Freitag, 25. Juni 2021
Yamato Nadeshiko -91-
"Hallo, guten Appetit," wünscht er den versammelten Leuten und stellt mich vor: "Dies hier ist Herr Köllner. Er arbeitet in einem mittelständischen Betrieb als Gas- und Wasserinstallateur. Er hat vor, sich bei uns einzubringen, vor allem da er mit Morishita-San, dem Sohn des technischen Leiters der Bunrei no Shima bekannt ist."

"Ah, seien Sie gegrüßt, Herr Köllner," spricht mich einer der anwesenden Herren an. "Setzen Sie sich ruhig zu uns. Gabi wird Ihnen ein zusätzliches Gedeck reichen!"

Eine der Mägde erhebt sich aus dem Seiza -Kniesitz-. Sie nimmt Teller und Besteck aus dem Sideboard und reicht es mir mit einer Verbeugung. Ich bedanke mich lächelnd.

In der Runde sehe ich abwechselnd einen Herrn und eine Magd sitzen. Diese Gabi hat ihren Platz rechts neben dem Mann, der mich gegrüßt hat. Dieser Mann wird hier wohl der Hausherr sein, also der Tavernenwirt.

Nach dem Essen bleiben wir noch eine Weile für Smalltalk bei Tee und Gebäck sitzen. Einer nach dem Anderen verabschiedet sich alsbald aus der Runde. Ich bleibe, bis nur noch die Herren Loose und Vogt mit ihren Mägden Gabi und Feli mit mir und Bernadette am Tisch sitzen.

Herr Vogt ist der Elektromeister und Installateur im Ort. Er stellt mir einige Fragen zu meiner betrieblichen Vergangenheit und meint dann, er will es mit mir als Mitarbeiter versuchen.

Anschließend fragt Herr Loose, wie ich Morishita-San überhaupt kennengelernt habe. Ich erkläre ihm, dass ich seine Magd Chika-chan schon einige Jahre vor ihm kennengelernt habe, als sie in Düsseldorf zu unserer Gotic-Gruppe hinzugestoßen ist. Nun entspannt sich eine längere Erzählung mit der Folge, dass wir bei Herrn Vogt im Gästezimmer übernachten dürfen.

Erst am darauffolgenden Tag fahren wir nach Düsseldorf zurück und kündigen unsere bisherigen Arbeitsstellen. An den Wochenenden fahren wir ab jetzt nach Hagenholt, um unser Leben dort vorzubereiten. Wir bringen stückchenweise unsere Sachen in unser Haus dort, bis die Kündigungsfristen vorbei sind.

*

Ein Jahr darauf informiert mich mein Herr über den bevorstehenden Besuch von René und Bernadette. Sie haben eine Fernreise gebucht, mit Inselurlaub auf der Bunrei no Shima. Nachdem die Beiden angekommen sind und ausgiebig geschlafen haben, um die Zeitverschiebung auszugleichen, sind sie wieder bei uns zum Essen eingeladen. Dabei trägt Bernadette einen scharfen Mini und ein bauchfreies Tshirt.

Danach will mein Herr René die Freizeitmöglichkeiten zeigen, die unsere Insel zu bieten hat. Währenddessen sollen Bernadette und ich in der Wohnung bleiben.

"Du siehst toll aus," beginne ich, als wir alleine sind.

"Meine Eltern würden in Ohnmacht fallen, wenn sie mich so sähen," antwortet sie mir mit einem verschmitzten Lächeln.

"Ach," antworte ich, "haben die dich noch nicht so gesehen?"

"Nein, aber ich fürchte, René wird sich nicht überzeugen lassen. Das blüht mir wohl noch. Denn in Hagenholt sind alle Paare miteinander verheiratet... und dazu lädt man ja seine Eltern ein."

"Ich sehe, René macht seine Sache ganz gut."

"Ja. Manchmal ist er mir fast ein wenig unheimlich. Er guckt schon fast so wie dein Herr."

Ich muss grinsen und biete Bernadette eine vorbereitete Tasse Tee an.

"Was du natürlich ganz schrecklich findest."

"Klar."

Wir lächeln uns an.

Nach einem Moment wird Bernadette wieder ernst.

"Ich habe eine Menge gelesen in letzter Zeit," erzählt sie mir, "aber es gab eine Sache, die in keinem Buch steht. Ich dachte, du kannst mir das bestimmt sagen."

"Mal sehen. Was denn?"

"Wenn man so weit geht, so konsequent ist, wie du... kann man dann überhaupt noch zurück? Ich meine, könntest du dich entschließen, wieder anders zu leben oder ist das so eine Art - Sucht, oder eine Gehirnwäsche. Also - man verändert sich. Das ist klar. Das merke ich auch und zwar jeden Tag. Aber wie weit geht das? Bleibt da etwas übrig von dem, wie du vorher warst, oder gibt es jetzt nur noch die Magd. Kannst du überhaupt noch mit einer 'normalen' Frau etwas anfangen?"

"Gute Frage. Ich denke, das ist wie mit jeder einschneidenden Veränderung. Man behält seine Erinnerungen und seine Vergangenheit und denkt doch manchmal: 'Wie konnte ich so sein, warum habe ich so und so gedacht und gehandelt. Das könnte ich mir heute nicht mehr vorstellen'. Ich fürchte, es gibt nur eine wenig befriedigende Antwort: Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich einmal war. Ich finde sowieso, dass 'bleib so, wie Du bist' ein Ratschlag von Deppen ist, denn jeder verändert sich ständig und das ist gut.
Bernadette, du solltest dich nicht fürchten, neue Erfahrungen zu machen und dich zu verändern. Ob du - so wie ich - dich in erster Linie als Magd deines Herrn siehst, ist nicht die einzige Frage. Es wird nicht ausbleiben, dass Menschen, die dir jetzt wichtig sind, auf Deinem Weg - egal welcher das ist - nicht mitkommen und zurückbleiben. Das ist doch deine Sorge, nicht wahr? Es tut mir leid: Rechne mit dem Schlimmsten!
Sucht? Wenn es eine Sucht nach dem Leben, nach Liebe, nach Erfüllung gibt, dann bin ich süchtig. Unheilbar. Gehirnwäsche? Oh ja! Die habe ich allerdings hinter mir. Irgendwann erzähle ich dir einmal davon. Jedenfalls - ja, ich denke mit dem Gehirn einer Magd und ich kann nicht mehr anders. Mit meiner Erklärung damals - ein Jahr vor unserer Hochzeit: 'Ich will Ihnen gehören, mein Herr.' habe ich mich ihm willentlich ausgeliefert. Seither bin ich bedingungslos gehorsam und gefügig, total kontrolliert und wehrlos und fühle mich deshalb - oder dadurch - stark, sicher, geborgen, geliebt und glücklich bei ihm. Das kann man nicht bei jedem Mann haben. Gruselt es dich jetzt?"

"Ein wenig."

"Aber es verursacht auch noch andere Gefühle?"

"Ja."

"An einem Ort, den ich vor einiger Zeit mal rasiermesserscharf gesehen habe?"

"Ja. Du bist unmöglich! Übrigens wächst da jetzt bei mir auch nichts mehr. Das war echt komisch und langwierig, aber ich spare jeden Morgen mindestens zehn Minuten. René steht darauf. Das hat er neulich selbst gesagt."

"Unsereins trifft entweder auf einen ganz und gar verhaltensgestörten, total unsicheren, ungewaschenen und stinkenden Widerling, da heißt es, schnell weglaufen - oder du triffst irgendwann auf den Märchenprinzen. Vielleicht hilft unsereiner eine Freundin, die das Glück schon hatte," lächele ich Bernadette an. "Eines gilt bei letzterem immer: Sei gehorsam, lernwillig und unheimlich neugierig!"

Plötzlich höre ich die Stimme meines Herrn in meinem Ohr: "René möchte seiner Magd eine Anweisung geben. Du wirst sie übermitteln!"

"Ja, Herr," antworte ich, "darf ich Bernadette eben noch erklären, wie es funktioniert, bitte?"

"Ja."

Ich wende mich an meine Freundin.

"Ich führe keine Selbstgespräche. Mein Herr sprach mich gerade an, über den 'Knopf im Ohr'. Ich bin jetzt bereit, Herr."

Ich erhalte die Botschaft.

"Bernadette, dein Herr wünscht, dass du dich sofort ausziehst und nackt auf seine Rückkehr wartest," übermittele ich.

Fassungslos schüttelt Bernadette den Kopf und zieht sich aus. Dann fragt sie:

"Er kann dich nicht nur hören, sondern dir auch jederzeit Befehle geben?"

"Genau."

"Aber, wie geht das?"

"Hier vorne an meinem Halsreifen ist eine Kamera, die alles sieht, was ich auch sehe. Darunter das kleine Loch ist ein Mikrofon und dieser Ohrhörer ist mit der Microtechnik verbunden."

"Kannst du das irgendwie unterbrechen oder so?"

"Nein, das geht nicht. Ich bin ständig unter seiner Kontrolle. So ist es doch richtig, oder was meinst du?"

"Frag nicht! René weiß jetzt, wie das geht, nicht wahr?"

"Sieht ganz danach aus."

"Ich glaube, mir wird schlecht."

Die steifen Nippel ihrer kleinen Brüste und ein verräterischer Tropfen an ihrer nun auch für immer kahlen Scham zeigen, dass es ihr nicht wirklich schlecht geht. Meine 'kleine Schwester' steht mir überhaupt in nichts nach. Ich kann mir die Bemerkung nicht länger verkneifen:

"Willkommen im Club, Bernadette."

Ich lächele sie beschwichtigend an. Leise flüstert sie:
"Ich will nicht versagen, wenn er etwas von mir verlangt, von dem ich glaube, dass ich es nicht wirklich schaffe, denn ich liebe René."

Ich schaue ihr in die Augen, nehme sanft ihre Hand und sage mit fester Stimme:

"Damit ist doch jedes Versagen bereits ausgeschlossen. Es ist nicht schlimm, wenn du etwas nicht schaffst. Es kommt darauf an, dass du es schaffen willst, Bernadette. René liebt dich, er wird es anerkennen!"

Sie atmet erleichtert aus.

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