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Freitag, 24. Dezember 2021
Cuiraraill -24-
hermann-jpmt, 12:20h
Gegen Mitternacht verlassen die ersten Gäste das Bankett und verabschieden sich von meinem Curadh. Wir haben ihnen Cóiriochti -Unterkünfte- in den anderen noch unbewohnten Häusern von Cuiraraill geschaffen, denn am nächsten Tag sollen sie Gelegenheit haben, sich einen Umzug hierher zu überlegen. Am frühen Morgen gehen wir alle schlafen.
*
Am folgenden Tag liegen wir nach dem Wachwerden noch lange eng aneinander gekuschelt im Bett. Dann muss ich die Toilette benutzen. Als ich zurückkomme ist er nicht mehr im Schlafzimmer, aber ich höre Geräusche im angrenzenden Badezimmer. Also öffne ich leise die Tür dorthin und sehe ihn in der Wanne sitzen. Hinzutretend beginne ich ihm den Nacken sanft zu massieren, was er mit Wohllauten quittiert.
Kurz darauf entsteigt er der Wanne. Ich reiche ihm das bereitliegende große Tuch zum Abtrocknen. Zum Dank küsst er mich sanft auf die Nasenspitze. Ich dränge mich an ihm und beginne ein Zungenspiel, das er bereitwillig mitmacht. Danach geht er schnell ins Ankleidezimmer und ist bald fertig für die Gespräche mit unseren Gästen, die Runa und ich währenddessen wieder bewirten.
Im Verlauf der Gespräche an diesem Tag entscheiden sich elf der Paare nach Cuiraraill zu ziehen. Da nicht genug Häuser im 'Ortskern' stehen, lassen wir im Umland inmitten von Wiesen und Feldern ähnliche Bauten errichten. Die Zuzügler steuern etwa die Hälfte der Kosten bei. So bekommt Cuiraraill Gemüse-, Obst- und Kornbauern, Hühner-, Schaf- und Rinderhalter, wobei wir Wert darauflegen, dass es keine Monokulturen gibt.
Im Ort entstehen im Verlauf des folgenden Jahres Bäckerei, Metzgerei, Lebensmittel- und andere Läden, sowie Handwerksbetriebe. Je ein Curadh kümmert sich um das Badehaus, die Taverne und das Stadion. So entsteht allmählich reges Leben im Ort.
*
Irgendwann bestimmt Eamon, dass ich ihm folgen darf bei einem Spaziergang durch Cuiraraill. Ich freue mich darüber einmal heraus zu kommen, denn als Magd des Méara -Ortsvorstehers- habe ich sonst so viel im Haus zu tun, dass ich Boten beauftragen darf, die Einkäufe zu besorgen.
Ich nehme viele neue Eindrücke wahr und vergleiche sie mit Hagenholt, den einzigen Ort mit vergleichbarem Lebensstil, den ich bisher kenne. Curadh Eamon schlendert mit mir langsam durch den Ort. Die Menschen, die uns begegnen, grüßen den Méara freundlich und ehrerbietig. Sie sind traditionell gekleidet.
Den Kilt um die Hüften würde man sonst auch in Irland bei keinem Mann mehr sehen, es sei denn er ginge zu einem Fest. Hier aber zählt er zur Alltagskleidung. Darüber trägt ein Curadh ein Hemd, eine Weste und eine Jacke. Darunter Kniestrümpfe und Schnallenschuhe.
Als ich mir einen Curadh im Vorbeigehen verstohlen genauer anschaue - ihn mit Blicken fixieren ist mir als Wench nicht erlaubt und ist auch nicht höflich - fällt mir auf, dass seiner Jacke die Ärmel fehlen. Die Curadh tragen hier also so etwas wie einen Umhang.
Die Wench, denen wir begegnen sind ähnlich gekleidet wie ich. Auch sie tragen ein fast bodenlanges Hemdkleid, mit einem Überwurf, der vor der Brust geschnürt ist. Ein brauner Ledergürtel mit einer Metallschnalle, an dem seitlich ein Leinensäckchen hängt und eine Kopfbedeckung vervollständigen das Bild.
Curadh Eamon bemerkt meine interessierten Blicke und verlässt mit mir den Ort in Richtung des Bachlaufes. An der Felskante linker Hand ist ein Tosen zu hören. Ein kleines bienenwabenförmiges Haus steht dort. Rechter Hand gegen die Strömung stehen weitere Häuser wie an einer Perlenkette rechts und links des Bachlaufes. Sie alle besitzen ein Wasserrad, das der Bach in Bewegung hält.
Curadh Eamon erklärt mir auf meine Frage hin, dass hier die Handwerker wohnen, direkt über ihren Werkstätten. Da gibt es Schmiede, Wollspinner, Färber, Weber, Schneider, Schreiner und Müller.
Wir gehen zu dem kleinen Haus an der Felskante. Neben dem Haus führt eine Treppe in die Tiefe. Curadh Eamon führt mich dort hinab bis wir vielleicht fünf Meter tiefer eine kleine Höhlung betreten. Zum Meer hin gibt es einen Felsdurchbruch, durch den ich einen grandiosen Blick aufs Meer hinaus habe. Hier öffnet mein Curadh eine massive Holztüre. Wir betreten das Foyer und er zahlt den gewünschten Betrag für den Eintritt.
Dafür erhält er von der Wench einen nummerierten Schlüssel und Badelatschen in seiner Schuhgröße. Der Schlüssel passt auf einen Spind, in dem ein frisches Badetuch liegt. Wir ziehen unsere Kleidung aus, legen sie gefaltet auf noch leere Regale und mein Curadh schwingt sich das Tuch um die Hüften. Ich bin nun nackt und hätte erwartet, dass es mich nun fröstelt. Aber es ist angenehm warm in der 'Uaimh Ghorm' -Blaue Grotte-, wie er das Badehaus von Cuiraraill nennt.
Dann gehen wir zum Wasserbecken. Es ist mit kobaltblauen Kacheln ausgelegt. Eine breite Treppe führt in knietiefes Wasser. Curadh Eamon legt das Badetuch ab und geht die Treppe hinab. Mit einem Wink bedeutet er mir, ihm zu folgen. Wir gehen weiter in das Becken hinein, das mit jedem Schritt schnell tiefer wird. Bald stoße ich mich vom Boden ab und schwimme in kraftvollen Zügen umher.
*
Am folgenden Tag liegen wir nach dem Wachwerden noch lange eng aneinander gekuschelt im Bett. Dann muss ich die Toilette benutzen. Als ich zurückkomme ist er nicht mehr im Schlafzimmer, aber ich höre Geräusche im angrenzenden Badezimmer. Also öffne ich leise die Tür dorthin und sehe ihn in der Wanne sitzen. Hinzutretend beginne ich ihm den Nacken sanft zu massieren, was er mit Wohllauten quittiert.
Kurz darauf entsteigt er der Wanne. Ich reiche ihm das bereitliegende große Tuch zum Abtrocknen. Zum Dank küsst er mich sanft auf die Nasenspitze. Ich dränge mich an ihm und beginne ein Zungenspiel, das er bereitwillig mitmacht. Danach geht er schnell ins Ankleidezimmer und ist bald fertig für die Gespräche mit unseren Gästen, die Runa und ich währenddessen wieder bewirten.
Im Verlauf der Gespräche an diesem Tag entscheiden sich elf der Paare nach Cuiraraill zu ziehen. Da nicht genug Häuser im 'Ortskern' stehen, lassen wir im Umland inmitten von Wiesen und Feldern ähnliche Bauten errichten. Die Zuzügler steuern etwa die Hälfte der Kosten bei. So bekommt Cuiraraill Gemüse-, Obst- und Kornbauern, Hühner-, Schaf- und Rinderhalter, wobei wir Wert darauflegen, dass es keine Monokulturen gibt.
Im Ort entstehen im Verlauf des folgenden Jahres Bäckerei, Metzgerei, Lebensmittel- und andere Läden, sowie Handwerksbetriebe. Je ein Curadh kümmert sich um das Badehaus, die Taverne und das Stadion. So entsteht allmählich reges Leben im Ort.
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Irgendwann bestimmt Eamon, dass ich ihm folgen darf bei einem Spaziergang durch Cuiraraill. Ich freue mich darüber einmal heraus zu kommen, denn als Magd des Méara -Ortsvorstehers- habe ich sonst so viel im Haus zu tun, dass ich Boten beauftragen darf, die Einkäufe zu besorgen.
Ich nehme viele neue Eindrücke wahr und vergleiche sie mit Hagenholt, den einzigen Ort mit vergleichbarem Lebensstil, den ich bisher kenne. Curadh Eamon schlendert mit mir langsam durch den Ort. Die Menschen, die uns begegnen, grüßen den Méara freundlich und ehrerbietig. Sie sind traditionell gekleidet.
Den Kilt um die Hüften würde man sonst auch in Irland bei keinem Mann mehr sehen, es sei denn er ginge zu einem Fest. Hier aber zählt er zur Alltagskleidung. Darüber trägt ein Curadh ein Hemd, eine Weste und eine Jacke. Darunter Kniestrümpfe und Schnallenschuhe.
Als ich mir einen Curadh im Vorbeigehen verstohlen genauer anschaue - ihn mit Blicken fixieren ist mir als Wench nicht erlaubt und ist auch nicht höflich - fällt mir auf, dass seiner Jacke die Ärmel fehlen. Die Curadh tragen hier also so etwas wie einen Umhang.
Die Wench, denen wir begegnen sind ähnlich gekleidet wie ich. Auch sie tragen ein fast bodenlanges Hemdkleid, mit einem Überwurf, der vor der Brust geschnürt ist. Ein brauner Ledergürtel mit einer Metallschnalle, an dem seitlich ein Leinensäckchen hängt und eine Kopfbedeckung vervollständigen das Bild.
Curadh Eamon bemerkt meine interessierten Blicke und verlässt mit mir den Ort in Richtung des Bachlaufes. An der Felskante linker Hand ist ein Tosen zu hören. Ein kleines bienenwabenförmiges Haus steht dort. Rechter Hand gegen die Strömung stehen weitere Häuser wie an einer Perlenkette rechts und links des Bachlaufes. Sie alle besitzen ein Wasserrad, das der Bach in Bewegung hält.
Curadh Eamon erklärt mir auf meine Frage hin, dass hier die Handwerker wohnen, direkt über ihren Werkstätten. Da gibt es Schmiede, Wollspinner, Färber, Weber, Schneider, Schreiner und Müller.
Wir gehen zu dem kleinen Haus an der Felskante. Neben dem Haus führt eine Treppe in die Tiefe. Curadh Eamon führt mich dort hinab bis wir vielleicht fünf Meter tiefer eine kleine Höhlung betreten. Zum Meer hin gibt es einen Felsdurchbruch, durch den ich einen grandiosen Blick aufs Meer hinaus habe. Hier öffnet mein Curadh eine massive Holztüre. Wir betreten das Foyer und er zahlt den gewünschten Betrag für den Eintritt.
Dafür erhält er von der Wench einen nummerierten Schlüssel und Badelatschen in seiner Schuhgröße. Der Schlüssel passt auf einen Spind, in dem ein frisches Badetuch liegt. Wir ziehen unsere Kleidung aus, legen sie gefaltet auf noch leere Regale und mein Curadh schwingt sich das Tuch um die Hüften. Ich bin nun nackt und hätte erwartet, dass es mich nun fröstelt. Aber es ist angenehm warm in der 'Uaimh Ghorm' -Blaue Grotte-, wie er das Badehaus von Cuiraraill nennt.
Dann gehen wir zum Wasserbecken. Es ist mit kobaltblauen Kacheln ausgelegt. Eine breite Treppe führt in knietiefes Wasser. Curadh Eamon legt das Badetuch ab und geht die Treppe hinab. Mit einem Wink bedeutet er mir, ihm zu folgen. Wir gehen weiter in das Becken hinein, das mit jedem Schritt schnell tiefer wird. Bald stoße ich mich vom Boden ab und schwimme in kraftvollen Zügen umher.
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