Sonntag, 26. Dezember 2021
Cuiraraill -25-
Mein Curadh hält sich am Rand des Beckens. In einer Ecke befinden sich Wirlpool-Düsen, die einen künstlichen Strudel erzeugen. Dort dreht er lachend ein paar Runden. Wassertretend drehe ich mich im Kreis und schaue mich um. Dann lasse ich mich wieder auf das Wasser gleiten und schwimme auf ihn zu. Bevor ich ihn erreiche, entfernt er sich aus dem Strudel in Richtung Treppe. Ich überlasse mich auch für ein paar Runden dem Strudel, dann schaue ich nach meinem Curadh.

Er hat sein Badetuch aufgenommen und geht in eine der angrenzenden Nischen. Dort legt er sich auf eine Liege. Schnell folge ich ihm. Eine Bademagd nähert sich. Sie trägt ein Tablett mit mehreren bauchigen gläsernen Fläschchen in den Händen. Curadh Eamon lächelt die Magd an und schüttelt den Kopf.

"Du darfst das Tablett gerne meiner Magd geben," sagt er zu ihr.

Ich habe ihn in diesem Moment erreicht und übernehme das Tablett. Dann öffne ich eine Flasche, lasse etwas Öl in meine hohle Hand laufen und beginne beim Nacken meines Herrn, ihm das Öl sanft in die Haut ein zu massieren.

Er schließt die Augen und genießt. Ab und zu brummt er irgendetwas.

Später geht er mit mir noch etwas im Badehaus herum. Er zeigt mir, dass es mehrere dieser Massage-Nischen gibt, dazwischen Bänke zum Ausruhen und auch einen künstlichen Wasserfall zum Duschen. Das schaumige Wasser im Duschbecken wird abgesaugt und gereinigt, bevor es in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt wird.

Er ruht sich auf einer der Bänke auf seinem Handtuch aus und lässt mich an seiner Seite auf der Bank sitzen. Gedankenverloren fährt er mit zarten Berührungen über meine nackte weiche Haut und zeichnet mit dem Finger zärtlich die Konturen meines Gesichtes und der Schlüsselbeine nach. Bald tauche ich mit meinem Blick tief in seine Augen, während seine Finger sich sanft meiner Körpermitte nähern. Er nimmt meine Brustwarzen in den Mund und spielt mit der Zunge an meinen Nippeln.

Oh, ich liebe den Geruch meines Herrn. Ich versinke in der Aura Eoghans. Sein Ich ist alles, was ich wahrnehme. Die Umgebung wird für mich bedeutungslos. Ich liebe ihn.

Bin ich nun sein Besitz, weil ich ihn liebe, oder liebe ich ihn, weil ich sein Besitz bin? Jedenfalls gehöre ich uneingeschränkt Eamon, meinem Curadh! Für mich ist das eine Selbstverständlichkeit. Sein Wille allein ist entscheidend!

Nach einer kleinen Ewigkeit erhebt sich Curadh Eamon wieder und nähert sich dem Spind mit unserer Kleidung. Ein wenig enttäuscht folge ich ihm. Ich hätte die Zeit gerne noch weiter genossen. Als wir die 'Uaimh ghorm' verlassen, ist es schon dunkel. Bald darauf sind wir zuhause und Curadh Eamon strebt auf das Schlafzimmer zu. In seinen Armen erlebe ich nun eine himmlische Nacht.

*

Bald erhalten die Erzeugnisse aus Cuiraraill das europäische Biosiegel und verkaufen sich auch bei Herstellern von Bioprodukten, die nicht zu unserer Community gehören. Da wir im normalen Handel jedoch nur einer von vielen Herstellern sind, werden unsere Produkte mit denen anderer Produzenten gemischt in den Handel gebracht.

Anders verhält es sich in unserer Community. Dort verkaufen wir unsere Produkte sortenrein und können auskömmliche Preise verlangen. So schaffen wir es bald, die Kredite zurückzuzahlen.

Ich, Iarla Eamon Chiarraí, Méara von Cuiraraill, bin besonders stolz, dass wir das so bald geschafft haben. Eine große Stütze dabei ist uns Hagenholt gewesen. Manch wertvollen Tipp haben wir von dort erhalten. Auch hat sich Master Franck inzwischen entschlossen zu uns zu ziehen, nachdem er mit seiner Wench Mary mehrere Jahre lang seine Urlaube auf der Insel verbracht hat.

Ich reise also in Begleitung meiner Wench -Magd- Alainn und dem Piloten nach Deutschland. Unsere Tarns sind anders, als die in Ostasien üblichen. Unsere Tarn können nur mittels Mantelschrauben wie Hubschrauber fliegen. Dafür sind sie etwas schneller als die japanischen Tarn. Ihnen fehlt der Unterbau als Speedboot und auch das Strahltriebwerk für weite Strecken. Wir haben einen ausgebildeten Hubschrauberpiloten für unseren Lebensstil begeistern können, der den Hangar als seinen Arbeitsplatz auserkoren hat, nachdem er auch eine Mechaniker-Ausbildung gemacht hat.

Der Tarn, den wir auswählen, hat eigentlich Platz für zwanzig Personen auf einer Fläche. Wir entfernen gemeinsam alle Sitze bis auf den Pilotensitz und vier weitere in seiner Nähe. Der restliche Raum wird für den restlichen Hausrat von Master Franck gebraucht. Die Strecke bewältigen wir in ungefähr sieben Stunden. Unser Pilot spricht Hagenholt über Funk an und wird von der Gegenstelle 'herunter gesprochen'.

Es ist inzwischen 23 Uhr und nur der Mond beleuchtet den Marktplatz zwischen den Fachwerkhäusern des Ortes. Nach der Landung kommen uns zwei Männer in mittelalterlicher Kleidung entgegen. Wagen mit Gegenständen stehen bereit entladen zu werden. Bald darauf gesellen sich immer mehr Master dazu und der Tarn füllt sich zusehens. Dennoch dauert es über zwei Stunden bis die Wagen leer sind und weggeschoben werden.

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