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Montag, 7. Juni 2021
Yamato Nadeshiko -82-
hermann-jpmt, 12:37h
"Ich dich auch nicht gleich. Bist unter einen Rasenmäher geraten, hm?"
"Genau!" grinst er. "Martina meinte, du hättest dich ganz schön verändert, aber das war maßlos untertrieben. Siehst aber echt klasse aus. Lass? das mal ruhig so."
"Mache ich. Ganz bestimmt. Du gefällst mir aber auch besser als früher."
"Hey, Vorsicht! Das könnte ich als Anmachversuch werten."
Wir lachen. Meine Anspannung verfliegt.
René wird wieder ernst:
"Wir haben auch erst gestern Abend erfahren, dass die da Silvas in Urlaub sind. Da haben wir kurzerhand beschlossen, das Treffen zu Peter und Bettina zu verlegen. Die Beiden sind umgezogen. Weil du den Weg nicht kennst, haben wir dich nicht angerufen, sondern beschlossen, dass ich dich hier treffe und dann mit dir dorthin fahre."
Ich nicke.
"Meinst du, mein Fahrrad passt bei dir in den Kofferraum?"
"Eher nicht," antwortete ich.
"Oh. Na, dann schließe ich mein Rad mal ab. Kannst du mich dann wieder zurückbringen?"
"Na klar."
"Da gibt es doch ein Problem," meint René, nachdem er sein Rad verschlossen hat, "wir sollen noch einen Kasten Cola und eine Kiste Bier besorgen und mitbringen."
"Das geht schon."
Wir steigen ein.
Während der Fahrt zu einem Supermarkt frage ich beiläufig:
"Sind denn jetzt alle unter der Haube? Was ist mit Dir?"
"Klar. Da musste ich doch mitmachen. Nein, Scherz beiseite. Ich bin schon ganz schön heftig verliebt. Das entwickelt sich aber erst noch mit Bernadette."
"Bernadette? Hört sich vornehm an."
"Die Tochter von Geschäftsfreunden meines Vaters. Sieht dir ein bisschen ähnlich. Nur die Mandelaugen fehlen ihr," antwortet er lächelnd.
"René?"
"Ja?"
"Du warst nicht zufällig mal ein wenig in mich verknallt?"
"Ein wenig? Nein, mal ernsthaft: Wer war das denn nicht?"
"Och, nö!" seufze ich.
"Das hätte ich aber nie zugegeben. Du warst immer so... so unnahbar. Irgendwie ist das jetzt ganz anders. Du wirkst viel offener, viel zugänglicher. Ist aber kein Thema mehr. Ich bin echt verrückt nach Bernadette. Sie ist ein wenig... spießig, aber das ist mir egal."
"Aha. Deshalb deine kurzen Haare."
"Naja, was soll ich machen?"
Wir lachen wieder.
Wir halten auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums. Ich kann René mit meinen kurzen Schritten nicht folgen und er wartet auf mich. Er sagt nichts dazu. Dann holen wir die Getränke. Auf dem Weg zum Auto kann ich wieder nicht Schritt halten.
Ich fühle mich pudelwohl mit René. Irgendwie sind wir wohl erst an diesem Tag 'richtige' Freunde geworden und das sage ich ihm dann während der Weiterfahrt auch.
"Ja. Eigentlich komisch, oder? Ich weiß ja nicht, wie Martina das gemeint hat, aber ich finde, du bist wirklich ein total anderer Mensch geworden."
"Ich fand mich früher gar nicht unnahbar."
"Das war auch nicht das richtige Wort. Tut mir leid. Ich hatte nur immer bei dir das Gefühl, dass du bei allem, was du gemacht hast, so eine gewisse Distanz hattest. Es war nie so wie jetzt, dass ich der Meinung war, man könnte mit dir Pferde stehlen."
"Ich glaube, ich weiß, was du meinst."
"Sag mal, Chika-chan, ich meine, du musst das nicht sagen, aber... das liegt an deiner Beziehung, oder?"
"Ja."
"Martina hat ein Problem damit."
"Ich weiß."
"Peter und Bettina auch."
"Ach ja?"
"Martina hat erzählt, es gab eine 'unerfreuliche' Begegnung zwischen Euch vor einigen Monaten."
"Ja. Leider."
"Sie hat einen Haufen Zeugs danach gelesen und... etwas... komische Themen diskutieren wollen."
"Komische Themen?"
"Sadomasokrams, um genau zu sein."
"Hat sie darüber gesprochen?"
"Nicht direkt. Aber die zeitliche Reihenfolge lässt darauf schließen, dass es etwas mit Eurer Begegnung zu tun hat und... naja, Du hast Dich ja auch äußerlich verändert und zwar ziemlich heftig. Was bringt eine Frau dazu, wenn nicht ein Mann. Der hat dann ja anscheinend einen besonders starken Einfluss und..."
"Warte mal," unterbreche ich ihn, "warum fragst Du nicht einfach?"
"Weil das deine Privatsache ist. Ich wollte dir nur sagen, was Martina meiner Meinung nach umtreibt."
"Du siehst das schon ganz richtig. In meinem Überschwang und meiner Unsicherheit hatte ich Martina einfach die Art meiner Beziehung vor den Latz geknallt und sie damit total überfordert. Dabei bin ich aber wohl über das Ziel hinausgeschossen. Sadomasokrams gibt es in der Beziehung zwischen mir und meinem Verlobten nicht."
"Das mag sein, aber Ihr seid gute Freundinnen gewesen. Nur weil Du vielleicht auf Fesselspielchen stehst und anders rumläufst als früher, muss Martina ja nicht gleich durchdrehen."
"René, das unterschätzt du ein wenig, glaube ich. Da gehört mehr dazu. Sieh' mich an! Was siehst Du?"
"Ne ziemlich scharfe Frau, so sagt man wohl dazu."
"Aha. Das Hauptproblem liegt aber noch ganz woanders. René, würdest du mir versprechen, dass du die Klappe darüber hältst, wenn ich dir etwas sehr Privates erzähle?"
"Versprochen."
"Was würdest du sagen, wenn man dir erzählt, dass deine beste Freundin Ihrem - Partner hörig ist?"
"Ich würde versuchen, ihr irgendwie zu helfen, aber... hey, Chika-chan, ist das wirklich dein Ernst?!"
"Warte! Nehmen wir mal an, Du erfährst es direkt von deiner besten Freundin."
"Oh shit! Das war euer Gespräch!"
"Ich bin noch nicht fertig. Du bist natürlich total bestürzt, richtig?"
"Klar."
"Du sorgst dich. Du willst ihr helfen. Richtig?"
"Genau."
"Tja, mein lieber René, deine ganze Hilfsbereitschaft führt überhaupt nicht weiter, wenn sich besagte Freundin gar nicht helfen lassen will. Dann wird es schon schwer zu helfen, nicht wahr?"
"Ja, schon, aber..."
"Nur haben wir im vorliegenden Fall noch eine ganz andere Sachlage: Besagte Freundin erklärt einfach, dass sie so leben will, dass sie darauf steht, dass es sie unendlich erregt, dass sie glücklich dabei ist, dass alles absolut richtig ist. Was machst Du dann?"
"Keine Ahnung. Ich könnte jetzt sagen, ich bin tolerant und wenn meine beste Freundin darauf steht und damit glücklich ist - dann ist das schon in Ordnung so, aber ob ich das wirklich so einfach schlucken würde - ich kann es dir nicht sagen."
"Danke, dass du so ehrlich bist. Also stimmst du mir zu, dass das schon starker Tobak für dich wäre?"
"Ja, klar. Und du bist - eigentlich wollte ich ja nicht fragen - Du bist deinem ? Verlobten ? echt hörig?"
"Ja. Wobei ich das seinerzeit noch gar nicht so genau wusste. Das ist auch noch nicht alles."
"Was? Was denn noch?"
"Bleiben wir noch mal bei unserem Beispiel. Mit viel Überwindung hast du es also erst einmal hingenommen. Deine Freundin tut, was ihr gesagt wird, und findet das toll. Nun möchtest du dich mit ihr treffen und sie sagt einfach: 'Da muss ich erstmal meinen Herrn fragen.' Was denkst du dann?"
"Das ist wirklich abgedreht. Ich meine das jetzt nicht böse, also wirklich nicht, aber - bist Du echt so ein perverses Luder?"
Er lächelt mich bei dieser Frage offen an. Er meint es wirklich nicht böse. Also antworte ich, seiner laxen Fragestellung angemessen:
"Ich bin ein perverseres Luder, als du jemals ahnen kannst."
"Naja," meint er, "vielleicht kannst du mir mal ein paar Tipps geben. Entschuldige. Ich sage das nur, um die Spannung zu lösen und weil ich jetzt verstehen kann, was zwischen dir und Martina abgegangen sein muss. Was du da treibst, ist ja so ziemlich das genaue Gegenteil von allem, was Martina heilig ist und ihr das so einfach vors Gesicht zu knallen, war schon ein wenig unklug von dir, das muss ich sagen."
"Genau!" grinst er. "Martina meinte, du hättest dich ganz schön verändert, aber das war maßlos untertrieben. Siehst aber echt klasse aus. Lass? das mal ruhig so."
"Mache ich. Ganz bestimmt. Du gefällst mir aber auch besser als früher."
"Hey, Vorsicht! Das könnte ich als Anmachversuch werten."
Wir lachen. Meine Anspannung verfliegt.
René wird wieder ernst:
"Wir haben auch erst gestern Abend erfahren, dass die da Silvas in Urlaub sind. Da haben wir kurzerhand beschlossen, das Treffen zu Peter und Bettina zu verlegen. Die Beiden sind umgezogen. Weil du den Weg nicht kennst, haben wir dich nicht angerufen, sondern beschlossen, dass ich dich hier treffe und dann mit dir dorthin fahre."
Ich nicke.
"Meinst du, mein Fahrrad passt bei dir in den Kofferraum?"
"Eher nicht," antwortete ich.
"Oh. Na, dann schließe ich mein Rad mal ab. Kannst du mich dann wieder zurückbringen?"
"Na klar."
"Da gibt es doch ein Problem," meint René, nachdem er sein Rad verschlossen hat, "wir sollen noch einen Kasten Cola und eine Kiste Bier besorgen und mitbringen."
"Das geht schon."
Wir steigen ein.
Während der Fahrt zu einem Supermarkt frage ich beiläufig:
"Sind denn jetzt alle unter der Haube? Was ist mit Dir?"
"Klar. Da musste ich doch mitmachen. Nein, Scherz beiseite. Ich bin schon ganz schön heftig verliebt. Das entwickelt sich aber erst noch mit Bernadette."
"Bernadette? Hört sich vornehm an."
"Die Tochter von Geschäftsfreunden meines Vaters. Sieht dir ein bisschen ähnlich. Nur die Mandelaugen fehlen ihr," antwortet er lächelnd.
"René?"
"Ja?"
"Du warst nicht zufällig mal ein wenig in mich verknallt?"
"Ein wenig? Nein, mal ernsthaft: Wer war das denn nicht?"
"Och, nö!" seufze ich.
"Das hätte ich aber nie zugegeben. Du warst immer so... so unnahbar. Irgendwie ist das jetzt ganz anders. Du wirkst viel offener, viel zugänglicher. Ist aber kein Thema mehr. Ich bin echt verrückt nach Bernadette. Sie ist ein wenig... spießig, aber das ist mir egal."
"Aha. Deshalb deine kurzen Haare."
"Naja, was soll ich machen?"
Wir lachen wieder.
Wir halten auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums. Ich kann René mit meinen kurzen Schritten nicht folgen und er wartet auf mich. Er sagt nichts dazu. Dann holen wir die Getränke. Auf dem Weg zum Auto kann ich wieder nicht Schritt halten.
Ich fühle mich pudelwohl mit René. Irgendwie sind wir wohl erst an diesem Tag 'richtige' Freunde geworden und das sage ich ihm dann während der Weiterfahrt auch.
"Ja. Eigentlich komisch, oder? Ich weiß ja nicht, wie Martina das gemeint hat, aber ich finde, du bist wirklich ein total anderer Mensch geworden."
"Ich fand mich früher gar nicht unnahbar."
"Das war auch nicht das richtige Wort. Tut mir leid. Ich hatte nur immer bei dir das Gefühl, dass du bei allem, was du gemacht hast, so eine gewisse Distanz hattest. Es war nie so wie jetzt, dass ich der Meinung war, man könnte mit dir Pferde stehlen."
"Ich glaube, ich weiß, was du meinst."
"Sag mal, Chika-chan, ich meine, du musst das nicht sagen, aber... das liegt an deiner Beziehung, oder?"
"Ja."
"Martina hat ein Problem damit."
"Ich weiß."
"Peter und Bettina auch."
"Ach ja?"
"Martina hat erzählt, es gab eine 'unerfreuliche' Begegnung zwischen Euch vor einigen Monaten."
"Ja. Leider."
"Sie hat einen Haufen Zeugs danach gelesen und... etwas... komische Themen diskutieren wollen."
"Komische Themen?"
"Sadomasokrams, um genau zu sein."
"Hat sie darüber gesprochen?"
"Nicht direkt. Aber die zeitliche Reihenfolge lässt darauf schließen, dass es etwas mit Eurer Begegnung zu tun hat und... naja, Du hast Dich ja auch äußerlich verändert und zwar ziemlich heftig. Was bringt eine Frau dazu, wenn nicht ein Mann. Der hat dann ja anscheinend einen besonders starken Einfluss und..."
"Warte mal," unterbreche ich ihn, "warum fragst Du nicht einfach?"
"Weil das deine Privatsache ist. Ich wollte dir nur sagen, was Martina meiner Meinung nach umtreibt."
"Du siehst das schon ganz richtig. In meinem Überschwang und meiner Unsicherheit hatte ich Martina einfach die Art meiner Beziehung vor den Latz geknallt und sie damit total überfordert. Dabei bin ich aber wohl über das Ziel hinausgeschossen. Sadomasokrams gibt es in der Beziehung zwischen mir und meinem Verlobten nicht."
"Das mag sein, aber Ihr seid gute Freundinnen gewesen. Nur weil Du vielleicht auf Fesselspielchen stehst und anders rumläufst als früher, muss Martina ja nicht gleich durchdrehen."
"René, das unterschätzt du ein wenig, glaube ich. Da gehört mehr dazu. Sieh' mich an! Was siehst Du?"
"Ne ziemlich scharfe Frau, so sagt man wohl dazu."
"Aha. Das Hauptproblem liegt aber noch ganz woanders. René, würdest du mir versprechen, dass du die Klappe darüber hältst, wenn ich dir etwas sehr Privates erzähle?"
"Versprochen."
"Was würdest du sagen, wenn man dir erzählt, dass deine beste Freundin Ihrem - Partner hörig ist?"
"Ich würde versuchen, ihr irgendwie zu helfen, aber... hey, Chika-chan, ist das wirklich dein Ernst?!"
"Warte! Nehmen wir mal an, Du erfährst es direkt von deiner besten Freundin."
"Oh shit! Das war euer Gespräch!"
"Ich bin noch nicht fertig. Du bist natürlich total bestürzt, richtig?"
"Klar."
"Du sorgst dich. Du willst ihr helfen. Richtig?"
"Genau."
"Tja, mein lieber René, deine ganze Hilfsbereitschaft führt überhaupt nicht weiter, wenn sich besagte Freundin gar nicht helfen lassen will. Dann wird es schon schwer zu helfen, nicht wahr?"
"Ja, schon, aber..."
"Nur haben wir im vorliegenden Fall noch eine ganz andere Sachlage: Besagte Freundin erklärt einfach, dass sie so leben will, dass sie darauf steht, dass es sie unendlich erregt, dass sie glücklich dabei ist, dass alles absolut richtig ist. Was machst Du dann?"
"Keine Ahnung. Ich könnte jetzt sagen, ich bin tolerant und wenn meine beste Freundin darauf steht und damit glücklich ist - dann ist das schon in Ordnung so, aber ob ich das wirklich so einfach schlucken würde - ich kann es dir nicht sagen."
"Danke, dass du so ehrlich bist. Also stimmst du mir zu, dass das schon starker Tobak für dich wäre?"
"Ja, klar. Und du bist - eigentlich wollte ich ja nicht fragen - Du bist deinem ? Verlobten ? echt hörig?"
"Ja. Wobei ich das seinerzeit noch gar nicht so genau wusste. Das ist auch noch nicht alles."
"Was? Was denn noch?"
"Bleiben wir noch mal bei unserem Beispiel. Mit viel Überwindung hast du es also erst einmal hingenommen. Deine Freundin tut, was ihr gesagt wird, und findet das toll. Nun möchtest du dich mit ihr treffen und sie sagt einfach: 'Da muss ich erstmal meinen Herrn fragen.' Was denkst du dann?"
"Das ist wirklich abgedreht. Ich meine das jetzt nicht böse, also wirklich nicht, aber - bist Du echt so ein perverses Luder?"
Er lächelt mich bei dieser Frage offen an. Er meint es wirklich nicht böse. Also antworte ich, seiner laxen Fragestellung angemessen:
"Ich bin ein perverseres Luder, als du jemals ahnen kannst."
"Naja," meint er, "vielleicht kannst du mir mal ein paar Tipps geben. Entschuldige. Ich sage das nur, um die Spannung zu lösen und weil ich jetzt verstehen kann, was zwischen dir und Martina abgegangen sein muss. Was du da treibst, ist ja so ziemlich das genaue Gegenteil von allem, was Martina heilig ist und ihr das so einfach vors Gesicht zu knallen, war schon ein wenig unklug von dir, das muss ich sagen."
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