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Donnerstag, 2. September 2021
Yamato Nadeshiko -122-
hermann-jpmt, 12:01h
Der Mann nickt lächelnd und beginnt damit, eine hohe Schale und eine flache Schale zu füllen. Beide stellt er auf ein Tablett, legt Hashi -Stäbchen- dazu und reicht mir das Tablett. Ich balanciere alles gekonnt die Treppe hinauf, obwohl sich jetzt der Boden bewegt, im Gegensatz zur Arbeit in der Villa.
An der Tür zur Kabine klopfe ich und sage laut:
"Ihr Essen, Herrin!"
Kurz darauf öffnet sie mir und ich serviere ihr den Mittagsimbiss. Sie kniet sich in den Seiza und lässt es sich schmecken, während ich abwartend danebenstehe. Als sie fertig ist, räume ich ab und bringe das Tablett wieder in die Küche zurück. Im Hinausgehen ruft mir die Herrin hinterher:
"Nimm ruhig jetzt deine Pause, Momoi-chan. Ich lege mich in der Zeit etwas hin."
Als ich nach meiner Pause, die ich im Speiseraum des Dienstpersonals neben der Küche verbracht habe, zum Wakai Josei -Fräulein- zurückkomme, finde ich sie schlafend angezogen auf der Couch liegend. Ich nehme mir einen Roman aus dem Regal und setze mich leise damit im Seiza -Kniesitz- an den Couchtisch. Beinahe eine Stunde später regt sich die Herrin wieder.
Sie dreht den Kopf, sieht mich und setzt sich auf.
"Was für ein Buch liest du da?" fragt sie.
"Es ist ein Buch aus dem Regal dort," antworte ich ihr und zeige in die Richtung.
"Magst du mir vorlesen?"
"Gerne," sage ich und blättere auf die erste Seite zurück.
Die Herrin ist eine interessierte Zuhörerin. Das Buch, ein Liebesdrama, fesselt allerdings auch jeden, der es aufschlägt. Drei Stunden verbringen wir auf diese Weise. Anschließend hole ich ihr den Nachmittags-Imbiss und danach animiere ich die Herrin dazu, nach draußen zu gehen und einmal rund um die Aufbauten der 'Yacht' an der Reling entlang zu spazieren. Dazu nehme ich einen Schirm mit, um sie gegen die Sonne zu schützen.
Die junge Herrin hat es überhaupt nicht eilig. Also setzen wir uns zwischendurch in die Liegestühle an Deck. Sie haben einen Sonnenschutz, so dass ich den Schirm zusammenklappen kann. Ich nehme ihn auf meinen Schoß und schaue selbst fasziniert auf die Horizontlinie.
Wir haben einmal unseren Platz von den Liegestühlen im Heck zu denen im Bug gewechselt, als die Sonne sich allmählich der Horizontlinie nähert und einen größeren Bereich des Himmels in allen Farben des Rotspektrums taucht. Spontan beginne ich ein Volkslied zu summen.
Sakura Sakura - Kirschblüte, Kirschblüte
noyama mo sato mo - In den Feldern und Hügeln,
mi-watasu kagiri - soweit das Auge reicht,
kasumi ka kumo ka - wie Nebel, wie Wolken,
asahi ni niou - leuchtet in der aufgehenden Sonne
sakura sakura - Kirschblüte, Kirschblüte
hana zakari - die Blütezeit.
Die Herrin wendet sich mir zu und fragt, als ich geendet habe:
"Kannst du ein Instrument spielen, Momoi-chan?"
"Ich?" frage ich überrascht und bin aus meiner Betrachtung gerissen. "Ich habe früher einmal leidlich eine Flöte gespielt."
"Mein ehrenwerter Otou-San -Vater- hat mir früher einmal das Samisen -Laute- näherbringen lassen. Ich habe es lange nicht mehr gespielt. Geh' zu dem hohen Herrn und frage, ob sich an Bord eine Samisen und eine Furuto -Flöte- befinden."
Die Herrin erhebt sich und geht mit mir zum Foyer. Dort zeigt sie mir die Lage der Eignerwohnung und betritt ihre Kabine. Ich klopfe an die Tür der Herrschaften und ihr Dienstmädchen öffnet mir. Nun trage ich den Wunsch der jungen Herrin vor und sie heißt mich warten. Das Dienstmädchen geht tiefer in die Wohnung hinein und kommt nach mehreren Minuten mit einer Schatulle und einem Instrumentenkoffer zurück, die sie mir überreicht.
*
Kurz vor dem Abendessen klopft es an die Kabinentür. Wir stoppen unsere Übungen an den Instrumenten. Ich lege die Flöte neben mich und laufe in kleinen Trippelschritten zur Tür. Draußen steht das Dienstmädchen der älteren Herrschaften, die uns vorhin die Instrumente ausgehändigt hat.
"Der Herr wünscht, dass die junge Herrin mit ihm zu Abend isst," richtet sie aus.
Ich nicke mehrmals und schließe die Tür. Danach gebe ich den Wunsch des Herrn an die junge Herrin weiter. Sie neigt für einen Moment den Kopf seitlich, sagt dann aber:
"Gut, dann gehen wir."
Anschließend verlassen wir die Kabine und ich klopfe wenig später an die Tür der Eignerwohnung. Das Dienstmädchen der Herrschaft öffnet und führt uns an den Tisch, wo wir die Herrschaft und den Kapitän mit Verneigung begrüßen und die junge Herrin sich in den Seiza begibt.
Die Speisen sind schon da. Sie stehen auf einem Servierwagen, neben dem Esstisch. Ich helfe dem Dienstmädchen beim Servieren und stelle mich hinter die junge Herrin. Während des Essens entwickelt sich eine leichte Konversation zwischen den Herrschaften. Zum Ende hin spricht der Herr die Musikinstrumente an, die ich heute Nachmittag ausgeliehen habe. Er möchte etwas Leichtes von uns hören. Ich verbeuge mich tief und frage, ob es mir gestattet ist, dafür zur Kabine des Fräuleins zu gehen. Der Herr nickt und ich verlasse die Gesellschaft, um wenig später mit der Schatulle und dem Instrumentenkoffer zurückzukehren.
Wir setzen uns etwas ab vom Tisch und zeigen, was wir heute Nachmittag geübt haben. Dafür erhalten wir Höflichkeitsapplaus. In der Zwischenzeit hat das Dienstmädchen den Esstisch abgeräumt und die Sachen zur Küche zurückgebracht. Nachdem der Kapitän sich erhebt und uns unter Entschuldigung verlässt, lege ich die Instrumente sorgfältig in deren Behälter zurück und übergebe sie dem Dienstmädchen. Danach gehen auch wir zur Kabine der jungen Herrin zurück. Sie schickt mich weiter, damit ich ebenfalls mein Essen und meine Pause bekomme. Ich suche daher nun den Speiseraum des Dienstpersonals auf.
*
Am nächsten Morgen sind wir zum Frühstück wieder bei dem Herrn in der Eignerwohnung. Er eröffnet uns, dass wir heute kurz nach Mittag bei einer Insel anlegen wollen. Dort würden wir der ehrenwerten Schwester der jungen Herrin und ihrem Mann einen Besuch abstatten und mindestens einen Tag bleiben.
An der Tür zur Kabine klopfe ich und sage laut:
"Ihr Essen, Herrin!"
Kurz darauf öffnet sie mir und ich serviere ihr den Mittagsimbiss. Sie kniet sich in den Seiza und lässt es sich schmecken, während ich abwartend danebenstehe. Als sie fertig ist, räume ich ab und bringe das Tablett wieder in die Küche zurück. Im Hinausgehen ruft mir die Herrin hinterher:
"Nimm ruhig jetzt deine Pause, Momoi-chan. Ich lege mich in der Zeit etwas hin."
Als ich nach meiner Pause, die ich im Speiseraum des Dienstpersonals neben der Küche verbracht habe, zum Wakai Josei -Fräulein- zurückkomme, finde ich sie schlafend angezogen auf der Couch liegend. Ich nehme mir einen Roman aus dem Regal und setze mich leise damit im Seiza -Kniesitz- an den Couchtisch. Beinahe eine Stunde später regt sich die Herrin wieder.
Sie dreht den Kopf, sieht mich und setzt sich auf.
"Was für ein Buch liest du da?" fragt sie.
"Es ist ein Buch aus dem Regal dort," antworte ich ihr und zeige in die Richtung.
"Magst du mir vorlesen?"
"Gerne," sage ich und blättere auf die erste Seite zurück.
Die Herrin ist eine interessierte Zuhörerin. Das Buch, ein Liebesdrama, fesselt allerdings auch jeden, der es aufschlägt. Drei Stunden verbringen wir auf diese Weise. Anschließend hole ich ihr den Nachmittags-Imbiss und danach animiere ich die Herrin dazu, nach draußen zu gehen und einmal rund um die Aufbauten der 'Yacht' an der Reling entlang zu spazieren. Dazu nehme ich einen Schirm mit, um sie gegen die Sonne zu schützen.
Die junge Herrin hat es überhaupt nicht eilig. Also setzen wir uns zwischendurch in die Liegestühle an Deck. Sie haben einen Sonnenschutz, so dass ich den Schirm zusammenklappen kann. Ich nehme ihn auf meinen Schoß und schaue selbst fasziniert auf die Horizontlinie.
Wir haben einmal unseren Platz von den Liegestühlen im Heck zu denen im Bug gewechselt, als die Sonne sich allmählich der Horizontlinie nähert und einen größeren Bereich des Himmels in allen Farben des Rotspektrums taucht. Spontan beginne ich ein Volkslied zu summen.
Sakura Sakura - Kirschblüte, Kirschblüte
noyama mo sato mo - In den Feldern und Hügeln,
mi-watasu kagiri - soweit das Auge reicht,
kasumi ka kumo ka - wie Nebel, wie Wolken,
asahi ni niou - leuchtet in der aufgehenden Sonne
sakura sakura - Kirschblüte, Kirschblüte
hana zakari - die Blütezeit.
Die Herrin wendet sich mir zu und fragt, als ich geendet habe:
"Kannst du ein Instrument spielen, Momoi-chan?"
"Ich?" frage ich überrascht und bin aus meiner Betrachtung gerissen. "Ich habe früher einmal leidlich eine Flöte gespielt."
"Mein ehrenwerter Otou-San -Vater- hat mir früher einmal das Samisen -Laute- näherbringen lassen. Ich habe es lange nicht mehr gespielt. Geh' zu dem hohen Herrn und frage, ob sich an Bord eine Samisen und eine Furuto -Flöte- befinden."
Die Herrin erhebt sich und geht mit mir zum Foyer. Dort zeigt sie mir die Lage der Eignerwohnung und betritt ihre Kabine. Ich klopfe an die Tür der Herrschaften und ihr Dienstmädchen öffnet mir. Nun trage ich den Wunsch der jungen Herrin vor und sie heißt mich warten. Das Dienstmädchen geht tiefer in die Wohnung hinein und kommt nach mehreren Minuten mit einer Schatulle und einem Instrumentenkoffer zurück, die sie mir überreicht.
*
Kurz vor dem Abendessen klopft es an die Kabinentür. Wir stoppen unsere Übungen an den Instrumenten. Ich lege die Flöte neben mich und laufe in kleinen Trippelschritten zur Tür. Draußen steht das Dienstmädchen der älteren Herrschaften, die uns vorhin die Instrumente ausgehändigt hat.
"Der Herr wünscht, dass die junge Herrin mit ihm zu Abend isst," richtet sie aus.
Ich nicke mehrmals und schließe die Tür. Danach gebe ich den Wunsch des Herrn an die junge Herrin weiter. Sie neigt für einen Moment den Kopf seitlich, sagt dann aber:
"Gut, dann gehen wir."
Anschließend verlassen wir die Kabine und ich klopfe wenig später an die Tür der Eignerwohnung. Das Dienstmädchen der Herrschaft öffnet und führt uns an den Tisch, wo wir die Herrschaft und den Kapitän mit Verneigung begrüßen und die junge Herrin sich in den Seiza begibt.
Die Speisen sind schon da. Sie stehen auf einem Servierwagen, neben dem Esstisch. Ich helfe dem Dienstmädchen beim Servieren und stelle mich hinter die junge Herrin. Während des Essens entwickelt sich eine leichte Konversation zwischen den Herrschaften. Zum Ende hin spricht der Herr die Musikinstrumente an, die ich heute Nachmittag ausgeliehen habe. Er möchte etwas Leichtes von uns hören. Ich verbeuge mich tief und frage, ob es mir gestattet ist, dafür zur Kabine des Fräuleins zu gehen. Der Herr nickt und ich verlasse die Gesellschaft, um wenig später mit der Schatulle und dem Instrumentenkoffer zurückzukehren.
Wir setzen uns etwas ab vom Tisch und zeigen, was wir heute Nachmittag geübt haben. Dafür erhalten wir Höflichkeitsapplaus. In der Zwischenzeit hat das Dienstmädchen den Esstisch abgeräumt und die Sachen zur Küche zurückgebracht. Nachdem der Kapitän sich erhebt und uns unter Entschuldigung verlässt, lege ich die Instrumente sorgfältig in deren Behälter zurück und übergebe sie dem Dienstmädchen. Danach gehen auch wir zur Kabine der jungen Herrin zurück. Sie schickt mich weiter, damit ich ebenfalls mein Essen und meine Pause bekomme. Ich suche daher nun den Speiseraum des Dienstpersonals auf.
*
Am nächsten Morgen sind wir zum Frühstück wieder bei dem Herrn in der Eignerwohnung. Er eröffnet uns, dass wir heute kurz nach Mittag bei einer Insel anlegen wollen. Dort würden wir der ehrenwerten Schwester der jungen Herrin und ihrem Mann einen Besuch abstatten und mindestens einen Tag bleiben.
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