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Dienstag, 15. Juni 2021
Yamato Nadeshiko -86-
hermann-jpmt, 12:22h
Ich habe das Schuhregal im Eingangsbereich entdeckt und wechsele nun in Pantoffeln. Bernadette macht es mir nach. Da nähert sich Chika-chan schon, verbeugt sich tief und sagt auf Japanisch und Deutsch:
"Irasshaimaseeee, willkommen, Bernadette und René. Hajimemashite, schön, euch zu sehen. Das Essen ist bereit."
Sie geht in den Wohnraum zurück, gefolgt von uns und Morishita-San. Dieser weist nun auf einen Tisch in der Größe eines Couchtisches. An den Stirnseiten und einer Längsseite sind Hocker daran gestellt. Chika-chan kniet sich nun auf das Kissen auf der anderen Längsseite.
Morishita-San weist auf den Tisch und sagt:
"Kochira e douzo -bitte, setzt euch-."
Ich nehme auf dem Hocker gegenüber Chika-chan Platz und weise Bernadette den Platz neben mir an einer der Stirnseiten zu. Es dauert etwas bis sie ihre Beine auf dieser ungewohnten Sitzhöhe sortiert hat.
Chika-chan hebt eine Kanne duftenden Tees an und schenkt eine Schale Tee aus, die sie ihrem Mann übergibt. Morishita-San reicht die Schale weiter an mich. Ich nicke dankbar und reiche sie weiter an Bernadette. In der Zwischenzeit hat Chika-chan eine weitere Schale gefüllt, die den gleichen Weg nimmt. Ich stelle sie vor mich und erlebe nun, dass Morishita-San die dritte Schale vor Chika-chan abstellt. Erst die vierte Schale platziert er an seinen Platz. Nun tunkt er zwei Finger seiner rechten Hand kurz in den Tee, um die benässten Finger anschließend über einen Stein zu halten, der in einer Schale mitten auf dem Tisch steht und sagt dazu:
"Fumetsu no seishitsu, gesuto ni nagai shiawasena jinsei o -Unsterbliche Natur, schenke unseren Gästen ein langes, glückliches Leben-."
Ich fühle mich bemüßigt, es ihm gleich zu tun und ebenfalls einen Tropfen Tee auf den Stein tröpfeln zu lassen. Danach trinken wir den Tee in kleinen Schlucken und essen kleine Süßigkeiten aus einer gemeinsamen Schale zum Tee. Anschließend wendet sich Morishita-San zu seiner jungen Frau und sagt:
"Ich denke, unsere Gäste sind hungrig."
Chika-chan sammelt nun die Teeschalen ein und füllt größere Schalen mit Hähnchenstücken und Gemüsen aus einer Schüssel, um dann mit einem porzellanenen Löffel Brühe dazu zu geben. Nun erfolgt wieder das gleiche Ritual beim Austeilen, wie wir es vorhin bei den Teeschalen erlebt haben. Bernadette schaut ihre Essstäbchen misstrauisch an.
Ich lächele und frage:
"Fooku onegaishimasu -Könnte ich bitte eine Gabel haben-? Gerne für mich und Bernadette-chan."
Chika-chan greift lächelnd neben mich und reicht mir zwei Gabeln. Eine davon gebe ich an Bernadette weiter, die mich erleichtert anlächelt. Zuerst versuche ich mit den Stäbchen zu essen. Die Gastgeber machen es uns ja vor. Aber bald nehme ich doch die Gabel zu Hilfe.
Nachdem Morishita-San seine Schale geleert hat, hebt er sie an und leert die Brühe mit genüsslichem Schlürfen. Aus meinem Japanisch-Kurs kenne dieses Gebaren und muss lächeln, als ich es jetzt live erlebe. Sobald mein Teller bis auf die Brühe leer ist, mache ich meinen Gastgeber nach. Bernadette schaut pikiert.
"Andere Länder, andere Sitten. Du hast doch schon von Luther Martin gehört?" frage ich lächelnd Bernadette.
"Ja, klar!" antwortet sie.
"Nun, Martin Luther soll einmal bei Tisch gesagt haben 'Warum schlürfet und rülpset ihr nicht? Hat es euch nicht geschmacket?' Also war das geräuschvolle Essen zu seinen Lebzeiten auch noch üblich. Rülpsen gilt in Japan natürlich auch als unfein!"
Zu Morishita-San sage ich:
"Oishii -Lecker-!"
Nach dem Essen sitzen wir noch etwas bei Tee zusammen und besprechen den Segeltörn. Angenehm empfinde ich dabei Morishita-San als einfühlsamer Plauderer. Auch Bernadette fühlt sich wohl und taut schnell auf. Chika-chan übersetzt ihr vieles, was ihr Mann sagt, wo meine Sprachkenntnisse manchmal an eine Grenze stoßen.
Morishita-San erzählt auch viel über die Insel und wie die Technik funktioniert. Immer wieder bezieht er auch Chika-chan mit ein, indem er von 'wir' spricht. Später zeigt uns Chika-chan unser Gästezimmer, wo wir schon bald tief und fest eingeschlafen sind.
Am nächsten Morgen weckt uns Chika-chan, um gemeinsam mit uns zu frühstücken. Danach fahren wir mit dem Aufzug wieder auf die Ebene der Meeresoberfläche - hier Ebene 0 genannt - hinunter und Morishita-San führt uns durch ein Tor in ein Hafenbecken. Hier liegen mehrere Segler, an der Spuntwand festgemacht. Es sind polynesische Händler. An deren Vakas -Reisekatamarane- vorbei erreichen wir einen Segler, der sich außen nur unwesentlich von den Vakas unterscheidet.
Morishita-San übernimmt Chika-chans Gepäck. Davon animiert, lasse ich mir Bernadettes Seesack von ihr geben und trage ihn vor dem Bauch an Bord, während mein eigener an Gurten auf meinem Rücken hängt. Während wir das Gepäck unter Deck bringen, ziehen sich die Frauen ihre Schuhe aus und erkunden neugierig das Deck.
Nur wenige Minuten später tauchen auch sie unter Deck auf. Morishita-San weist uns eine Kabine im Vorschiff zu, während er mit seiner jungen Frau die Kabine im Heck belegt. Anschließend fordert mich Morishita-San auf, mit ihm an Deck zu kommen, um das Boot seeklar zu machen.
*
Ich, Miyahara Chika, ziehe mir die Schuhe aus und gehe nach Betreten des Seglers nach vorne, um mir das Schiff neugierig anzuschauen, und zu sehen, wo man am günstigsten sein Badetuch zum Sonnen ausbreitet.
Bernadette kommt hinter mir her und meint leise:
"Dein Mann ist ja echt super nett - auch zu dir."
Ich lächele sie an und frage sie:
"Überrascht dich das?"
"Irgendwie schon," gibt sie zu. "Der trägt dich ja regelrecht auf Händen!"
"Morishita-San liebt mich eben!" stelle ich klar.
"Ja, aber... Das passt doch gar nicht... Ich meine..." stammelt sie, mich unsicher anschauend.
"Zu einem Machtgefälle zwischen Herrn und Magd, meinst du?"
"Genau," bestätigt sie.
Ich lächele Bernadette an und antworte:
"Aber sicher. Das passt sehr gut! Anders würde es sehr schwierig werden."
"Ich glaube, ich bin da wohl etwas voreingenommen."
"Das macht nichts," sage ich versöhnlich. "Das liegt daran, dass die Medien so viel Blödsinn verzapfen - und außerdem sind die meisten Männer, die vorgeben dominant zu sein, nur dumme verhaltensgestörte Arschlöcher!"
"René ist vom gleichen Schlag wie dein Mann!"
"Ich weiß, Bernadette," bekenne ich ehrlich.
Wir folgen den Männern unter Deck und während Bernadette René mit dem Ausrüsten ihrer Kabine hilft, mache ich Gleiches mit meinem Herrn. Danach gehen die Männer wieder an Deck und ich schlage Bernadette vor:
"Komm, wir kochen erst einmal Tee."
Wir ziehen uns in die Kombüse zurück und ich hole alles Nötige aus den Schränken. Dabei sage ich:
"Ich hoffe, du kannst ein wenig 'klassische Rollenverteilung' ertragen. Die Männer steuern das Schiff und wir kümmern uns um die Verpflegung und aalen uns in der freien Zeit an Deck."
"Aalen ist gut," meint sie grinsend, "und der Rest muss an Bord eben sein."
Während das Teewasser kocht, fragt sie mich:
"Du kennst René schon relativ lange, oder?"
"Ja, schon," antworte ich ihr. "Aber erst kurz vor meiner Hochzeit sind wir wirkliche Freunde geworden."
"Hm. Das hat er mir erzählt. Das muss ganz schön übel gewesen sein, was da bei Bettina abgegangen ist," resümiert sie nachdenklich.
"Die konnte am wenigsten dafür," meine ich.
"Ich hätte denen an dem Nachmittag auch ein paar passende Worte gesagt."
"Schön, dass du das auch so siehst."
Es folgt ein Moment der arbeitssamen Stille in der Kombüse.
"Sag mal, Chika-chan?" fragt sie dann vorsichtig an.
"Ja?"
"Ich war mit René in einer Videothek."
"Ja. Und?"
"Wir haben uns einen Film ausgeliehen."
"Ja?"
"Ja. Da gibt's aber nur was über SM."
"Du kannst dir solche Filme ruhig ansehen. Wenn du aber eine Gefällebeziehung verstehen willst, musst du alles Sadomaso ausblenden und nur das dominant/devote-Verhältnis quasi isoliert betrachten."
"Irasshaimaseeee, willkommen, Bernadette und René. Hajimemashite, schön, euch zu sehen. Das Essen ist bereit."
Sie geht in den Wohnraum zurück, gefolgt von uns und Morishita-San. Dieser weist nun auf einen Tisch in der Größe eines Couchtisches. An den Stirnseiten und einer Längsseite sind Hocker daran gestellt. Chika-chan kniet sich nun auf das Kissen auf der anderen Längsseite.
Morishita-San weist auf den Tisch und sagt:
"Kochira e douzo -bitte, setzt euch-."
Ich nehme auf dem Hocker gegenüber Chika-chan Platz und weise Bernadette den Platz neben mir an einer der Stirnseiten zu. Es dauert etwas bis sie ihre Beine auf dieser ungewohnten Sitzhöhe sortiert hat.
Chika-chan hebt eine Kanne duftenden Tees an und schenkt eine Schale Tee aus, die sie ihrem Mann übergibt. Morishita-San reicht die Schale weiter an mich. Ich nicke dankbar und reiche sie weiter an Bernadette. In der Zwischenzeit hat Chika-chan eine weitere Schale gefüllt, die den gleichen Weg nimmt. Ich stelle sie vor mich und erlebe nun, dass Morishita-San die dritte Schale vor Chika-chan abstellt. Erst die vierte Schale platziert er an seinen Platz. Nun tunkt er zwei Finger seiner rechten Hand kurz in den Tee, um die benässten Finger anschließend über einen Stein zu halten, der in einer Schale mitten auf dem Tisch steht und sagt dazu:
"Fumetsu no seishitsu, gesuto ni nagai shiawasena jinsei o -Unsterbliche Natur, schenke unseren Gästen ein langes, glückliches Leben-."
Ich fühle mich bemüßigt, es ihm gleich zu tun und ebenfalls einen Tropfen Tee auf den Stein tröpfeln zu lassen. Danach trinken wir den Tee in kleinen Schlucken und essen kleine Süßigkeiten aus einer gemeinsamen Schale zum Tee. Anschließend wendet sich Morishita-San zu seiner jungen Frau und sagt:
"Ich denke, unsere Gäste sind hungrig."
Chika-chan sammelt nun die Teeschalen ein und füllt größere Schalen mit Hähnchenstücken und Gemüsen aus einer Schüssel, um dann mit einem porzellanenen Löffel Brühe dazu zu geben. Nun erfolgt wieder das gleiche Ritual beim Austeilen, wie wir es vorhin bei den Teeschalen erlebt haben. Bernadette schaut ihre Essstäbchen misstrauisch an.
Ich lächele und frage:
"Fooku onegaishimasu -Könnte ich bitte eine Gabel haben-? Gerne für mich und Bernadette-chan."
Chika-chan greift lächelnd neben mich und reicht mir zwei Gabeln. Eine davon gebe ich an Bernadette weiter, die mich erleichtert anlächelt. Zuerst versuche ich mit den Stäbchen zu essen. Die Gastgeber machen es uns ja vor. Aber bald nehme ich doch die Gabel zu Hilfe.
Nachdem Morishita-San seine Schale geleert hat, hebt er sie an und leert die Brühe mit genüsslichem Schlürfen. Aus meinem Japanisch-Kurs kenne dieses Gebaren und muss lächeln, als ich es jetzt live erlebe. Sobald mein Teller bis auf die Brühe leer ist, mache ich meinen Gastgeber nach. Bernadette schaut pikiert.
"Andere Länder, andere Sitten. Du hast doch schon von Luther Martin gehört?" frage ich lächelnd Bernadette.
"Ja, klar!" antwortet sie.
"Nun, Martin Luther soll einmal bei Tisch gesagt haben 'Warum schlürfet und rülpset ihr nicht? Hat es euch nicht geschmacket?' Also war das geräuschvolle Essen zu seinen Lebzeiten auch noch üblich. Rülpsen gilt in Japan natürlich auch als unfein!"
Zu Morishita-San sage ich:
"Oishii -Lecker-!"
Nach dem Essen sitzen wir noch etwas bei Tee zusammen und besprechen den Segeltörn. Angenehm empfinde ich dabei Morishita-San als einfühlsamer Plauderer. Auch Bernadette fühlt sich wohl und taut schnell auf. Chika-chan übersetzt ihr vieles, was ihr Mann sagt, wo meine Sprachkenntnisse manchmal an eine Grenze stoßen.
Morishita-San erzählt auch viel über die Insel und wie die Technik funktioniert. Immer wieder bezieht er auch Chika-chan mit ein, indem er von 'wir' spricht. Später zeigt uns Chika-chan unser Gästezimmer, wo wir schon bald tief und fest eingeschlafen sind.
Am nächsten Morgen weckt uns Chika-chan, um gemeinsam mit uns zu frühstücken. Danach fahren wir mit dem Aufzug wieder auf die Ebene der Meeresoberfläche - hier Ebene 0 genannt - hinunter und Morishita-San führt uns durch ein Tor in ein Hafenbecken. Hier liegen mehrere Segler, an der Spuntwand festgemacht. Es sind polynesische Händler. An deren Vakas -Reisekatamarane- vorbei erreichen wir einen Segler, der sich außen nur unwesentlich von den Vakas unterscheidet.
Morishita-San übernimmt Chika-chans Gepäck. Davon animiert, lasse ich mir Bernadettes Seesack von ihr geben und trage ihn vor dem Bauch an Bord, während mein eigener an Gurten auf meinem Rücken hängt. Während wir das Gepäck unter Deck bringen, ziehen sich die Frauen ihre Schuhe aus und erkunden neugierig das Deck.
Nur wenige Minuten später tauchen auch sie unter Deck auf. Morishita-San weist uns eine Kabine im Vorschiff zu, während er mit seiner jungen Frau die Kabine im Heck belegt. Anschließend fordert mich Morishita-San auf, mit ihm an Deck zu kommen, um das Boot seeklar zu machen.
*
Ich, Miyahara Chika, ziehe mir die Schuhe aus und gehe nach Betreten des Seglers nach vorne, um mir das Schiff neugierig anzuschauen, und zu sehen, wo man am günstigsten sein Badetuch zum Sonnen ausbreitet.
Bernadette kommt hinter mir her und meint leise:
"Dein Mann ist ja echt super nett - auch zu dir."
Ich lächele sie an und frage sie:
"Überrascht dich das?"
"Irgendwie schon," gibt sie zu. "Der trägt dich ja regelrecht auf Händen!"
"Morishita-San liebt mich eben!" stelle ich klar.
"Ja, aber... Das passt doch gar nicht... Ich meine..." stammelt sie, mich unsicher anschauend.
"Zu einem Machtgefälle zwischen Herrn und Magd, meinst du?"
"Genau," bestätigt sie.
Ich lächele Bernadette an und antworte:
"Aber sicher. Das passt sehr gut! Anders würde es sehr schwierig werden."
"Ich glaube, ich bin da wohl etwas voreingenommen."
"Das macht nichts," sage ich versöhnlich. "Das liegt daran, dass die Medien so viel Blödsinn verzapfen - und außerdem sind die meisten Männer, die vorgeben dominant zu sein, nur dumme verhaltensgestörte Arschlöcher!"
"René ist vom gleichen Schlag wie dein Mann!"
"Ich weiß, Bernadette," bekenne ich ehrlich.
Wir folgen den Männern unter Deck und während Bernadette René mit dem Ausrüsten ihrer Kabine hilft, mache ich Gleiches mit meinem Herrn. Danach gehen die Männer wieder an Deck und ich schlage Bernadette vor:
"Komm, wir kochen erst einmal Tee."
Wir ziehen uns in die Kombüse zurück und ich hole alles Nötige aus den Schränken. Dabei sage ich:
"Ich hoffe, du kannst ein wenig 'klassische Rollenverteilung' ertragen. Die Männer steuern das Schiff und wir kümmern uns um die Verpflegung und aalen uns in der freien Zeit an Deck."
"Aalen ist gut," meint sie grinsend, "und der Rest muss an Bord eben sein."
Während das Teewasser kocht, fragt sie mich:
"Du kennst René schon relativ lange, oder?"
"Ja, schon," antworte ich ihr. "Aber erst kurz vor meiner Hochzeit sind wir wirkliche Freunde geworden."
"Hm. Das hat er mir erzählt. Das muss ganz schön übel gewesen sein, was da bei Bettina abgegangen ist," resümiert sie nachdenklich.
"Die konnte am wenigsten dafür," meine ich.
"Ich hätte denen an dem Nachmittag auch ein paar passende Worte gesagt."
"Schön, dass du das auch so siehst."
Es folgt ein Moment der arbeitssamen Stille in der Kombüse.
"Sag mal, Chika-chan?" fragt sie dann vorsichtig an.
"Ja?"
"Ich war mit René in einer Videothek."
"Ja. Und?"
"Wir haben uns einen Film ausgeliehen."
"Ja?"
"Ja. Da gibt's aber nur was über SM."
"Du kannst dir solche Filme ruhig ansehen. Wenn du aber eine Gefällebeziehung verstehen willst, musst du alles Sadomaso ausblenden und nur das dominant/devote-Verhältnis quasi isoliert betrachten."
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