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Donnerstag, 15. Juli 2021
Yamato Nadeshiko -101-
hermann-jpmt, 11:36h
Unterwegs unterrichtet mich Chandan Naresh über das Wichtigste. So sagt er, dass das aus dem Totora-Schilf gezüchtete Gras vom Züchter Ito-San 'Pepa'irasa' genannt wird. Die Leute in Prabal Jagan bezeichnen sich selbst als Pepabauern, denn das Schilf ist umfassend einsetzbar. Die Stängel sind Baumaterial. Aus den Blättern lassen sich Matten und Gebrauchsgegenstände flechten, oder eine Art Papier klopfen. Die Hütten bestehen aus Pepamatten. Die Fasern lassen sich zu Stricken und Seilen verarbeiten.
Das Mark in den Stengeln ist essbar und schmeckt süß. Nebenbei ernähren sich die Leute von Fischen und Muscheln. Die Inseln bestehen aus überkreuz gelegten Lagen von Pepa, gut zwei Meter dick, das mit der Zeit von unten her verrottet und oben immer wieder mit neuen Lagen Material belegt wird. Dazu werden die Hütten gelöst und später wieder festgemacht.
Auf so einer einzelnen Pepa-Insel lebt meist eine Familie mit den nächsten Verwandten in drei Generationen, durchschnittlich zwanzig Personen. Die Inseln wandern mit der Arbeit durch das Schilf. Zu Festen und Versammlungen kommen sie zusammen und bilden dann eine ausgedehnte Plattform. Chef auf einer einzelnen Insel ist der älteste und erfahrenste Mann.
Momentan gehören zu Prabal Jagan dreizehn Inseln mit zusammen etwa 240 Einwohnern. Eine weitere Insel ist im Bau. Sie haben in den umliegenden Fischerdörfern um Leute geworben, die Pepabauern werden wollen. Außerdem haben sie Arbeiter angeworben, denen die Uru-Indios aus Peru den Umgang mit dem Schilf beigebracht haben. Gleichzeitig sind dabei die ersten Inseln entstanden.
Die umliegenden Bangladeshis wissen, dass bei einem klimabedingten Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter etwa 25.000 qkm Land überschwemmt werden und damit 27 Millionen Menschen ihre Existenz verlieren. Indien und Myan Mar haben ihre Grenzen vor dieser menschlichen Flut geschlossen. Indien hat sogar einen festen Zaun gezogen. Nun bekommen einige wenige Menschen die Chance auf dem Wasser zu leben. Das schürt Aggressionen. Chandan Naresh empfiehlt mir, hierauf besonders zu achten.
Inzwischen haben wir eine Insel erreicht und legen dort an. Das große Schilfboot wird fest gemacht und wir steigen auf die Insel über. Sie ist durch eine Brücke mit einer größeren Insel verbunden. Chandan Naresh zeigt uns die Hütte auf der kleinen Insel und sagt, dass diese unser Quartier sein wird.
Während Ruri-chan unsere Koffer in die Regale längs an den Wänden leert und sich einrichtet, folge ich dem Sohn des Dorfältesten auf die größere Insel. Dort wohnen alle Mitglieder der Familie Naresh. Es gibt außerdem ein Versammlungshaus und einen größeren Innenhof.
Ich begleite Chandan Naresh zu einer Hütte mit besonders kunstvoll gearbeitetem Flechtwerk. Am Eingang ruft Chandan Naresh ein paar Worte. Ein lederner Vorhang wird zur Seite gehalten und ein älterer Mann kommt heraus. Die beiden unterhalten sich kurz, während die Blicke des Mannes immer wieder einmal mich streifen. Dann beugt sich der Mann herunter und nimmt etwas getrocknetes Schilf vom Boden auf.
Chandan Naresh wendet sich an mich:
"Dies ist Baru Naresh, der Ortsvorsteher. Er heißt Sie willkommen. Legen Sie einfach ihre rechte Hand auf das Schilf in seiner Hand!"
Ich tue es und Baru Naresh sagt ein paar Worte in Bengali. Ich werde diese Sprache wohl doch erlernen müssen!
"Er sagt: 'Komm in Frieden.'" übersetzt Chandan Naresh.
Ich nicke meinem Gegenüber freundlich lächelnd zu und Baru Naresh schlägt den ledernen Vorhang zur Seite. Er macht eine einladende Handbewegung und ich trete gebückt durch den Eingang, gefolgt von Chandan Naresh.
Das Innere ist dämmrig. Nur wenige Öffnungen lassen Licht herein. Öllämpchen hängen innen vom Dach herab und bringen etwas mehr flackernde Helligkeit. Ich ziehe die Stirn kraus. Feuer birgt immer eine große Gefahr in sich.
Baru Naresh setzt sich auf einem Hocker, dem man eine Rückenlehne verpasst und über das Arrangement ein Tigerfell gelegt hat. Wir setzen uns ihm gegenüber auf die andere Seite des flachen Tisches vor dem 'Thron'.
Als wir Platz genommen haben, hebt er den Kopf und sieht uns an. Wir schweigen uns eine Weile an. Schließlich grinst der alte Mann.
"Wie geht es dem Pepa?" fragt er Chandan Naresh.
"So gut, wie man es erwarten kann," antwortet dieser.
Chandan Naresh übersetzt leise.
"Die Sicheln sind scharf?"
"Man bemüht sich, sie scharf zu halten."
"Es ist wichtig, die Inseln ständig zu erneuern," bemerkt Baru Naresh.
"Ja, das sehe ich auch so," sagt sein Sohn.
Dann lehnt sich der alte Mann zurück und klatscht in die Hände.
"Bringt Tee!"
Es raschelt im Dämmerlicht und eine junge Bangladeshi taucht im Licht der Lampen auf. Sie muss wohl nur auf das Zeichen gewartet haben, denn sie hält drei Becher in den Fingern der linken Hand und einen Krug in der Rechten. Sie stellt alles auf dem Tisch ab und bedient uns nacheinander. Die Teezeremonie verläuft schweigend. Danach lehnt sich Baru Naresh in das Tigerfell und ist kurz darauf weg geschlummert.
Chandan Naresh bedeutet uns aufzustehen und die Hütte leise zu verlassen. Draußen sagt er:
"Ich freue mich, noch eine ganze Weile weiter von Ihrer Organisation Unterstützung zu erfahren. Bleiben Sie, lernen Sie unsere Sprache und nehmen Sie an unserem Leben Teil. Sie sind ein wichtiges Bindeglied nach Außen und ein Symbol, das die Pepabauern zusammenhält!"
Dann verabschiedet er sich und geht zu einer in der Nähe liegenden Hütte. Ich begebe mich über die Brücke zurück zu der mir zugewiesenen Hütte. Eine gute Stunde später steht eine junge Frau vor unserer Tür. Sie erklärt, dass sie eine Nichte von Chandan Naresh ist und Bani -Flamme- heißt. Sie kann Englisch sprechen und soll uns in der Anfangszeit helfend zur Seite stehen.
Sie lehrt Ruri-chan und mir die bengalische Sprache und einige Landessitten. Auch kennt sie eine Menge Rezepte mit dem Mark der Pepa-Pflanze. Den normalen Alltag der Leute hier in den Schilfpflanzungen nehmen wir kaum wahr. Umso mehr sehen wir die unterschiedlichsten Verarbeitungsmöglichkeiten der Produkte aus der Pflanze, bis hin zu einem Papyrusähnlichen Material.
*
Das Ende der Trockenzeit naht. Das ist für die Bevölkerung der Tropen regelmäßig ein Anlass für ein großes Fest. Wir sind inzwischen vier Monate bei den Pepabauern und beginnen allmählich, uns auf Bengali in einfachen Sätzen verständlich machen zu können.
Die Insel des Bauernführers ist das Ziel eines Dutzend anderer Inseln. Sie werden mit langen Stangen herangestakt und an der großen Insel befestigt. Anschließend beginnen die Leute mit den Vorbereitungen für das Fest. Frisch gefangener Fisch wird in Feuerschalen gebraten, Pepa-Mark gekocht. Fladenbrot wird aus den Hütten geholt und erhitzt. Bier aus vergorenem Pepa-Mark wird ausgeschenkt. Das Fest nimmt seinen Fortgang. Dunkle Wolken ballen sich am Himmel zusammen. Die Leute sind ausgelassen.
Gegen Mitternacht geht das spontane Fest seinem Ende entgegen. Die meisten Dorfbewohner haben sich bereits in ihre Hütten zurückgezogen. Etwas später als sonst beginnt am nächsten Morgen der normale Tagesablauf.
"Bani, wen kann ich fragen, dass er mir eine Zielscheibe für das Bogenschießen herstellt."
"Oh, Janaba -Herr-, jeder Bauer versteht sich auf das Flechten von Körben bis hin zu Hütten aus Pepa-Stroh."
"Hm, ich könnte also zu meinem Nachbarn gehen und ihm diese Frage stellen?"
"Aber natürlich, Janaba -Herr-!"
"Ich möchte dem Mann etwas dafür geben. Geld ist hier draußen weniger wichtig, als Nahrungsmittel aus meinem Besitz oder ein Gebrauchsgut, meine ich bemerkt zu haben..."
"Ja, Janaba -Herr-, das ist richtig."
"Werft ihr die Fischhäute weg, wenn ihr die Fische für das Essen filetiert?"
"Ja, Janaba, das ist doch nur Abfall."
"Du wirst die Fischhaut in Zukunft vorsichtig von Fischfleisch befreien und säubern, ohne dass sie zerreißt, Bani! Und verbreite im Dorf, dass ich Fischhäute sammele."
"Gern, Janaba. Das will ich tun."
Am Abend habe ich einen kleinen Vorrat an dünnem Rohleder, den Ruri-chan in den nächsten beiden Wochen zu Gebrauchsgütern, wie Taschen, verarbeitet. Herr Franck, unser Schreiner in Hagenholt, hat seine Hochzeitsreise zu den grönländischen Inuit gemacht und dort gelernt Fischhäute zu verarbeiten.
Gleichzeitig frage ich meinen Nachbarn mit meinem kleinen Wortschatz Bengalisch, den ich bei Bani erworben habe, ob er mir eine Zielscheibe flechtet.
Auch habe ich Bambus im Ort gesehen und erbitte mir eine mannshohe dünne Stange, deren Knoten ich mit einem dünnen Metallstab durchstoße und so die Zwischenwände der Kammern innen entferne. Nun habe ich ein langes Rohr. Ruri-chan, die aufmerksam zuschaut, bringt mir sehr dünne, federleichte Stäbe. Aus diesen mache ich eine große Menge zwanzig Zentimeter langer dünner Pfeile.
Das Mark in den Stengeln ist essbar und schmeckt süß. Nebenbei ernähren sich die Leute von Fischen und Muscheln. Die Inseln bestehen aus überkreuz gelegten Lagen von Pepa, gut zwei Meter dick, das mit der Zeit von unten her verrottet und oben immer wieder mit neuen Lagen Material belegt wird. Dazu werden die Hütten gelöst und später wieder festgemacht.
Auf so einer einzelnen Pepa-Insel lebt meist eine Familie mit den nächsten Verwandten in drei Generationen, durchschnittlich zwanzig Personen. Die Inseln wandern mit der Arbeit durch das Schilf. Zu Festen und Versammlungen kommen sie zusammen und bilden dann eine ausgedehnte Plattform. Chef auf einer einzelnen Insel ist der älteste und erfahrenste Mann.
Momentan gehören zu Prabal Jagan dreizehn Inseln mit zusammen etwa 240 Einwohnern. Eine weitere Insel ist im Bau. Sie haben in den umliegenden Fischerdörfern um Leute geworben, die Pepabauern werden wollen. Außerdem haben sie Arbeiter angeworben, denen die Uru-Indios aus Peru den Umgang mit dem Schilf beigebracht haben. Gleichzeitig sind dabei die ersten Inseln entstanden.
Die umliegenden Bangladeshis wissen, dass bei einem klimabedingten Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter etwa 25.000 qkm Land überschwemmt werden und damit 27 Millionen Menschen ihre Existenz verlieren. Indien und Myan Mar haben ihre Grenzen vor dieser menschlichen Flut geschlossen. Indien hat sogar einen festen Zaun gezogen. Nun bekommen einige wenige Menschen die Chance auf dem Wasser zu leben. Das schürt Aggressionen. Chandan Naresh empfiehlt mir, hierauf besonders zu achten.
Inzwischen haben wir eine Insel erreicht und legen dort an. Das große Schilfboot wird fest gemacht und wir steigen auf die Insel über. Sie ist durch eine Brücke mit einer größeren Insel verbunden. Chandan Naresh zeigt uns die Hütte auf der kleinen Insel und sagt, dass diese unser Quartier sein wird.
Während Ruri-chan unsere Koffer in die Regale längs an den Wänden leert und sich einrichtet, folge ich dem Sohn des Dorfältesten auf die größere Insel. Dort wohnen alle Mitglieder der Familie Naresh. Es gibt außerdem ein Versammlungshaus und einen größeren Innenhof.
Ich begleite Chandan Naresh zu einer Hütte mit besonders kunstvoll gearbeitetem Flechtwerk. Am Eingang ruft Chandan Naresh ein paar Worte. Ein lederner Vorhang wird zur Seite gehalten und ein älterer Mann kommt heraus. Die beiden unterhalten sich kurz, während die Blicke des Mannes immer wieder einmal mich streifen. Dann beugt sich der Mann herunter und nimmt etwas getrocknetes Schilf vom Boden auf.
Chandan Naresh wendet sich an mich:
"Dies ist Baru Naresh, der Ortsvorsteher. Er heißt Sie willkommen. Legen Sie einfach ihre rechte Hand auf das Schilf in seiner Hand!"
Ich tue es und Baru Naresh sagt ein paar Worte in Bengali. Ich werde diese Sprache wohl doch erlernen müssen!
"Er sagt: 'Komm in Frieden.'" übersetzt Chandan Naresh.
Ich nicke meinem Gegenüber freundlich lächelnd zu und Baru Naresh schlägt den ledernen Vorhang zur Seite. Er macht eine einladende Handbewegung und ich trete gebückt durch den Eingang, gefolgt von Chandan Naresh.
Das Innere ist dämmrig. Nur wenige Öffnungen lassen Licht herein. Öllämpchen hängen innen vom Dach herab und bringen etwas mehr flackernde Helligkeit. Ich ziehe die Stirn kraus. Feuer birgt immer eine große Gefahr in sich.
Baru Naresh setzt sich auf einem Hocker, dem man eine Rückenlehne verpasst und über das Arrangement ein Tigerfell gelegt hat. Wir setzen uns ihm gegenüber auf die andere Seite des flachen Tisches vor dem 'Thron'.
Als wir Platz genommen haben, hebt er den Kopf und sieht uns an. Wir schweigen uns eine Weile an. Schließlich grinst der alte Mann.
"Wie geht es dem Pepa?" fragt er Chandan Naresh.
"So gut, wie man es erwarten kann," antwortet dieser.
Chandan Naresh übersetzt leise.
"Die Sicheln sind scharf?"
"Man bemüht sich, sie scharf zu halten."
"Es ist wichtig, die Inseln ständig zu erneuern," bemerkt Baru Naresh.
"Ja, das sehe ich auch so," sagt sein Sohn.
Dann lehnt sich der alte Mann zurück und klatscht in die Hände.
"Bringt Tee!"
Es raschelt im Dämmerlicht und eine junge Bangladeshi taucht im Licht der Lampen auf. Sie muss wohl nur auf das Zeichen gewartet haben, denn sie hält drei Becher in den Fingern der linken Hand und einen Krug in der Rechten. Sie stellt alles auf dem Tisch ab und bedient uns nacheinander. Die Teezeremonie verläuft schweigend. Danach lehnt sich Baru Naresh in das Tigerfell und ist kurz darauf weg geschlummert.
Chandan Naresh bedeutet uns aufzustehen und die Hütte leise zu verlassen. Draußen sagt er:
"Ich freue mich, noch eine ganze Weile weiter von Ihrer Organisation Unterstützung zu erfahren. Bleiben Sie, lernen Sie unsere Sprache und nehmen Sie an unserem Leben Teil. Sie sind ein wichtiges Bindeglied nach Außen und ein Symbol, das die Pepabauern zusammenhält!"
Dann verabschiedet er sich und geht zu einer in der Nähe liegenden Hütte. Ich begebe mich über die Brücke zurück zu der mir zugewiesenen Hütte. Eine gute Stunde später steht eine junge Frau vor unserer Tür. Sie erklärt, dass sie eine Nichte von Chandan Naresh ist und Bani -Flamme- heißt. Sie kann Englisch sprechen und soll uns in der Anfangszeit helfend zur Seite stehen.
Sie lehrt Ruri-chan und mir die bengalische Sprache und einige Landessitten. Auch kennt sie eine Menge Rezepte mit dem Mark der Pepa-Pflanze. Den normalen Alltag der Leute hier in den Schilfpflanzungen nehmen wir kaum wahr. Umso mehr sehen wir die unterschiedlichsten Verarbeitungsmöglichkeiten der Produkte aus der Pflanze, bis hin zu einem Papyrusähnlichen Material.
*
Das Ende der Trockenzeit naht. Das ist für die Bevölkerung der Tropen regelmäßig ein Anlass für ein großes Fest. Wir sind inzwischen vier Monate bei den Pepabauern und beginnen allmählich, uns auf Bengali in einfachen Sätzen verständlich machen zu können.
Die Insel des Bauernführers ist das Ziel eines Dutzend anderer Inseln. Sie werden mit langen Stangen herangestakt und an der großen Insel befestigt. Anschließend beginnen die Leute mit den Vorbereitungen für das Fest. Frisch gefangener Fisch wird in Feuerschalen gebraten, Pepa-Mark gekocht. Fladenbrot wird aus den Hütten geholt und erhitzt. Bier aus vergorenem Pepa-Mark wird ausgeschenkt. Das Fest nimmt seinen Fortgang. Dunkle Wolken ballen sich am Himmel zusammen. Die Leute sind ausgelassen.
Gegen Mitternacht geht das spontane Fest seinem Ende entgegen. Die meisten Dorfbewohner haben sich bereits in ihre Hütten zurückgezogen. Etwas später als sonst beginnt am nächsten Morgen der normale Tagesablauf.
"Bani, wen kann ich fragen, dass er mir eine Zielscheibe für das Bogenschießen herstellt."
"Oh, Janaba -Herr-, jeder Bauer versteht sich auf das Flechten von Körben bis hin zu Hütten aus Pepa-Stroh."
"Hm, ich könnte also zu meinem Nachbarn gehen und ihm diese Frage stellen?"
"Aber natürlich, Janaba -Herr-!"
"Ich möchte dem Mann etwas dafür geben. Geld ist hier draußen weniger wichtig, als Nahrungsmittel aus meinem Besitz oder ein Gebrauchsgut, meine ich bemerkt zu haben..."
"Ja, Janaba -Herr-, das ist richtig."
"Werft ihr die Fischhäute weg, wenn ihr die Fische für das Essen filetiert?"
"Ja, Janaba, das ist doch nur Abfall."
"Du wirst die Fischhaut in Zukunft vorsichtig von Fischfleisch befreien und säubern, ohne dass sie zerreißt, Bani! Und verbreite im Dorf, dass ich Fischhäute sammele."
"Gern, Janaba. Das will ich tun."
Am Abend habe ich einen kleinen Vorrat an dünnem Rohleder, den Ruri-chan in den nächsten beiden Wochen zu Gebrauchsgütern, wie Taschen, verarbeitet. Herr Franck, unser Schreiner in Hagenholt, hat seine Hochzeitsreise zu den grönländischen Inuit gemacht und dort gelernt Fischhäute zu verarbeiten.
Gleichzeitig frage ich meinen Nachbarn mit meinem kleinen Wortschatz Bengalisch, den ich bei Bani erworben habe, ob er mir eine Zielscheibe flechtet.
Auch habe ich Bambus im Ort gesehen und erbitte mir eine mannshohe dünne Stange, deren Knoten ich mit einem dünnen Metallstab durchstoße und so die Zwischenwände der Kammern innen entferne. Nun habe ich ein langes Rohr. Ruri-chan, die aufmerksam zuschaut, bringt mir sehr dünne, federleichte Stäbe. Aus diesen mache ich eine große Menge zwanzig Zentimeter langer dünner Pfeile.
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