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Montag, 19. Juli 2021
Yamato Nadeshiko -103-
hermann-jpmt, 12:11h
Etwas berührt meine Füße. Ich fahre herum. Da sehe ich Ruri-chan, die sich halb aufrichtet. Ich nehme eine Pepa-Matte, spanne sie in einen Rahmen, den ich aus Bambus binde. Darauf kommen mehrere Lagen loses Pepa überkreuz gelegt. Darüber eine weitere Matte - die Rückwand der Hütte, hinter der wir uns verstecken. Alles wird miteinander fest verschnürt. Das gleiche wiederhole ich mehrfach bis das Floß fast ein Meter dick ist. Es hat etwa ein Meter Zwanzig Breite und vier Meter Länge. Ich schiebe es mit Hilfe der Frauen ins Wasser. Dann stoße ich das Floß von der Insel ab und krieche neben die Frauen unter einen Haufen losen Pepa-Schilfes. Sie starren mich erschreckt an. Unbemerkt treibt das Floß zwischen den Inseln hervor.
Zwischen Schilf verborgen, einige hundert Meter von den Inseln entfernt, von denen mehrere brennen, beobachten wir die Bewegungen der Fackeln und hören die Schreie der Frauen und Kinder.
Die brennenden Inseln werden losgemacht und fortgestoßen. Als die Morgendämmerung hereinbricht, ist die Arbeit der Fremden getan. Sie beladen die großen Sumpfboote über schmale Planken mit schweren Pepa-Papier-Rollen, dem Handelsgut unserer Leute, und der lebenden Beute der Nacht. Die kostbare Papierlast findet im Bug der Boote Platz, während die Menschen zwischen die Ruderbänke geworfen werden und so in mehreren Schichten übereinander zu liegen kommen. Ich zähle insgesamt sechs Sumpfboote.
Banis Blick wirkt stumpf.
Die Boote legen ab und bewegen sich auf das ausgedehnte Pepa-Dickicht zu. Auf der stillen Insel beginnt sich nun auch wieder das Tierleben zu regen. Zwei Sumpfvögel landen und beginnen zu stöbern. Andere folgen.
Ich schaue den abfahrenden Booten unter der Deckung hinterher und bemerke, dass sich die Bordwände nur wenige Zentimeter über dem Wasser befinden, so schwer sind sie beladen.
Als die Boote im Pepa-Dickicht verschwunden sind, erhebe ich mich langsam und nehme eine Bambusstange zur Hand. Ich schaue Ruri-chan und Bani an. Ruri-chan nimmt eine weitere Stange. Bani sitzt apathisch da und schluchzt leise. Wir staken zur Haupt-Insel zurück.
Während Ruri-chan das Floß an der Insel hält, steige ich vorsichtig aus und sehe mich um. Es ist still. Ich sehe den Festplatz, die Überreste der Hütten und Leichen.
Ich wende mich ab. Irgendwo auf der Insel muss noch etwas Essbares sein. Ich hoffe auch, etwas Wasser zu finden. Ich mache mich auf die Suche. Bald sehe ich Bani auf der Insel herumwandern. Ich sehe, wie sie einen der Toten am Arm packt und zum Rand zerrt.
"Was tust du?" frage ich.
"Wir gehören in den Sumpf," sagt sie mit unnatürlich veränderter Stimme. "Die Pepa-Bauern kommen aus dem Sumpf und müssen dorthin zurück."
Ich nicke und sie lässt den Körper ins Wasser gleiten. Ich helfe ihr. Wir müssen oft zum Rand der Insel gehen.
Schließlich finde ich unter den Resten einer Hüttenwand einen weiteren Körper, die Leiche eines Kindes. Ich knie daneben nieder und beginne mit zuckenden Schultern zu weinen.
Bani erscheint neben mir. Sie legt mir ihre Hand auf die Schulter.
"Das ist der letzte - Raja," sagt sie. Ich schaue sie an und nicke.
Dann nehme ich den toten Jungen in die Arme, trage ihn zum Rand und werfe ihn ins Wasser. Ich hebe den Kopf.
"Meine Waffen!" sage ich.
Sie blickt mich wortlos an.
"Es dauert doch sicher lange, bis die schwer beladenen Boote aus dem Labyrinth der Wasserläufe im Pepa-Dickicht herausgefunden haben?"
Sie wirft mir einen undefinierbaren Blick zu und atmet tief ein.
"Es sind aber über hundert Festländer an Bord," antwortet sie, plötzlich recht lebhaft werdend.
"Ich muss meine Waffen durchsehen!" sage ich und kehre zum Floß zurück.
Sie stößt einen Freudenschrei aus und läuft voraus.
Die Polizei hier ist korrupt und untätig. Ich muss selbst etwas unternehmen.
Ich zähle die Pfeile durch - insgesamt ungefähr einhundertzwanzig.
Kaum zwei Stunden nach unserer Rückkehr zur Insel stoßen wir uns von der Insel ab und staken los. Wir nehmen die Richtung, die auch die Boote genommen haben. Vor mir liegt das Blasrohr.
*
Die sechs Sumpfboote haben die Fahrt verlangsamt. Sie haben schließlich gestoppt, die Ruder halb eingezogen, wartend. Es ist sogar für ein kleines 'Pferdchen' manchmal schwierig, sich durch das dichte Schilf einen Weg zu bahnen. Von den vordersten Booten hat man zwei Nachen ausgesetzt und nach vorn geschickt. Zwei Mann stehen am Heck der flachen Fahrzeuge und staken sie voran. Zwei weitere Männer hocken im Bug und hantierten mit langen Sicheln. Sie schneiden den Weg für die nachfolgenden Sumpfboote frei ? eine Passage, die für die breit ausladenden Ruder ausreichen muss.
Das letzte Boot beginnt vom Winddruck etwas nach Lee abzutreiben. Es bewegt sich im Halbkreis herum. Ihr Rudermeister brüllt wütend auf und wendet sich an den Steuermann, der sich nicht rührt.
Der Rudermeister verliert die Beherrschung, kämpft sich nach hinten durch und packt wütend den Arm des Steuermanns und schüttelt ihn. Abrupt lässt er los und der Steuermann stürzt leblos zu Boden. Der Rudermeister schreit erschreckt auf und ruft weitere Männer herbei.
Der Pfeil meines Blasrohres hat den Mann im Rücken getroffen und Minuten später ist er bewusstlos zusammengesunken. Unsicher sehen sie sich um. Diese Art Pfeile kennen sie nicht. Der Sumpf zeigt sich still. Nur in der Ferne ist das Pfeifen eines Sumpfvogels zu hören.
Geschickt steuert Bani das Floß durch das Schilf, bringt uns ungesehen in die Nähe der schweren, langsamen Boote, die durch ihren Tiefgang durch die Sumpfvegetation besonders behindert werden. Es gibt Augenblicke, da sind wir nur wenige Meter von den Booten entfernt, ständig in Bewegung, doch vorzüglich gedeckt durch das dichte Schilf. Wir passieren das fünfte Boot, dann das vierte und dritte. Ich höre die Rufe der Verwirrung, die von Boot zu Boot weitergegeben werden.
Bald haben wir den Bug des ersten, des Führungsbootes, erreicht. Die Männer drängen sich mittschiffs und am Heck und blicken nach hinten, um zu sehen, was los ist. Auch einige Ruderer stehen auf und schauen zurück. Auf dem schmalen Bug steht der Befehlshaber der Männer und starrt ebenfalls nach hinten. Ganz vorne im Bug steht ein Ausguck, den ich mir nun zum Ziel nehme.
Ich knie mich breitbeinig hin, nehme einen Pfeil und tauche die Spitze in die Flasche mit der Betäubungsflüssigkeit. Das andere Ende umwickele ich mit Baumwollfasern. Dann stecke ich den Pfeil in das Rohr. Ich atme ein paarmal tief ein und aus, halte die Luft an, ziele und atme stoßartig in das Rohr aus. Der Mann öffnet den Mund und schaut mit geweiteten Augen auf seinen Brustkorb. Er zieht sich den Pfeil aus dem Körper und beginnt zu taumeln. Dabei verliert er den Halt und stürzt seitlich ins Wasser. Es spritzt auf.
Die vier Männer im Nachen, die den Weg freischneiden, stoßen ebenfalls erschreckte Rufe aus. Der Befehlshaber dreht sich um und ist mit einem schnellen Schritt an der Bordwand. Er schaut verständnislos ins Wasser. Lautlos setzt Ruri-chan unser Floß wieder in Bewegung und Bani steuert uns zurück zum letzten Boot.
"Schneidet!" ruft der Befehlshaber den Männern in den Nachen zu, die sofort hektisch die Arbeit wieder aufnehmen.
Den ganzen Tag hindurch umkreisen wir wie ein lauerndes Raubtier ohne Eile die Reihe der Boote. Ich gebe ganz nach Belieben weitere Pfeilschüsse ab. Zuerst nehme ich mir die Steuermänner vor und bald findet sich niemand mehr, der das Steuer in die Hand nehmen will.
Nach einiger Zeit springen Männer in andere Nachen, um mit nun sechs Nachen schneller den Weg für die Sumpfboote frei zu machen. Doch nun behindern sich die Boote gegenseitig. Auch sind diese Männer eine leichte Beute für meine Pfeile.
War die Bahn einigermaßen frei und wagt es ein Rudermeister, seinen Sitz einzunehmen, um die Ruderer anzutreiben, dann findet prompt einer meiner Pfeile sein Ziel. Nun wagt sich auch niemand mehr auf den Platz des Rudermeisters. Bei Einbruch der Dunkelheit entzünden die verängstigten Männer zu ihrem Unglück Fackeln auf den Booten. Denn im Schein der Flammen finden die Pfeile des Blasrohres mühelos ihr Ziel.
Daraufhin werden die Flammen wieder gelöscht und angstvoll warten die Männer in der Dunkelheit auf den Morgen. Inzwischen regen sich die Bewusstlosen wieder, die nicht ins Wasser gestürzt sind, aber sie haben kein Interesse daran, noch einmal getroffen zu werden und verstecken sich hinter der niedrigen Bordwand der Boote.
Wir haben von verschiedenen Seiten und zu verschiedenen Zeiten zugeschlagen und Bani hat oft das Pfeifen der Sumpfvögel erklingen lassen. Chandan Naresh weiß genau, dass sich die Pepa-Bauern durch diese Laute im Schilf verständigen. Falls er unter den Gefangenen ist, wird er unsere Leute beruhigen.
Keiner der Leute auf den Booten hat ein Gewehr oder eine Pistole. Aber wohin hätten sie auch schießen sollen. Bani kennt sich hier aus und so sind wir unsichtbar für die Fremden im Schilf. Wir bleiben auch immer in Bewegung, verändern ständig unsere Position. In der Dunkelheit essen wir von den Vorräten, die wir von der Insel mitgebracht haben und trinken Wasser.
Zwischen Schilf verborgen, einige hundert Meter von den Inseln entfernt, von denen mehrere brennen, beobachten wir die Bewegungen der Fackeln und hören die Schreie der Frauen und Kinder.
Die brennenden Inseln werden losgemacht und fortgestoßen. Als die Morgendämmerung hereinbricht, ist die Arbeit der Fremden getan. Sie beladen die großen Sumpfboote über schmale Planken mit schweren Pepa-Papier-Rollen, dem Handelsgut unserer Leute, und der lebenden Beute der Nacht. Die kostbare Papierlast findet im Bug der Boote Platz, während die Menschen zwischen die Ruderbänke geworfen werden und so in mehreren Schichten übereinander zu liegen kommen. Ich zähle insgesamt sechs Sumpfboote.
Banis Blick wirkt stumpf.
Die Boote legen ab und bewegen sich auf das ausgedehnte Pepa-Dickicht zu. Auf der stillen Insel beginnt sich nun auch wieder das Tierleben zu regen. Zwei Sumpfvögel landen und beginnen zu stöbern. Andere folgen.
Ich schaue den abfahrenden Booten unter der Deckung hinterher und bemerke, dass sich die Bordwände nur wenige Zentimeter über dem Wasser befinden, so schwer sind sie beladen.
Als die Boote im Pepa-Dickicht verschwunden sind, erhebe ich mich langsam und nehme eine Bambusstange zur Hand. Ich schaue Ruri-chan und Bani an. Ruri-chan nimmt eine weitere Stange. Bani sitzt apathisch da und schluchzt leise. Wir staken zur Haupt-Insel zurück.
Während Ruri-chan das Floß an der Insel hält, steige ich vorsichtig aus und sehe mich um. Es ist still. Ich sehe den Festplatz, die Überreste der Hütten und Leichen.
Ich wende mich ab. Irgendwo auf der Insel muss noch etwas Essbares sein. Ich hoffe auch, etwas Wasser zu finden. Ich mache mich auf die Suche. Bald sehe ich Bani auf der Insel herumwandern. Ich sehe, wie sie einen der Toten am Arm packt und zum Rand zerrt.
"Was tust du?" frage ich.
"Wir gehören in den Sumpf," sagt sie mit unnatürlich veränderter Stimme. "Die Pepa-Bauern kommen aus dem Sumpf und müssen dorthin zurück."
Ich nicke und sie lässt den Körper ins Wasser gleiten. Ich helfe ihr. Wir müssen oft zum Rand der Insel gehen.
Schließlich finde ich unter den Resten einer Hüttenwand einen weiteren Körper, die Leiche eines Kindes. Ich knie daneben nieder und beginne mit zuckenden Schultern zu weinen.
Bani erscheint neben mir. Sie legt mir ihre Hand auf die Schulter.
"Das ist der letzte - Raja," sagt sie. Ich schaue sie an und nicke.
Dann nehme ich den toten Jungen in die Arme, trage ihn zum Rand und werfe ihn ins Wasser. Ich hebe den Kopf.
"Meine Waffen!" sage ich.
Sie blickt mich wortlos an.
"Es dauert doch sicher lange, bis die schwer beladenen Boote aus dem Labyrinth der Wasserläufe im Pepa-Dickicht herausgefunden haben?"
Sie wirft mir einen undefinierbaren Blick zu und atmet tief ein.
"Es sind aber über hundert Festländer an Bord," antwortet sie, plötzlich recht lebhaft werdend.
"Ich muss meine Waffen durchsehen!" sage ich und kehre zum Floß zurück.
Sie stößt einen Freudenschrei aus und läuft voraus.
Die Polizei hier ist korrupt und untätig. Ich muss selbst etwas unternehmen.
Ich zähle die Pfeile durch - insgesamt ungefähr einhundertzwanzig.
Kaum zwei Stunden nach unserer Rückkehr zur Insel stoßen wir uns von der Insel ab und staken los. Wir nehmen die Richtung, die auch die Boote genommen haben. Vor mir liegt das Blasrohr.
*
Die sechs Sumpfboote haben die Fahrt verlangsamt. Sie haben schließlich gestoppt, die Ruder halb eingezogen, wartend. Es ist sogar für ein kleines 'Pferdchen' manchmal schwierig, sich durch das dichte Schilf einen Weg zu bahnen. Von den vordersten Booten hat man zwei Nachen ausgesetzt und nach vorn geschickt. Zwei Mann stehen am Heck der flachen Fahrzeuge und staken sie voran. Zwei weitere Männer hocken im Bug und hantierten mit langen Sicheln. Sie schneiden den Weg für die nachfolgenden Sumpfboote frei ? eine Passage, die für die breit ausladenden Ruder ausreichen muss.
Das letzte Boot beginnt vom Winddruck etwas nach Lee abzutreiben. Es bewegt sich im Halbkreis herum. Ihr Rudermeister brüllt wütend auf und wendet sich an den Steuermann, der sich nicht rührt.
Der Rudermeister verliert die Beherrschung, kämpft sich nach hinten durch und packt wütend den Arm des Steuermanns und schüttelt ihn. Abrupt lässt er los und der Steuermann stürzt leblos zu Boden. Der Rudermeister schreit erschreckt auf und ruft weitere Männer herbei.
Der Pfeil meines Blasrohres hat den Mann im Rücken getroffen und Minuten später ist er bewusstlos zusammengesunken. Unsicher sehen sie sich um. Diese Art Pfeile kennen sie nicht. Der Sumpf zeigt sich still. Nur in der Ferne ist das Pfeifen eines Sumpfvogels zu hören.
Geschickt steuert Bani das Floß durch das Schilf, bringt uns ungesehen in die Nähe der schweren, langsamen Boote, die durch ihren Tiefgang durch die Sumpfvegetation besonders behindert werden. Es gibt Augenblicke, da sind wir nur wenige Meter von den Booten entfernt, ständig in Bewegung, doch vorzüglich gedeckt durch das dichte Schilf. Wir passieren das fünfte Boot, dann das vierte und dritte. Ich höre die Rufe der Verwirrung, die von Boot zu Boot weitergegeben werden.
Bald haben wir den Bug des ersten, des Führungsbootes, erreicht. Die Männer drängen sich mittschiffs und am Heck und blicken nach hinten, um zu sehen, was los ist. Auch einige Ruderer stehen auf und schauen zurück. Auf dem schmalen Bug steht der Befehlshaber der Männer und starrt ebenfalls nach hinten. Ganz vorne im Bug steht ein Ausguck, den ich mir nun zum Ziel nehme.
Ich knie mich breitbeinig hin, nehme einen Pfeil und tauche die Spitze in die Flasche mit der Betäubungsflüssigkeit. Das andere Ende umwickele ich mit Baumwollfasern. Dann stecke ich den Pfeil in das Rohr. Ich atme ein paarmal tief ein und aus, halte die Luft an, ziele und atme stoßartig in das Rohr aus. Der Mann öffnet den Mund und schaut mit geweiteten Augen auf seinen Brustkorb. Er zieht sich den Pfeil aus dem Körper und beginnt zu taumeln. Dabei verliert er den Halt und stürzt seitlich ins Wasser. Es spritzt auf.
Die vier Männer im Nachen, die den Weg freischneiden, stoßen ebenfalls erschreckte Rufe aus. Der Befehlshaber dreht sich um und ist mit einem schnellen Schritt an der Bordwand. Er schaut verständnislos ins Wasser. Lautlos setzt Ruri-chan unser Floß wieder in Bewegung und Bani steuert uns zurück zum letzten Boot.
"Schneidet!" ruft der Befehlshaber den Männern in den Nachen zu, die sofort hektisch die Arbeit wieder aufnehmen.
Den ganzen Tag hindurch umkreisen wir wie ein lauerndes Raubtier ohne Eile die Reihe der Boote. Ich gebe ganz nach Belieben weitere Pfeilschüsse ab. Zuerst nehme ich mir die Steuermänner vor und bald findet sich niemand mehr, der das Steuer in die Hand nehmen will.
Nach einiger Zeit springen Männer in andere Nachen, um mit nun sechs Nachen schneller den Weg für die Sumpfboote frei zu machen. Doch nun behindern sich die Boote gegenseitig. Auch sind diese Männer eine leichte Beute für meine Pfeile.
War die Bahn einigermaßen frei und wagt es ein Rudermeister, seinen Sitz einzunehmen, um die Ruderer anzutreiben, dann findet prompt einer meiner Pfeile sein Ziel. Nun wagt sich auch niemand mehr auf den Platz des Rudermeisters. Bei Einbruch der Dunkelheit entzünden die verängstigten Männer zu ihrem Unglück Fackeln auf den Booten. Denn im Schein der Flammen finden die Pfeile des Blasrohres mühelos ihr Ziel.
Daraufhin werden die Flammen wieder gelöscht und angstvoll warten die Männer in der Dunkelheit auf den Morgen. Inzwischen regen sich die Bewusstlosen wieder, die nicht ins Wasser gestürzt sind, aber sie haben kein Interesse daran, noch einmal getroffen zu werden und verstecken sich hinter der niedrigen Bordwand der Boote.
Wir haben von verschiedenen Seiten und zu verschiedenen Zeiten zugeschlagen und Bani hat oft das Pfeifen der Sumpfvögel erklingen lassen. Chandan Naresh weiß genau, dass sich die Pepa-Bauern durch diese Laute im Schilf verständigen. Falls er unter den Gefangenen ist, wird er unsere Leute beruhigen.
Keiner der Leute auf den Booten hat ein Gewehr oder eine Pistole. Aber wohin hätten sie auch schießen sollen. Bani kennt sich hier aus und so sind wir unsichtbar für die Fremden im Schilf. Wir bleiben auch immer in Bewegung, verändern ständig unsere Position. In der Dunkelheit essen wir von den Vorräten, die wir von der Insel mitgebracht haben und trinken Wasser.
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