Mittwoch, 20. Oktober 2021
Yamato Nadeshiko -138-
Er verabschiedet sich höflich von uns. Auch wir verbeugen uns und wünschen ihm eine gute Rückreise. In diesem Moment öffnet sich im Hintergrund wie damals eine Tür. Tanaka-San und seine Frau treten heran und begrüßen uns herzlich.

Anschließend wendet sich Tanaka-San zum Gehen. Wir ziehen unsere Rollenkoffer hinter uns her, treten durch die Tür und stehen im Treppenhaus. Hier windet sich eine Treppe rund um mehrere Aufzüge. Tanaka-San betätigt den Rufknopf des Expressaufzuges. Nachdem die Kabine bei uns hält und sich die Tür des Aufzuges öffnet, mache ich Papa und Mama darauf aufmerksam, sich festzuhalten. Dann hat sich die Tür auch schon geschlossen und die Kabine beschleunigt kurz, um dann sanft über mehrere Etagen hinweg abzubremsen.

Mama und Papa haben bei den ersten Schritten aus dem Aufzug heraus etwas wackelige Beine, was sich aber schnell legt. Tanaka-San führt uns einen Gang entlang und öffnet bald mit einer Karte eine Wohnungstür.

"Dies ist Ihre Wohnung, Familie Youki. Kommen Sie erst einmal an. In einer Stunde sind Sie bei meinem rippana Otou-San -ehrenwerten Vater- zum Essen eingeladen. Jemand wird Sie führen!"

Wir verbeugen uns gegenseitig höflich und Tanaka-San lässt uns allein.

Wir stehen hier in einem schmalen Raum, von dem mehrere Türen abgehen. Ein großes Schuhregal befindet sich in der Nähe der Wohnungstür. Ansonsten ist der Raum spärlich möbliert mit niedrigen Regalen, einem Spiegel und japanische Malkunst an den Wänden.

Mama öffnet nach einem Rundum-Blick die ihr am nächsten liegende Tür mit einem weiteren Regal voller Schlappen daneben. Sie macht nur "A -Oh-!" und zieht sogleich ein Paar der anderen Schlappen an, um den Raum zu betreten. Wir treten hinzu und auch Papa wechselt sein Schuhwerk, um den Raum zu betreten. Beide benutzen die Armaturen im Bad wie zwei kleine Kinder. Ich stehe in der Tür und lächele. Es ist aber auch ein luxuriöses Bad!

Ich gehe eine Tür auf dieser Wandseite weiter und kann in eine außergewöhnliche Küche blicken. Jetzt verstehe ich, warum Tanaka-San mich vor Wochen nach der Einrichtung gefragt hat. Diese Küche ist genau auf die Bedürfnisse eines früheren Küchenchefs abgestimmt und soll gleichzeitig die Arbeit der Hausfrau erleichtern.

Die Küchentür lasse ich offenstehen und schaue hinter die drei Türen auf der gegenüberliegenden Seite. Hier finde ich ein Schlafzimmer für ein Paar und zwei kleinere Gäste- oder Kinderzimmer. Alle Zimmer haben eine Luftumwälz-Anlage, aber keine Fenster nach draußen.

Der Eingangstür gegenüber ist der Flur offen und führt in seiner ganzen Breite in ein großes Wohn-und Esszimmer über. Eine volle Seite dieses 'Living-Rooms' besteht aus einem Fenster, das von einem niedrigen Sideboard bis zur Decke reicht und den Blick auf eine bepflanzte Terrasse öffnet, auf der man ebenfalls mittels Gartenmöbel einen Essplatz errichten kann. Eine Tür in der Glaswand führt nach draußen.

Papa ist an mich herangetreten und meint lächelnd:
"Ihr wohnt hier wirklich nicht schlecht!"

In diese Betrachtungen hinein tönt die Klingel an der Eingangstür. Ich laufe mit meinen Trippelschritten, die ich mir angewöhnt habe, zur Tür und öffne. Tanaka-San, die ältere Schwester meiner früheren Herrin, steht dort und verbeugt sich lächelnd:

"Der Kanrisha Tanaka-Sama -Ortsvorsteher Herr Tanaka- bittet die Famile Youki, seiner bescheidenen Einladung zum gemeinsamen Speisen zu folgen."

"Sumimasen -Entschuldigung-," antworte ich ihr und verbeuge mich ebenfalls. "Ich sage den ehrenwerten Herrschaften sofort Bescheid!"

Anschließend trippele ich ins Wohnzimmer zurück und erkläre Papa und Mama, dass Tanaka-San da ist, um uns zu führen. Wir ziehen uns die Straßenschuhe wieder an und folgen unserer Führerin. Sie bringt uns zu einer Wohnungstür, ein Stockwerk höher und klingelt.

Die Tür wird kurz darauf geöffnet und eine ältere Frau im Meido-Gewand öffnet. Tanaka-San sagt lächelnd "Yoo -Hi-, Hika-chan" zu ihr und sie macht den Weg frei, damit wir eintreten können.

Wir verbeugen uns mit einem "Aisatsu -Hallo-" und Papa ergänzt es mit:

"O-jama shimasu -Ich störe jetzt-."

Nun wechseln wir in Pantoffeln und Tanaka-San führt uns durch die Wohnung hinaus auf die Terrasse. Dort sitzen der Kanrisha Tanaka-Sama und sein Sohn Tanaka-San schon auf Hockern an einem niedrigen Tisch.

Sie erheben sich, als wir auf die Terrasse hinaustreten und wünschen uns:

"Konnichiwa, Bunrei no Shima e yokoso! -Guten Tag, willkommen auf der Insel der beseelten Steine!"

Papa übernimmt wieder das Wort:
"Konnichiwa! Ich bin sehr gespannt darauf, was mich hier erwartet. Meine liebe Tochter hat mir schon viel erzählt."

Tanaka-Sama weist auf die Kissen am Tisch und sagt:
"Dozo o suwari, kudasai -Bitte, setzen Sie sich doch!"

Die beiden Herren setzen sich wieder und wir nehmen auf den Kissen am Tisch im Seiza -Kniesitz- Platz.

"Hajimemashite -Schön, Sie zu treffen-, Youki-San," redet mich der jüngere Tanaka-San an. "Sie möchten also wieder in ihre frühere Position als Lehrerin in unserer Mädchenschule zurück?"

"Hai -Ja-, wenn das möglich wäre?"

Er nickt und der ältere Tanaka-Sama wendet sich nun an meinen Otou-San -Vater-:

"Sie interessieren sich für die Position eines Einkäufers für Lebensmittel und Gastronomiebedarf auf der Insel, Youki-San?"

"Dozo yoroshiku -Ich bitte um Ihre Freundlichkeit," erwidert Papa. "Das ist tatsächlich eine Tätigkeit, die mich interessiert. Leider darf ich ärztlicherseits meine frühere Position als Küchenchef nicht mehr ausüben, und da hat mich meine shin?ainaru Musume -liebe Tochter- auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht. Sicher auch, um sich weiterhin um mich kümmern zu können."

Bei den letzten Worten lächelt mein verehrter Papa.
In der Zwischenzeit hat Tanaka-San und die ältere Meido das Mittagessen auf den Tisch gebracht und setzen sich dazu. Tanaka-Sama nickt lächelnd und weist kurz auf die Meido am Tisch.

"Sie kennen sich alle sicher schon soweit, bis auf Tanaka Hiko, meine liebste Meido und die Ushiro kara yuga -'Gnädige von hinten' (Hausfrau)- hier."

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