Suzuki-San die Arena betreten hat, so sehr haben meine Augen an Yvonne gehangen. Wie schön sie doch ist.
Wir gehen von einer zur anderen und so sehe ich, dass Nozomi-chans, sowie auch Yvonnes Blick schmachtend an Suzuki-San hängen.
"Fangen wir an," sagt Suzuki-San ruhig.
Daraufhin lässt der Schiedsrichter die Mitte der Arena von den beiden Helfern mit Harken säubern.
Auch Suzuki-San trägt jetzt die Rüstung mit den Papierschindeln und auf dem Rücken sein Schwert. Der Knauf überragt die linke Schulter. Am linken Unterarm trägt er, wie auch ich, einen Schild.
"Der Kampf soll beginnen," sagt der Schiedsrichter nun.
Ich trete einen Schritt zurück, und versuche festen Stand zu finden. Vorsichtig macht Suzuki-San einen Schritt auf mich zu, zögert einen Augenblick und geht dann zum Angriff über. Ich pariere den Schlag mit meinem Schild, aber nun drängt Suzuki-San energisch vor, so dass ich weiter zurückweichen muss, kann aber jeden seiner Angriffe defensiv abwehren.
Ich habe in den letzten Tagen ein paar Tipps von meinem Trainer bekommen, die mich auf eine unkonventionelle Idee bringen:
Als hätte mir der Gebrauch des Schwertes den Waffenarm ermüdet, setze ich mich in den Sand auf meinen Schild, der mir so als Drehscheibe dient. Das Schwert nehme ich die die linke Hand und atme schnaufend. Ich drehe mich im Kreis, so dass ich Suzuki-San immer im Blick habe, der mich unschlüssig umkreist und ab und zu einen Testangriff startet. Jedesmal kann ich den Schlag mit meiner Klinge harmlos zur Seite ablenken.
Dieses Spiel dauert jetzt schon drei oder vier Minuten. Suzuki-San wird immer erregter und damit unkonzentrierter. Er weicht zurück. Sofort nutze ich den Augenblick und stehe auf, nehme den Schild in die linke und mein Schwert in die rechte Hand. Suzuki-San bestürmt mich und zwingt mir einen Nahkampf auf.
Für die Mägde und die Zuschauer auf den Rängen ? es herrscht vollkommene Stille bis auf das Klirren der Schwerter ? sieht es aus, als ob wir aneinander lehnen, fast unbeweglich bis auf die schnellen Bewegungen der Arme und das Zucken der Handgelenke.
Plötzlich schnauft Suzuki-San. Habe ich endlich einen blutigen Treffer landen können? Er stolpert zurück.
Ich setze sofort nach und kann weitere Treffer landen. Kleine Schnittwunden nur, die man mit Pflastern oder leichten Verbänden behandeln kann, die aber höllisch schmerzen müssen. Suzuki-San weicht immer weiter zurück. Bestimmt eine Viertelstunde lang treibe ich ihn durch die Arena, ab und zu durchschlägt er meine Deckung, aber das dürften nur blaue Flecken werden. Dann geht er in die Knie.
Sofort bin ich bei ihm. Er versucht das Schwert gegen mich zu heben, aber ich drücke es mit meinem Stiefel in den Sand. Dann lässt er los und auch sein Schild rutscht ihm vom Unterarm. Ich werfe mein Schwert weg. Der Schiedsrichter ist heran und auch ein Sanitäter kommt hinzu. Die beiden Helfer nehmen Suzuki-San zwischen sich, der unwirsch die Hilfe abwehrt.
"Becker-San, das war ein großartiger Kampf," sagt er und verbeugt sich leicht, erschöpft lächelnd.
Ich verbeuge mich ebenfalls und gehe zu Nozomi-chans Pfahl, um sie los zu binden. Sie läuft zu Suzuki-San und fällt vor ihm auf die Knie. Dann gehe ich zu Yvonnes Pfahl und löse auch ihre Fesseln. Sie steht vor mir mit gesenktem Kopf.
"Ich gehöre jetzt wohl dir, ?Herr," sagt sie zögernd.
"In den Sand mit dir!" belle ich sie an, innerlich bebend.
Erschrocken sinkt sie auf die Knie und beugt sich über meine Stiefel. In diesem Moment nähert sich Nozomi-chan zögernd.
"Herr, ich bitte um Entschuldigung. Ich habe mich gehen lassen."
Sie sinkt ebenfalls auf die Knie.
"Nozomi-chan," sage ich. "Du liebst Suzuki-San, habe ich Recht?"
"Ja, Herr."
"Geh' zu ihm, Suzuki-San ist dein Herr!"
"Aber Herr, willst du deine Magd nicht mehr? Habe ich dir nicht gefallen?"
"Doch, Nozomi-chan, sogar sehr! Aber Gefühle lassen sich nicht rational steuern. Du weißt, an wem mein Herz hängt und ich weiß, an wem Dein Herz hängt. Es war ein guter Kampf. Aus Anerkennung darüber schenke ich dich Suzuki-San!"
"Oh, Herr. Vielen Dank, Herr. Vielen, vielen Dank!" ruft sie aus, springt auf und läuft zu Suzuki-San hinüber.
Dort verhält sie im Schritt, schleicht förmlich auf ihn zu mit gesenktem Kopf und ich kann kaum hören, dass sie ihn fragt:
"Möchte der Herr denn überhaupt die Meido Nozomi haben?"
"Iie, chigaimasu -Nein, das stimmt so nicht-," sagt Suzuki-San hart. "Die Meido Nozomi-chan mag ich nicht besitzen. Du wirst mir als Namenlose dienen. Dann werde ich überlegen, welchen Namen ich dir gebe."
Nozomi sinkt vor Suzuki-San in die Knie und umklammert seine Oberschenkel. Sie wird von einem Weinkrampf geschüttelt.
"Auf, Magd! Du weißt, wo ich wohne. Lauf und erwarte mich dort!" sagt er.
Und zu den Helfern gewandt ergänzt er: "Bringt mich in den Sanitätsraum!"
Sie verlassen, ihn stützend, die Arena und auch ich gehe nach Hause, mit Yvonne im Arm.
*
Nachdem wir die Arena verlassen haben, frage ich Yvonne:
"Wie hat dein Herr dich genannt?"
"Kirei, Herr. Kirei, die Schöne, nannte er mich," antwortet sie mir mit einem Seitenblick langsam von unten herauf, während sie mich mit dem Titel ?Herr? anredet.
Ich lasse mir keine Regung anmerken, sondern antworte:
"Der Name ist durchaus angemessen! Ich werde dich ebenso nennen, allerdings hört sich die italienische Entsprechung ?Bella? für europäische Ohren besser an."
"Ja, Herr. Vielen Dank, Herr."
"Hast du schon einmal ein Fest ausgestattet, Bella?"
"Nein, Herr. Soweit ging meine Ausbildung noch nicht."
"Gut, Bella. Dann werde ich eine andere Magd mieten müssen. Schau genau hin, was sie macht und wie sie es macht!"
"Ja, Herr."
Ich habe noch nie die Gelegenheit gehabt mit Yvonne zu schlafen, außer in meinen Träumen, aber die folgende Nacht ist himmlisch verlaufen. Sie hat ihren Emotionen freien Lauf gelassen und ich habe mir gewünscht, dass das nachfolgende schlafen, Haut an Haut, nie enden soll. Doch ich muss noch einiges erledigen. Bella trägt ja nun keinen Halsreifen mehr, nachdem ich den, den sie gestern noch getragen hat, Suzuki-San zurückgegeben habe. Auch das Taillenkettchen hat er von mir zurückerhalten.
Nach dem Frühstück, das Bella mir formvollendet serviert hat, gehe ich also in ein Piercing- und Tattoostudio auf der Insel. Bella begleitet mich.
Dort erhält sie ein Bauchnabelpiercing mit einem kleinen Rubinsplitter. Beim Hinausgehen lächelt sie glücklich.
Wir gehen weiter und treffen Suzuki-San auf seiner Patrouille über die Insel.
"Hallo, Becker-San. Ich hoffe, es geht Ihnen gut," grüßt er.
"Hallo, Suzuki-San. Danke der Nachfrage. Ich freue mich, dass es Ihnen auch wieder gut geht!"
"Ach, Becker-San, es waren nur kleine Blessuren. Sie kämpfen unkonventionell und das finde ich gut!"
"Suzuki-San, ich hätte da eine Frage: Könnten Sie mir am Sonntag ihre Magd überlassen - für einen kleinen Betrag natürlich! Ich möchte eine kleine private Feier ausrichten und meine Magd muss noch lernen."
"Von wann bis wann brauchen sie sie?"
"Ich denke ab Mittag bis spätestens Mitternacht. Für die Vorbereitung bis nach der Durchführung."
"Und Sie garantieren mir für ihre Unversehrtheit?"
"Das ist für mich selbstverständlich, Suzuki-San!"
"Okay, Becker-San. Für 2000 Yen bin ich einverstanden!"
"Einverstanden!" sage ich. Umgerechnet handelt es sich hier um etwa 18 Euro.
"Sie wird pünktlich bei Ihnen sein!" erwidert Suzuki-San lächelnd.
Ich nicke ihm noch freundlich zu, dann gehen wir weiter bis wir ein Geschäft für Halsreifen und anderen Identifizierungsschmuck erreichen. Dort kaufe ich einen Halsreifen für Bella und lasse gleich 'ICH BIN BELLA, EIGENTUM DES HELMUT BECKER AUS HAGENHOLT' eingravieren.
Es gefällt mir, die frühere Yvonne Müller, die in Deutschland so unnahbar gewesen ist, hier im Geschäft vor mir knien zu sehen.
Ich lege ihr den Halsreifen an. Nun trägt sie meinen Halsreifen! In plötzlicher unbezwingbarer Freude schüttele ich sie. Sie trägt meinen Halsreifen!
"Herr?" japst sie erschrocken.
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