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Dienstag, 3. August 2021
Yamato Nadeshiko -109-
hermann-jpmt, 11:47h
"Wir dürfen kein Glück erwarten, Machiko. Das ist nicht etwas, was wir verdienen! Wenn das Leben es gut meint, ist es ein Geschenk, das schnell zwischen den Fingern zerrinnt.
Machiko, würdest du für mich ins Ausland gehen und studieren? Damit ich einen ebenbürtigen Gesprächspartner für geschäftliche Entscheidungen habe. Würdest du das tun für mich?"
"Hai, Shachou-Sama -Ja, Herr Präsident-! Das würde ich," antwortet sie im Brustton der Überzeugung.
"Aber du wirfst damit deine Karriere als beste Geisha Japans weg!"
"Was bedeutet das schon, Shachou-Sama? Alles, was ich seit unserer Begegnung damals tat, tat ich doch nur, um Ihnen näher zu kommen. Ich fühle mich geborgen in Ihrer Nähe."
"Aber so ein Studium dauert einige Jahre!"
"Die Jahre vergehen, wie auch die vergangenen Jahre vorbeigegangen sind!"
*
Der Shachou-Sama übergibt mir einen Eurobetrag für die Anfangszeit und eine Flugkarte. Nach 14 Stunden Flug bin ich in Europa angekommen. Ich habe im Flugzeug etwas schlafen können. Nun suche ich mir den Fahrer eines Cab vor dem Flughafengebäude und zeige ihm die Adresse eines Appartementhauses.
Nach einer halben Stunde stehe ich vor dem Wohnblock und tippe die Nummer des Hausverwalters in mein Handy. Nach einer weiteren halben Stunde habe ich den Schlüssel meines Studenten-Appartements in der Hand und der Mann hat mir gezeigt, zu welchem Appartement der Schlüssel passt. Ich bedanke mich lächelnd mit einer leichten Verbeugung. Dass man sich hier die Hand zur Begrüßung und Abschied schüttelt, weiß ich zwar nun, ist mir aber noch zu ungewohnt.
Ich betrete mein Appartement, meinen Rollenkoffer hinter mir her ziehend und schaue mich neugierig um. Sämtliche Räume sind weiß gestrichen und leer. Den Boden bedeckt ein grauer Belag, den man Linoleum nennt. Eine Tür geht nach links vom Gang ab. Dahinter sehe ich ein spartanisches Bad. Dann komme ich in ein mittelgroßes Zimmer, in dem hinter einer Trennwand zum Gang hin eine einfache Küchenzeile steht.
Ich nehme meinen Laptop aus dem Koffer, klappe ihn auf dem Boden vor mir auf und schalte ihn ein. Nun suche ich nach Einrichtungshäusern in dieser Stadt und bin erfreut, dass sich darunter auch ein japanisches Haus befindet. Die Adresse schreibe ich mir ab und telefoniere mit einem Taxi-Unternehmen. Mit dem eintreffenden Cab fahre ich nun zu der Adresse und betrete das Haus.
Irritiert, dass ich nicht gleich am Eingang willkommen geheißen werde wie in Japan üblich, schaue ich mich um. Ich erkenne die Kunden-Information und bewege mich darauf zu. Dort sieht man mich mit den anerzogenen schnellen Trippelschritten in einer fließenden Bewegung näherkommen, obwohl ich jetzt keinen Kimono trage. Der Mitarbeiter verbeugt sich tief und sagt, bevor ich selbst ein Wort über die Lippen gebracht habe:
"Irasshaimaseeeeee -Willkommen-!"
Ich neige den Kopf leicht und erkläre, dass ich seit heute ein Appartement gemietet habe, das noch vollkommen leer steht. Der Mann verneigt sich wieder tief und ruft einen Namen in das Durchsagesystem des Geschäftes. Kurz darauf steht ein weiterer Mann an der Kundeninformation. Der Mann hinter dem Tresen stellt mir den Neuankömmling als Einrichtungsberater vor.
Nach einer freundlichen Aufforderung folge ich dem Mann zu seinem Schreibtisch und beschreibe ihm die Räume meines Appartements. Er dreht daraufhin den Bildschirm zu mir und fragt, ob die Wohnung in etwa so aufgeteilt ist, wie es jetzt auf dem Monitor zu sehen ist.
Ich bestätige es ihm lächelnd: "Hai! Hai! -Ja! Ja!-"
Anschließend soll ich ihm meine Vorstellungen von einer Einrichtung entwickeln. Während ich rede, tippt er auf der Tastatur herum und nickt immer wieder. Den Bildschirm hat er wieder zu sich gedreht. Nachdem ich geendet habe, zeigt er mir wieder den Monitor, auf dem mein Appartement in einer 3D-Darstellung mit heimatlichem Interieur zu sehen ist.
Glücklich lächelnd frage ich, ob er die Wohnung genauso herrichten lassen kann. Lächelnd verbeugt sich der Mann nun und meint:
"Dazu muss ich allerdings erst einmal die genauen Raummaße kennen. Möglicherweise ergeben sich dann leichte Änderungen."
"Ich denke, ich muss wohl die nächsten Nächte in ein Hotel ziehen. Hätten Sie Zeit, mich zu meinem Appartement zu fahren, dort die Maße zu nehmen, die Sie benötigen und mich anschließend in einem Hotel abzusetzen?"
"Hmm," macht der Mann und lächelt mich an. "Dann möchte ich Sie bitten, einen Vertrag mit unserem Haus zu machen. Vorher können wir leider nicht aktiv werden. Sumimasen -Entschuldigung-!"
"Gern," sage ich.
Während er nun die Papiere zusammensucht und auf unsere mündliche Abmachung ergänzt, rufe ich Skype auf und frage die Sekretärin, die sich nun im Bild zeigt, ob der Shachou-Sama Zeit für mich hat. Als der Auftrag schriftlich feststeht, so dass ich nur noch unterschreiben müsste, piept mein Handy und ich begrüße den Shachou-Sama. Ich erkläre ihm kurz die Situation. Danach lässt er sich den Einrichtungsberater geben.
Ich nicke und gebe mein Handy an den Mann hinter dem Schreibtisch weiter. Die beiden Männer reden eine Weile, während der sich der Einrichtungsberater immer tiefer verbeugt. Nachdem die Verbindung getrennt ist, unterschreibe ich den Auftrag, der nun einen Umfang von 20.000 Euro bekommen hat. Für meine Ohren hört sich das nicht viel an. Ich werde den Betrag in Kürze aus reiner Neugier einmal in Yen umrechnen.
Der Mann erhebt sich und weist mir den Weg zurück zur Kundeninformation. Dort soll ich warten, während er seinen Wagen holt, sagt er. Es dauert etwas bis er zurückkommt. Sicher hat er seine Abwesenheit seinem Vorgesetzten melden müssen. Unter vielen Verbeugungen führt er mich zu seinem Fahrzeug und ich nenne ihm meine Adresse. Er tippt sie in seinen Navi, der uns zu dem Appartementhaus führt.
In meiner Wohnung misst er die Räume mit einem Infrarot-Taschengerät aus und schreibt sich alle Zahlen auf. Er fragt, ob ich die Küchenzeile übernehmen will, oder ob er auch sie in das Programm aufnehmen soll. Ich gebe ihm mein Okay dafür. Auch will ich Bilder japanischer Künstler an der Wand, die hinterleuchtet werden sollen. All dies notiert er sich. Dass sich dadurch der Auftrag auf 30.000 Euro erhöht, nehme ich hin.
In der Zwischenzeit habe ich über den Laptop ein Hotel ausfindig gemacht, das in meinem finanziellen Rahmen liegt. Auf dem Weg zu dem Hotel frage ich den Mann, wie lange es dauert, bis die Wohnung nun bezugsfertig ist. Er gibt mir einen Rahmen von etwa zehn Tagen. Für so viele Nächte buche ich ein Zimmer in dem ausgesuchten Hotel.
In den folgenden Tagen melde ich mich bei der Verwaltung der Universität, die ich in den nächsten Jahren besuchen will und nehme eine Menge Informationsmaterial ins Hotel mit, um es in Ruhe durchzuarbeiten. Dabei mache ich mir eine ToDo-Liste, die ich in den freien Tagen abarbeiten will. Es gilt nun, mich in verschiedenen Kursen anzumelden.
*
Machiko, würdest du für mich ins Ausland gehen und studieren? Damit ich einen ebenbürtigen Gesprächspartner für geschäftliche Entscheidungen habe. Würdest du das tun für mich?"
"Hai, Shachou-Sama -Ja, Herr Präsident-! Das würde ich," antwortet sie im Brustton der Überzeugung.
"Aber du wirfst damit deine Karriere als beste Geisha Japans weg!"
"Was bedeutet das schon, Shachou-Sama? Alles, was ich seit unserer Begegnung damals tat, tat ich doch nur, um Ihnen näher zu kommen. Ich fühle mich geborgen in Ihrer Nähe."
"Aber so ein Studium dauert einige Jahre!"
"Die Jahre vergehen, wie auch die vergangenen Jahre vorbeigegangen sind!"
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Der Shachou-Sama übergibt mir einen Eurobetrag für die Anfangszeit und eine Flugkarte. Nach 14 Stunden Flug bin ich in Europa angekommen. Ich habe im Flugzeug etwas schlafen können. Nun suche ich mir den Fahrer eines Cab vor dem Flughafengebäude und zeige ihm die Adresse eines Appartementhauses.
Nach einer halben Stunde stehe ich vor dem Wohnblock und tippe die Nummer des Hausverwalters in mein Handy. Nach einer weiteren halben Stunde habe ich den Schlüssel meines Studenten-Appartements in der Hand und der Mann hat mir gezeigt, zu welchem Appartement der Schlüssel passt. Ich bedanke mich lächelnd mit einer leichten Verbeugung. Dass man sich hier die Hand zur Begrüßung und Abschied schüttelt, weiß ich zwar nun, ist mir aber noch zu ungewohnt.
Ich betrete mein Appartement, meinen Rollenkoffer hinter mir her ziehend und schaue mich neugierig um. Sämtliche Räume sind weiß gestrichen und leer. Den Boden bedeckt ein grauer Belag, den man Linoleum nennt. Eine Tür geht nach links vom Gang ab. Dahinter sehe ich ein spartanisches Bad. Dann komme ich in ein mittelgroßes Zimmer, in dem hinter einer Trennwand zum Gang hin eine einfache Küchenzeile steht.
Ich nehme meinen Laptop aus dem Koffer, klappe ihn auf dem Boden vor mir auf und schalte ihn ein. Nun suche ich nach Einrichtungshäusern in dieser Stadt und bin erfreut, dass sich darunter auch ein japanisches Haus befindet. Die Adresse schreibe ich mir ab und telefoniere mit einem Taxi-Unternehmen. Mit dem eintreffenden Cab fahre ich nun zu der Adresse und betrete das Haus.
Irritiert, dass ich nicht gleich am Eingang willkommen geheißen werde wie in Japan üblich, schaue ich mich um. Ich erkenne die Kunden-Information und bewege mich darauf zu. Dort sieht man mich mit den anerzogenen schnellen Trippelschritten in einer fließenden Bewegung näherkommen, obwohl ich jetzt keinen Kimono trage. Der Mitarbeiter verbeugt sich tief und sagt, bevor ich selbst ein Wort über die Lippen gebracht habe:
"Irasshaimaseeeeee -Willkommen-!"
Ich neige den Kopf leicht und erkläre, dass ich seit heute ein Appartement gemietet habe, das noch vollkommen leer steht. Der Mann verneigt sich wieder tief und ruft einen Namen in das Durchsagesystem des Geschäftes. Kurz darauf steht ein weiterer Mann an der Kundeninformation. Der Mann hinter dem Tresen stellt mir den Neuankömmling als Einrichtungsberater vor.
Nach einer freundlichen Aufforderung folge ich dem Mann zu seinem Schreibtisch und beschreibe ihm die Räume meines Appartements. Er dreht daraufhin den Bildschirm zu mir und fragt, ob die Wohnung in etwa so aufgeteilt ist, wie es jetzt auf dem Monitor zu sehen ist.
Ich bestätige es ihm lächelnd: "Hai! Hai! -Ja! Ja!-"
Anschließend soll ich ihm meine Vorstellungen von einer Einrichtung entwickeln. Während ich rede, tippt er auf der Tastatur herum und nickt immer wieder. Den Bildschirm hat er wieder zu sich gedreht. Nachdem ich geendet habe, zeigt er mir wieder den Monitor, auf dem mein Appartement in einer 3D-Darstellung mit heimatlichem Interieur zu sehen ist.
Glücklich lächelnd frage ich, ob er die Wohnung genauso herrichten lassen kann. Lächelnd verbeugt sich der Mann nun und meint:
"Dazu muss ich allerdings erst einmal die genauen Raummaße kennen. Möglicherweise ergeben sich dann leichte Änderungen."
"Ich denke, ich muss wohl die nächsten Nächte in ein Hotel ziehen. Hätten Sie Zeit, mich zu meinem Appartement zu fahren, dort die Maße zu nehmen, die Sie benötigen und mich anschließend in einem Hotel abzusetzen?"
"Hmm," macht der Mann und lächelt mich an. "Dann möchte ich Sie bitten, einen Vertrag mit unserem Haus zu machen. Vorher können wir leider nicht aktiv werden. Sumimasen -Entschuldigung-!"
"Gern," sage ich.
Während er nun die Papiere zusammensucht und auf unsere mündliche Abmachung ergänzt, rufe ich Skype auf und frage die Sekretärin, die sich nun im Bild zeigt, ob der Shachou-Sama Zeit für mich hat. Als der Auftrag schriftlich feststeht, so dass ich nur noch unterschreiben müsste, piept mein Handy und ich begrüße den Shachou-Sama. Ich erkläre ihm kurz die Situation. Danach lässt er sich den Einrichtungsberater geben.
Ich nicke und gebe mein Handy an den Mann hinter dem Schreibtisch weiter. Die beiden Männer reden eine Weile, während der sich der Einrichtungsberater immer tiefer verbeugt. Nachdem die Verbindung getrennt ist, unterschreibe ich den Auftrag, der nun einen Umfang von 20.000 Euro bekommen hat. Für meine Ohren hört sich das nicht viel an. Ich werde den Betrag in Kürze aus reiner Neugier einmal in Yen umrechnen.
Der Mann erhebt sich und weist mir den Weg zurück zur Kundeninformation. Dort soll ich warten, während er seinen Wagen holt, sagt er. Es dauert etwas bis er zurückkommt. Sicher hat er seine Abwesenheit seinem Vorgesetzten melden müssen. Unter vielen Verbeugungen führt er mich zu seinem Fahrzeug und ich nenne ihm meine Adresse. Er tippt sie in seinen Navi, der uns zu dem Appartementhaus führt.
In meiner Wohnung misst er die Räume mit einem Infrarot-Taschengerät aus und schreibt sich alle Zahlen auf. Er fragt, ob ich die Küchenzeile übernehmen will, oder ob er auch sie in das Programm aufnehmen soll. Ich gebe ihm mein Okay dafür. Auch will ich Bilder japanischer Künstler an der Wand, die hinterleuchtet werden sollen. All dies notiert er sich. Dass sich dadurch der Auftrag auf 30.000 Euro erhöht, nehme ich hin.
In der Zwischenzeit habe ich über den Laptop ein Hotel ausfindig gemacht, das in meinem finanziellen Rahmen liegt. Auf dem Weg zu dem Hotel frage ich den Mann, wie lange es dauert, bis die Wohnung nun bezugsfertig ist. Er gibt mir einen Rahmen von etwa zehn Tagen. Für so viele Nächte buche ich ein Zimmer in dem ausgesuchten Hotel.
In den folgenden Tagen melde ich mich bei der Verwaltung der Universität, die ich in den nächsten Jahren besuchen will und nehme eine Menge Informationsmaterial ins Hotel mit, um es in Ruhe durchzuarbeiten. Dabei mache ich mir eine ToDo-Liste, die ich in den freien Tagen abarbeiten will. Es gilt nun, mich in verschiedenen Kursen anzumelden.
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