Dienstag, 30. November 2021
Cuiraraill -13-
"Ah, damit meinst du 'Machet euch die Erde untertan' und dessen negativen Folgeerscheinungen..." sinniere ich.

"Ja, das ist!" antwortet er.

Wir gehen langsam zurück zum Auto. Eamon macht eine umfassende Geste in die Landschaft hinaus.

"Cuiraraill ein Verwaltungs- und Wohnort wird sein. Im Umland gearbeitet wird. Dort Farmen und Werkstätten werden entstehen, damit Cuiraraill autonom kann werden. Wir werden produzieren fast alles, was wir werden brauchen. Dann wir können zurückzahlen den Bankkredit und später Projekte können starten für die Rettung der Natur."

Eamon hat den Picknickkorb geöffnet, während er spricht. Nun Picknicken wir bei offenen Türen im Auto.

"Was kann ich dazu beitragen?" frage ich Eamon direkt. Die Frage schwebt schon eine ganze Weile im Raum...

Eamon schaut mir direkt in die Augen.

"Der Mensch Pflanzen und Tiere beschützt und damit die Lebensqualität erhält auf dem Planeten. In gleicher Art im Kleinen der Mann die Frau beschützt und eine Atmosphäre der Geborgenheit schafft. Dafür die Frau dem Mann dient und mit Tanz eine Atmosphäre der Entspannung schafft. Vertrauen und Zuneigung wachsen und die Frau ihren Liebesherrn finden kann, für die er bis ans Ende der Welt wird gehen!"

"Das ist Domestic Discipline, ganz kurzgefasst, Eamon? Wo kann ich lernen, mich in dieser Weise einzubringen?" frage ich begeistert.

"Bald wir werden ein Paar aus Hagenholt begrüßen können hier. Die Maid eine Schule durchlaufen hat in Japan. Sie kann sein deine 'ältere Schwester', von der du alles kannst lernen."

Die eine Woche Urlaub in Irland ist viel zu schnell vorbei. Eamon bringt mich zum Flughafen zurück. Auf der Heimfahrt von Haan in Deutschland mache ich einen Abstecher nach Hagenholt und nehme Kontakt zu Herrn Franck und seiner Maid Mary O?Brien auf. Ich werde herzlich aufgenommen und vereinbare mit ihnen, dass ich jedes kommende Wochenende nach Hagenholt komme, um von Mary lernen zu können. Im Bahnhof meiner Heimatstadt angekommen, kaufe ich eine ABO-Card, um meinen Wunsch realisieren zu können.

*

Ich fahre mit dem Bus vom Bahnhof zum Dorf, in dessen Nähe das Freilichtmuseum liegt. Meine Ankunft habe ich Herrn Franck per Whatsapp getextet. Nun steht er an der Bushaltestelle und fährt mit mir nach Hagenholt. Dort begrüßt mich Mary wie eine nahe Verwandte. Danach setzen wir uns zu Tisch und nach dem Essen verschwindet Herr Franck wieder in der Werkstatt.

Wir Frauen machen den Abwasch - zunächst schweigend.

"Kann ich dich etwas fragen?" breche ich nach kurzer Zeit das Schweigen.

"Klar!"

"Was machst du eigentlich, wenn ihr euch auseinanderentwickelt? Also ich meine, wenn es zwischen dir und dem Herrn zur Trennung kommt..."

"Einen neuen Herrn zu finden wird schwierig," resümiert Mary nachdenklich. "Nicht alle Männer stehen auf devote Frauen."

"Was machst du dann?"

"Eigentlich möchte ich das nicht sagen!" meint sie.

"Musst du auch nicht. Ich kann es mir schon denken. Ich hatte schon Beziehungen vor Eamon... Ich kann es mir auch nicht mehr mit einem anderen Mann vorstellen."

"Weiß das Seine Lordschaft?"

"Ich habe es ihm nicht gesagt."

"Ich finde, das solltest du tun, damit er weiß, worauf er sich einlässt bei dir."

"Mir fehlt bisher der Mut dazu. Er drängt auch nicht. Ich denke, über die Wochenenden mit dir und meine wachsenden Kenntnisse finde ich bald auch den Mut mich ihm zu öffnen."

"Das verstehe ich, aber umso länger du damit wartest, umso schwieriger wird es. Nicht für Seine Lordschaft, sondern für dich. Außerdem glaube ich, dass Seine Lordschaft das Zeug zu einem guten Herrn hat."

Ich schaue Mary mit großen Augen an. Sie lächelt.

"Sein Aufenthalt letztens," erklärt sie mir. "Er hat Kontakt mit der Bunrei no Shima bekommen. Tanaka-San hat ihn auf Hagenholt aufmerksam gemacht. Herr Schmidt hat ihm den Lebensstil der Samurai nähergebracht, das heißt er hat ihm die Tugenden der Samurai nähergebracht, Ju-Jutsu gelehrt und mit dem Katana -Langschwert- fechten gelehrt. Meditation gehörte auch zum Lehrplan."

"Hm," mache ich. "Wie soll ich Eamon zeigen, dass ich mich seiner Führung anvertrauen will?"

"Probier' es doch einmal aus!" meint Mary rundheraus.

"Wie denn?" frage ich zurück.

"Wenn du ihn wieder besuchst, verhalte dich einfach einmal etwas devot. Keine flotten Sprüche und Frotzeleien in seiner Gegenwart! Bitte ihn darum, Dinge für dich zu tun. Hole seine Erlaubnis ein bei möglichst banalen Angelegenheiten, die für dich eigentlich selbstverständlich sind und du wirst sehen, wie er reagiert."

"Das gefällt ihm bestimmt!" meine ich.

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