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Montag, 21. Juni 2021
Yamato Nadeshiko -89-
hermann-jpmt, 11:45h
"René, ich glaube auch, dass..." versuche ich.
Mein Herr fällt mir ins Wort:
"Schweig, wenn Herren sich unterhalten!"
War das eine Demonstration für René? Ich schaue in die Augen meines Herrn.
Hart.
'Scheiße,' denke ich, 'er meint es ernst.'
Ich blicke zu Boden und sage leise:
"Ich bitte um Verzeihung, Okyaku-Sama."
Bernadette kommt zurück. Sie sieht meine Haltung.
"Alles in Ordnung, Chika-chan?"
Mein Herr antwortet für mich:
"Alles in Ordnung. Chika-chan hat sich unangemessen verhalten, das ist alles."
"Oh," macht sie nur.
"Damit hier keine Missverständnisse entstehen," sagt mein Herr nun, "werde ich jetzt einmal mit René nachholen, was Ihr Frauen wohl schon ausgiebig getan habt: Ein ernstes Gespräch führen. Ihr bleibt hier unten bis euch erlaubt wird, an Deck zu kommen, ist das klar?"
"Hai -Ja-, Herr," antwortet ich.
"Klar," antwortet auch Bernadette mit ein wenig Verzögerung.
Die Männer gehen nach oben.
"Was geht denn hier ab?" will Bernadette wissen, als wir allein sind.
"Ganz einfach," sage ich, "René ist sich nicht sicher, ob du es ernst meinst. Mein Herr wollte ihn ermahnen, nicht mit dir zu spielen und ich habe mich eingemischt."
"Ist er jetzt sauer auf dich?"
"Ach was. Er hat mich zurechtgewiesen. Damit ist alles wieder in Ordnung."
"So einfach?"
"So einfach ist das."
"Verrückt. Kein aufgestauter Ärger, kein Frust, kein Geschrei. So läuft das immer zwischen euch?"
"Immer."
"Aber du musst zurückstecken."
"Nein, Bernadette. Ich stecke nicht zurück. Ich gehorche. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Okyaku-Sama respektiert immer meine Meinung. Er respektiert mich."
"Aber er sagt, wo es lang geht."
"Genau."
"Und wenn du anderer Meinung bist, gehorchst du trotzdem?"
"Selbstverständlich."
"Was nützt dir dann deine Meinung?"
"Mein Herr kann meine Meinung bei seinen Entscheidungen berücksichtigen."
"Kann. Aber er muss nicht."
"Natürlich nicht."
"Macht er es denn auch mal?"
"Sicher."
"Ich glaube, René hätte es auch gern so. Seit gestern versuche ich, mich ein bisschen so zu verhalten, wie du gegenüber deinem Herrn. Das ist total merkwürdig: René sieht mich irgendwie ganz anders an. Als wäre ich so eine Art Wunder. Ich meine, er war auch vorher schon verliebt in mich, aber jetzt ist er irgendwie ganz verrückt nach mir. Er ist aber nicht so wie dein Herr. Ich meine, wenn der so guckt und spricht wie gerade, dann möchte man am liebsten vor ihm strammstehen."
"Möchtest Du gern vor René strammstehen?"
"Chika-chan, bitte!"
"Möchtest Du?"
"Ich wünschte, er wäre ein bisschen so wie dein Herr."
"Das wird er lernen, wenn du ihn als deinen Herrn betrachtest. Willst du das?"
"Chika-chaaan!" dehnt Bernadette.
"Willst Du?"
Ich habe es zu weit getrieben. Bernadette kommen die Tränen. Das tut mir leid und ich nehme sie in den Arm. Ihr nackter Körper zittert.
Dann sagt sie mit leiser Stimme:
"Natürlich will ich das. Das weißt du genau. Das hast du von Anfang an gewusst und deshalb hast du uns eingeladen."
"Ja."
"Das ist gemein."
"Nein, Bernadette. Das ist ein Angebot."
"Was soll ich denn jetzt machen?"
"Das weißt du."
"Hilfst du mir?"
"Wenn du willst, dann bin ich wie deine Schwester. Willst du?"
"Ja."
Wir umarmen uns lange.
Dann befehlen uns unsere Herren, an Deck zu kommen.
'Coming out', ein Begriff aus der Lesben- und Schwulenszene, trifft auch auf viele andere Menschen zu.
Auf jeden Fall kann man damit beschreiben, was unser kleiner Segeltörn für René und Bernadette bedeutet. Sie sind echte 'Naturtalente'. Ich kann nicht behaupten, dass ich das exakt vorausgesehen habe. Es ist eher eine Ahnung gewesen. Natürlich besteht immer mal wieder die Versuchung, in das Verhalten, den Habitus eines Menschen etwas hinein zu interpretieren, was in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist.
Aus meiner Sicht der Dinge liegen einige Gründe auf der Hand, warum so viele Frauen devote Neigungen unterschiedlicher Ausprägungen haben. Wer allerdings behauptet, dies müsse grundsätzlich so sein und Frauen hätten sich allein aufgrund ihres Geschlechts den Männern unterzuordnen, ist nichts anderes als ein dummer Macho oder ein religiöser Fanatiker christlicher oder moslimischer Prägung. Unterstellen wir also einmal, es gäbe tatsächlich noch ganz viele Frauen wie mich, dann haben wir alle ein gemeinsames Problem:
Den dominanten Mann. Würde man eine beliebige Gruppe von Männern unter Wahrheitsdrogen setzen und sie fragen, ob es ihnen gefallen würde, eine gehorsame, dienende Frau zu haben, dann wären die Antworten weitaus überwiegend wohl sehr ähnlich. Wenn frau sich diese Männer allerdings näher betrachten würde, gäbe es nur eine Konsequenz: Ganz schnell, ganz weit weglaufen! Warum? Weil die Verantwortung, die einem Mann durch die Unterwerfung der Frau zuwächst, etwas ist, was nur eine winzige Minderheit von Männern bewältigen kann.
Das ist das Hauptproblem einer devoten Frau. Deshalb nehmen wir eben doch in aller Regel unser Leben selbst in die Hand, denn da ist es besser aufgehoben, und beschränken unsere wahre Lust auf unsere Träume.
Mein Dasein ist ein gelebter Traum geworden.
Ich hoffe, dass auch Bernadette diese Chance bekommt. Vieles spricht dafür.
Auch ich muss mich umstellen.
Meine Freundschaft mit René kann nun nicht mehr so sein, wie sie vor dem Coming out war. Ich habe ihm nun mit dem Verhalten zu begegnen, das mir als einer Magd angemessen ist. Dabei stelle ich fest, dass er kein völlig anderer Mensch in meinen Augen geworden ist. Das ist etwas, was mir vor allem später noch oft begegnet:
Nichts wird weniger, wenn jemand beginnt, seine dominanten oder devoten Seiten zu leben ? es kommt etwas hinzu.
Auch ich habe nichts verloren - weder meinen Witz, noch meine Schlagfertigkeit und schon gar nicht meinen Verstand. So ist es auch bei René. Wir lachen weiterhin alle über seine Scherze, genießen seine manchmal jungenhafte Art.
Was ist 'Selbstbewusstsein'?
Rotziges Auftreten? Großmäuligkeit? Herablassender Habitus?
Nein, das ist bestenfalls Dummheit und vor allem Ausdruck von Schwäche.
Es ist vielmehr die Tatsache, dass man sich Seiner ganz bewusst ist, dass man weiß, wer und wie man selbst wirklich ist und dies auch zulassen kann ? vor sich selbst und vor anderen.
Das sorgt für eine große innere Ruhe und ein Gefühl von Zufriedenheit und Harmonie mit seiner Umgebung. So habe ich es erlebt und so wird es jetzt auch Bernadette und René zuteil.
Als wir uns nach einem wunderschönen Urlaub voneinander verabschieden, fließen viele Tränen. Wir alle, mein Herr eingeschlossen, haben wahre Freunde gefunden.
Nur kurze Zeit danach suchen sich René und Bernadette eine gemeinsame Wohnung. Wir bieten ihnen an, sich dafür einmal in Hagenholt umzuschauen.
*
Mein Herr fällt mir ins Wort:
"Schweig, wenn Herren sich unterhalten!"
War das eine Demonstration für René? Ich schaue in die Augen meines Herrn.
Hart.
'Scheiße,' denke ich, 'er meint es ernst.'
Ich blicke zu Boden und sage leise:
"Ich bitte um Verzeihung, Okyaku-Sama."
Bernadette kommt zurück. Sie sieht meine Haltung.
"Alles in Ordnung, Chika-chan?"
Mein Herr antwortet für mich:
"Alles in Ordnung. Chika-chan hat sich unangemessen verhalten, das ist alles."
"Oh," macht sie nur.
"Damit hier keine Missverständnisse entstehen," sagt mein Herr nun, "werde ich jetzt einmal mit René nachholen, was Ihr Frauen wohl schon ausgiebig getan habt: Ein ernstes Gespräch führen. Ihr bleibt hier unten bis euch erlaubt wird, an Deck zu kommen, ist das klar?"
"Hai -Ja-, Herr," antwortet ich.
"Klar," antwortet auch Bernadette mit ein wenig Verzögerung.
Die Männer gehen nach oben.
"Was geht denn hier ab?" will Bernadette wissen, als wir allein sind.
"Ganz einfach," sage ich, "René ist sich nicht sicher, ob du es ernst meinst. Mein Herr wollte ihn ermahnen, nicht mit dir zu spielen und ich habe mich eingemischt."
"Ist er jetzt sauer auf dich?"
"Ach was. Er hat mich zurechtgewiesen. Damit ist alles wieder in Ordnung."
"So einfach?"
"So einfach ist das."
"Verrückt. Kein aufgestauter Ärger, kein Frust, kein Geschrei. So läuft das immer zwischen euch?"
"Immer."
"Aber du musst zurückstecken."
"Nein, Bernadette. Ich stecke nicht zurück. Ich gehorche. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Okyaku-Sama respektiert immer meine Meinung. Er respektiert mich."
"Aber er sagt, wo es lang geht."
"Genau."
"Und wenn du anderer Meinung bist, gehorchst du trotzdem?"
"Selbstverständlich."
"Was nützt dir dann deine Meinung?"
"Mein Herr kann meine Meinung bei seinen Entscheidungen berücksichtigen."
"Kann. Aber er muss nicht."
"Natürlich nicht."
"Macht er es denn auch mal?"
"Sicher."
"Ich glaube, René hätte es auch gern so. Seit gestern versuche ich, mich ein bisschen so zu verhalten, wie du gegenüber deinem Herrn. Das ist total merkwürdig: René sieht mich irgendwie ganz anders an. Als wäre ich so eine Art Wunder. Ich meine, er war auch vorher schon verliebt in mich, aber jetzt ist er irgendwie ganz verrückt nach mir. Er ist aber nicht so wie dein Herr. Ich meine, wenn der so guckt und spricht wie gerade, dann möchte man am liebsten vor ihm strammstehen."
"Möchtest Du gern vor René strammstehen?"
"Chika-chan, bitte!"
"Möchtest Du?"
"Ich wünschte, er wäre ein bisschen so wie dein Herr."
"Das wird er lernen, wenn du ihn als deinen Herrn betrachtest. Willst du das?"
"Chika-chaaan!" dehnt Bernadette.
"Willst Du?"
Ich habe es zu weit getrieben. Bernadette kommen die Tränen. Das tut mir leid und ich nehme sie in den Arm. Ihr nackter Körper zittert.
Dann sagt sie mit leiser Stimme:
"Natürlich will ich das. Das weißt du genau. Das hast du von Anfang an gewusst und deshalb hast du uns eingeladen."
"Ja."
"Das ist gemein."
"Nein, Bernadette. Das ist ein Angebot."
"Was soll ich denn jetzt machen?"
"Das weißt du."
"Hilfst du mir?"
"Wenn du willst, dann bin ich wie deine Schwester. Willst du?"
"Ja."
Wir umarmen uns lange.
Dann befehlen uns unsere Herren, an Deck zu kommen.
'Coming out', ein Begriff aus der Lesben- und Schwulenszene, trifft auch auf viele andere Menschen zu.
Auf jeden Fall kann man damit beschreiben, was unser kleiner Segeltörn für René und Bernadette bedeutet. Sie sind echte 'Naturtalente'. Ich kann nicht behaupten, dass ich das exakt vorausgesehen habe. Es ist eher eine Ahnung gewesen. Natürlich besteht immer mal wieder die Versuchung, in das Verhalten, den Habitus eines Menschen etwas hinein zu interpretieren, was in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist.
Aus meiner Sicht der Dinge liegen einige Gründe auf der Hand, warum so viele Frauen devote Neigungen unterschiedlicher Ausprägungen haben. Wer allerdings behauptet, dies müsse grundsätzlich so sein und Frauen hätten sich allein aufgrund ihres Geschlechts den Männern unterzuordnen, ist nichts anderes als ein dummer Macho oder ein religiöser Fanatiker christlicher oder moslimischer Prägung. Unterstellen wir also einmal, es gäbe tatsächlich noch ganz viele Frauen wie mich, dann haben wir alle ein gemeinsames Problem:
Den dominanten Mann. Würde man eine beliebige Gruppe von Männern unter Wahrheitsdrogen setzen und sie fragen, ob es ihnen gefallen würde, eine gehorsame, dienende Frau zu haben, dann wären die Antworten weitaus überwiegend wohl sehr ähnlich. Wenn frau sich diese Männer allerdings näher betrachten würde, gäbe es nur eine Konsequenz: Ganz schnell, ganz weit weglaufen! Warum? Weil die Verantwortung, die einem Mann durch die Unterwerfung der Frau zuwächst, etwas ist, was nur eine winzige Minderheit von Männern bewältigen kann.
Das ist das Hauptproblem einer devoten Frau. Deshalb nehmen wir eben doch in aller Regel unser Leben selbst in die Hand, denn da ist es besser aufgehoben, und beschränken unsere wahre Lust auf unsere Träume.
Mein Dasein ist ein gelebter Traum geworden.
Ich hoffe, dass auch Bernadette diese Chance bekommt. Vieles spricht dafür.
Auch ich muss mich umstellen.
Meine Freundschaft mit René kann nun nicht mehr so sein, wie sie vor dem Coming out war. Ich habe ihm nun mit dem Verhalten zu begegnen, das mir als einer Magd angemessen ist. Dabei stelle ich fest, dass er kein völlig anderer Mensch in meinen Augen geworden ist. Das ist etwas, was mir vor allem später noch oft begegnet:
Nichts wird weniger, wenn jemand beginnt, seine dominanten oder devoten Seiten zu leben ? es kommt etwas hinzu.
Auch ich habe nichts verloren - weder meinen Witz, noch meine Schlagfertigkeit und schon gar nicht meinen Verstand. So ist es auch bei René. Wir lachen weiterhin alle über seine Scherze, genießen seine manchmal jungenhafte Art.
Was ist 'Selbstbewusstsein'?
Rotziges Auftreten? Großmäuligkeit? Herablassender Habitus?
Nein, das ist bestenfalls Dummheit und vor allem Ausdruck von Schwäche.
Es ist vielmehr die Tatsache, dass man sich Seiner ganz bewusst ist, dass man weiß, wer und wie man selbst wirklich ist und dies auch zulassen kann ? vor sich selbst und vor anderen.
Das sorgt für eine große innere Ruhe und ein Gefühl von Zufriedenheit und Harmonie mit seiner Umgebung. So habe ich es erlebt und so wird es jetzt auch Bernadette und René zuteil.
Als wir uns nach einem wunderschönen Urlaub voneinander verabschieden, fließen viele Tränen. Wir alle, mein Herr eingeschlossen, haben wahre Freunde gefunden.
Nur kurze Zeit danach suchen sich René und Bernadette eine gemeinsame Wohnung. Wir bieten ihnen an, sich dafür einmal in Hagenholt umzuschauen.
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