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Sonntag, 16. Mai 2021
Yamato Nadeshiko -72-
hermann-jpmt, 12:58h
Hm, das ist nun eine besondere Aufforderung, einen Kavalier, der mich durch den Abend begleitet... Welcher der drei gefällt mir spontan? Ich wähle Morishita-San und wende mich ihm zu. Die beiden älteren Herren zeigen ein feines Lächeln, als ich mich vor ihm leicht verneige.
Morishita-San geht respektvoll darauf ein und ergänzt:
"Nach dem Empfang ist ein Essen geplant. Darf ich Sie dazu an einen Tisch führen, Miyahara-San?"
Er weist mit einer Handbewegung auf die Treppe in der Nähe, die in die Holzkonstruktion hineinführt. Bald erkenne ich, dass ich mich hier in einer Art Theater befinde. Ich lasse mich hinter einem Tisch im Seiza nieder. Morishita-San nimmt den Platz an meiner Seite ein.
Die anderen Anwesenden bevölkern nun nach und nach die restlichen Tischsitzplätze. Mägde kommen und nehmen die Bestellung auf, während vorne auf der Bühne eine Geisha japanische Klänge ertönen lässt. Dies hier ist eine völlig andere Welt, stelle ich fest. Ruri-chan hat mir versichert, dass ich einfach aufstehen und gehen darf, wenn es mir hier nicht gefällt.
Irgendetwas hält mich allerdings an meinem Platz. Sind es Kindheitserinnerungen? Ist es die Sehnsucht nach einem starken Mann an meiner Seite?
Als die Bestellungen serviert werden, beginnt auf der Bühne eine Vorstellung. Gebannt schaue ich den Schauspielern zu. In schnellem Wechsel wird die Ausbildung eines jungen Mannes in den Tugenden der Samurai, sowie in Kendo und Ju-Jutsu, und die Ausbildung einer jungen modernen Frau hin zu einer Nadeshiko gezeigt. Dabei wird ihre Ausbildung in haushaltsnahen Tätigkeiten und als Gesellschafterin angedeutet und in Ju-Jutsu. Im Verlauf der Geschichte treten die Lehrer in den Hintergrund. Beide Handlungsstränge werden durch das Kennenlernen der Beiden vereint. Es wird erzählt, wie sie allmählich Vertrauen zueinander aufbauen. Der junge Mann verteidigt die junge Frau theatralisch gegen Angreifer, wobei auch sie ihre Ju-Jutsu-Kenntnisse zeigt. Sie sitzen schließlich an einem Fluss (jedenfalls hört man Wasser als Hintergrundgeräusch), spielen mit Steinen, als er sagt:
"Dakishimetai -Ich möchte dich halten-."
Worauf sie antwortet:
"Ga inai to samishi -Ich fühle mich so einsam ohne dich!"
Infolge wird gezeigt, wie er zu ihren Eltern geht. Was dort besprochen wird, geht aber in der aufbrandenden Musik unter. Zum Schluss wird sie in Mägdekleidung gezeigt, wie sie ihn bedient.
Das Essen hat aus vielen kleinen Gängen bestanden, die über die Dauer der Vorstellung verteilt wurden.
Nun klatschen die Zuschauer und anschließend verlassen immer mehr Leute die Zuschauerränge. Morishita-San wartet, bis wir alleine sind. Erst jetzt fällt die Spannung von mir ab. Er merkt wohl, dass ich unruhig werde und fragt:
"Mögen Sie den Ort erkunden, Miyahara-San? Darf ich Ihnen dazu meine Begleitung anbieten?"
Ich kann nur nicken. Immer noch geistert das Theaterstück durch meinen Kopf. Also erhebt er sich und wartet, bis auch ich aufgestanden bin.
Während wir nun das Gebäude verlassen, frage ich Morishita-San:
"Wer sind das hier eigentlich alles für Leute, ehrenwerter Morishita-San?"
"Nun," meint er. "Neben den fünf oder sechs Personen, die Sie nun persönlich kennen, sind es die Einwohner dieses Ortes mit ihren Meido und weitere zwölf Personen von der Bunrei no Shita. Da wären Moe-chan, die Meido von Tanaka-San, und noch weitere elf junge Männer von der Insel."
"Wie kommt es, dass gerade jetzt soviele Leute aus Japan hier in Deutschland sind?" frage ich.
"Der Zeitpunkt muss Zufall sein. Der Aufenthalt gehört zu unserer Unterweisung in den Tugenden der Samurai und Anwendung unserer erworbenen Kenntnisse. Sind unsere Shujin -Meister- mit unseren Leistungen zufrieden, dürfen wir sicher bald den Titel Shi -Herr- führen.
Just an unserem Ankunftstag hat Schmidt-San uns nach Düsseldorf gesandt, um dort einer bedrängten Schwester zur Seite zu stehen. Leider konnten wir nicht mehr präventiv auftreten, aber die Aggressoren konnten an die Polizei übergeben werden."
Ich drehe mich zu ihm um und verhalte im Schritt, so dass sich der Abstand zueinander etwas vergrößert. Dabei rufe ich erstaunt aus:
"Sie sind das gewesen, vorgestern, ehrenwerter Morishita-San?"
Morishita-San neigt den Kopf, freundlich lächelnd. Ich nähere mich ihm und flüstere:
"Suki! Futari de ikou -Ich mag dich! Lass uns gemeinsam etwas Zeit verbringen-."
Wir gehen an den Häusern vorbei und Morishita-San erklärt mir, wer dort wohnt. Er sagt, er und die Anderen hätten gestern den Ort erklärt bekommen, der hauptsächlich von Besuchern lebt, die den Ort als Freilichtmuseum betrachten und schauen wollen, wie ihre Vorfahren vor Jahrhunderten gelebt haben.
"Und was ist das für eine Insel, von der du kommst?" frage ich.
"Die Bunrei no shima ist eine künstliche Insel, größer als das größte Kreuzfahrtschiff. Sie liegt vor Japans Südküste vor Anker. Mein ehrenwerter Vater ist dort der Chef der Technik. Ich werde bald auch dort mitarbeiten und in vielen Jahren meinen verehrten Vater in seiner Position ablösen," antwortet er mir.
Seine Erzählung beeindruckt mich. Ich frage:
"Wie lange bleibt ihr hier?"
"Das weiß ich leider nicht. Diese Frage musst du Tanaka-San stellen. Er ist der Sohn des Kanrisha der Insel und Mitglied des Rates."
Wir gehen weiter und schweifen ab beim Gespräch. Irgendwann holt Morishita-San eine Taschenlampe hervor und leuchtet uns den Weg. Wir wenden unsere Schritte zurück zum Baraetishiata -Varieté-Theater-, von wo wir aufgebrochen sind.
Unterwegs stelle ich ihm die Frage:
"Was ist das Besondere an Euch?"
"Hm," meint er und schaut mich an. "Du hast dich, nach deiner Erzählung, von einer angepassten, stets braven Schülerin zu einer modernen, selbstbewussten jungen Frau gewandelt. Das Besondere an uns... Deine Freundin Ruri-chan ist ein gutes Beispiel: Sie ist unterwürfig und gehorsam gegenüber ihrem Herrn, kann aber gegenüber Fremden durchaus durchsetzungsfähig und willensstark auftreten. Sie bringt alle nötigen Opfer zum Wohlergehen ihres Herrn. Sie ist eine ernsthafte Yamato Nadeshiko, mit ganzem Herzen.
Zu ihr passt dann aber kein gewöhnlicher Mann. Ihr Gegenstück muss durch und durch ein Herr sein! Was ist aber nun der Unterschied zu einem jungen Mann, wie man sie millionenfach trifft, zu einem Herrn? Eine echte Nadeshiko braucht einen Samurai an ihrer Seite!"
"Den Stand der Samurai gibt es nicht mehr!" gebe ich zu bedenken.
"Du hast recht!" antwortet er. "Aber die Tugenden der Samurai leben weiter! Sie werden weitergegeben und von einigen jungen Männern in einer langen Ausbildung verinnerlicht."
"Und du bist so ein Shi -Herr-?"
Morishita-San lächelt.
"Wir sind hier, um die Ausbildung mit einem Praktikum abzuschließen."
Ich bin innerlich beeindruckt. Wir haben das Baraetishiata -Vaieté-Theater- inzwischen wieder erreicht und finden drei Herren und ihre Meido Tee trinkend an einem Tisch sitzen. Es sind der Kanrisha -Ortsvorsteher- Schmidt-San mit Ruri-Chan, der Herr des Baraetishiata Loose-San mit Gabi-chan und der Sohn des Inselherrn Tanaka-San mit Moe-chan.
Tanaka-San begrüßt uns lächelnd und sagt zu Morishita-San, dass er sich in die Herberge zurückziehen soll. Mein Begleiter neigt leicht seinen Kopf und sagt danach zu mir:
"Mata aimasho? -Werden wir uns wiedersehen?"
Ich antworte ihm mit einer Verbeugung und sage:
"Kyo wa jinsei de ichiban tanoshikatta -Heute hatte ich den schönsten Tag meines Lebens-."
Anschließend verlässt er uns. Tanaka-San fordert mich auf, mich hinzu zu setzen. Also gehe ich in den Seiza -Kniesitz- und warte, was er zu sagen hat.
"Ich darf annehmen, dass Morishita-San Sie über das besondere Verhältnis zwischen Frauen und Männern in unserer Gemeinschaft aufgeklärt hat, Miyahara-San?"
Ich nicke und schaue vor mich, um seinem durchdringenden Blick auszuweichen. Wieder höre ich den Befehl:
"Schauen Sie mich an, wenn ich mit Ihnen rede, Miyahara-San!"
Ich hebe meinen Blick und antworte leise:
"Ja, das hat er."
"Und wie steht die moderne junge Frau Miyahara-San dazu?"
"Der heutige Abend hat etwas in meinem Inneren berührt," flüstere ich. "Etwas, das ich nach einem schlimmen Erlebnis dort eingesperrt hatte. Die demütige junge Frau, die gerne dem starken Mann folgt, fordert mit aller Macht, wieder an die Oberfläche zu dürfen und meine Handlungen steuern zu können."
"So etwas geht sicher nicht von heute auf morgen! Es ist ein Prozess, der mit Vertrauen zu einer bestimmten Art Mann unterstützt werden kann."
Morishita-San geht respektvoll darauf ein und ergänzt:
"Nach dem Empfang ist ein Essen geplant. Darf ich Sie dazu an einen Tisch führen, Miyahara-San?"
Er weist mit einer Handbewegung auf die Treppe in der Nähe, die in die Holzkonstruktion hineinführt. Bald erkenne ich, dass ich mich hier in einer Art Theater befinde. Ich lasse mich hinter einem Tisch im Seiza nieder. Morishita-San nimmt den Platz an meiner Seite ein.
Die anderen Anwesenden bevölkern nun nach und nach die restlichen Tischsitzplätze. Mägde kommen und nehmen die Bestellung auf, während vorne auf der Bühne eine Geisha japanische Klänge ertönen lässt. Dies hier ist eine völlig andere Welt, stelle ich fest. Ruri-chan hat mir versichert, dass ich einfach aufstehen und gehen darf, wenn es mir hier nicht gefällt.
Irgendetwas hält mich allerdings an meinem Platz. Sind es Kindheitserinnerungen? Ist es die Sehnsucht nach einem starken Mann an meiner Seite?
Als die Bestellungen serviert werden, beginnt auf der Bühne eine Vorstellung. Gebannt schaue ich den Schauspielern zu. In schnellem Wechsel wird die Ausbildung eines jungen Mannes in den Tugenden der Samurai, sowie in Kendo und Ju-Jutsu, und die Ausbildung einer jungen modernen Frau hin zu einer Nadeshiko gezeigt. Dabei wird ihre Ausbildung in haushaltsnahen Tätigkeiten und als Gesellschafterin angedeutet und in Ju-Jutsu. Im Verlauf der Geschichte treten die Lehrer in den Hintergrund. Beide Handlungsstränge werden durch das Kennenlernen der Beiden vereint. Es wird erzählt, wie sie allmählich Vertrauen zueinander aufbauen. Der junge Mann verteidigt die junge Frau theatralisch gegen Angreifer, wobei auch sie ihre Ju-Jutsu-Kenntnisse zeigt. Sie sitzen schließlich an einem Fluss (jedenfalls hört man Wasser als Hintergrundgeräusch), spielen mit Steinen, als er sagt:
"Dakishimetai -Ich möchte dich halten-."
Worauf sie antwortet:
"Ga inai to samishi -Ich fühle mich so einsam ohne dich!"
Infolge wird gezeigt, wie er zu ihren Eltern geht. Was dort besprochen wird, geht aber in der aufbrandenden Musik unter. Zum Schluss wird sie in Mägdekleidung gezeigt, wie sie ihn bedient.
Das Essen hat aus vielen kleinen Gängen bestanden, die über die Dauer der Vorstellung verteilt wurden.
Nun klatschen die Zuschauer und anschließend verlassen immer mehr Leute die Zuschauerränge. Morishita-San wartet, bis wir alleine sind. Erst jetzt fällt die Spannung von mir ab. Er merkt wohl, dass ich unruhig werde und fragt:
"Mögen Sie den Ort erkunden, Miyahara-San? Darf ich Ihnen dazu meine Begleitung anbieten?"
Ich kann nur nicken. Immer noch geistert das Theaterstück durch meinen Kopf. Also erhebt er sich und wartet, bis auch ich aufgestanden bin.
Während wir nun das Gebäude verlassen, frage ich Morishita-San:
"Wer sind das hier eigentlich alles für Leute, ehrenwerter Morishita-San?"
"Nun," meint er. "Neben den fünf oder sechs Personen, die Sie nun persönlich kennen, sind es die Einwohner dieses Ortes mit ihren Meido und weitere zwölf Personen von der Bunrei no Shita. Da wären Moe-chan, die Meido von Tanaka-San, und noch weitere elf junge Männer von der Insel."
"Wie kommt es, dass gerade jetzt soviele Leute aus Japan hier in Deutschland sind?" frage ich.
"Der Zeitpunkt muss Zufall sein. Der Aufenthalt gehört zu unserer Unterweisung in den Tugenden der Samurai und Anwendung unserer erworbenen Kenntnisse. Sind unsere Shujin -Meister- mit unseren Leistungen zufrieden, dürfen wir sicher bald den Titel Shi -Herr- führen.
Just an unserem Ankunftstag hat Schmidt-San uns nach Düsseldorf gesandt, um dort einer bedrängten Schwester zur Seite zu stehen. Leider konnten wir nicht mehr präventiv auftreten, aber die Aggressoren konnten an die Polizei übergeben werden."
Ich drehe mich zu ihm um und verhalte im Schritt, so dass sich der Abstand zueinander etwas vergrößert. Dabei rufe ich erstaunt aus:
"Sie sind das gewesen, vorgestern, ehrenwerter Morishita-San?"
Morishita-San neigt den Kopf, freundlich lächelnd. Ich nähere mich ihm und flüstere:
"Suki! Futari de ikou -Ich mag dich! Lass uns gemeinsam etwas Zeit verbringen-."
Wir gehen an den Häusern vorbei und Morishita-San erklärt mir, wer dort wohnt. Er sagt, er und die Anderen hätten gestern den Ort erklärt bekommen, der hauptsächlich von Besuchern lebt, die den Ort als Freilichtmuseum betrachten und schauen wollen, wie ihre Vorfahren vor Jahrhunderten gelebt haben.
"Und was ist das für eine Insel, von der du kommst?" frage ich.
"Die Bunrei no shima ist eine künstliche Insel, größer als das größte Kreuzfahrtschiff. Sie liegt vor Japans Südküste vor Anker. Mein ehrenwerter Vater ist dort der Chef der Technik. Ich werde bald auch dort mitarbeiten und in vielen Jahren meinen verehrten Vater in seiner Position ablösen," antwortet er mir.
Seine Erzählung beeindruckt mich. Ich frage:
"Wie lange bleibt ihr hier?"
"Das weiß ich leider nicht. Diese Frage musst du Tanaka-San stellen. Er ist der Sohn des Kanrisha der Insel und Mitglied des Rates."
Wir gehen weiter und schweifen ab beim Gespräch. Irgendwann holt Morishita-San eine Taschenlampe hervor und leuchtet uns den Weg. Wir wenden unsere Schritte zurück zum Baraetishiata -Varieté-Theater-, von wo wir aufgebrochen sind.
Unterwegs stelle ich ihm die Frage:
"Was ist das Besondere an Euch?"
"Hm," meint er und schaut mich an. "Du hast dich, nach deiner Erzählung, von einer angepassten, stets braven Schülerin zu einer modernen, selbstbewussten jungen Frau gewandelt. Das Besondere an uns... Deine Freundin Ruri-chan ist ein gutes Beispiel: Sie ist unterwürfig und gehorsam gegenüber ihrem Herrn, kann aber gegenüber Fremden durchaus durchsetzungsfähig und willensstark auftreten. Sie bringt alle nötigen Opfer zum Wohlergehen ihres Herrn. Sie ist eine ernsthafte Yamato Nadeshiko, mit ganzem Herzen.
Zu ihr passt dann aber kein gewöhnlicher Mann. Ihr Gegenstück muss durch und durch ein Herr sein! Was ist aber nun der Unterschied zu einem jungen Mann, wie man sie millionenfach trifft, zu einem Herrn? Eine echte Nadeshiko braucht einen Samurai an ihrer Seite!"
"Den Stand der Samurai gibt es nicht mehr!" gebe ich zu bedenken.
"Du hast recht!" antwortet er. "Aber die Tugenden der Samurai leben weiter! Sie werden weitergegeben und von einigen jungen Männern in einer langen Ausbildung verinnerlicht."
"Und du bist so ein Shi -Herr-?"
Morishita-San lächelt.
"Wir sind hier, um die Ausbildung mit einem Praktikum abzuschließen."
Ich bin innerlich beeindruckt. Wir haben das Baraetishiata -Vaieté-Theater- inzwischen wieder erreicht und finden drei Herren und ihre Meido Tee trinkend an einem Tisch sitzen. Es sind der Kanrisha -Ortsvorsteher- Schmidt-San mit Ruri-Chan, der Herr des Baraetishiata Loose-San mit Gabi-chan und der Sohn des Inselherrn Tanaka-San mit Moe-chan.
Tanaka-San begrüßt uns lächelnd und sagt zu Morishita-San, dass er sich in die Herberge zurückziehen soll. Mein Begleiter neigt leicht seinen Kopf und sagt danach zu mir:
"Mata aimasho? -Werden wir uns wiedersehen?"
Ich antworte ihm mit einer Verbeugung und sage:
"Kyo wa jinsei de ichiban tanoshikatta -Heute hatte ich den schönsten Tag meines Lebens-."
Anschließend verlässt er uns. Tanaka-San fordert mich auf, mich hinzu zu setzen. Also gehe ich in den Seiza -Kniesitz- und warte, was er zu sagen hat.
"Ich darf annehmen, dass Morishita-San Sie über das besondere Verhältnis zwischen Frauen und Männern in unserer Gemeinschaft aufgeklärt hat, Miyahara-San?"
Ich nicke und schaue vor mich, um seinem durchdringenden Blick auszuweichen. Wieder höre ich den Befehl:
"Schauen Sie mich an, wenn ich mit Ihnen rede, Miyahara-San!"
Ich hebe meinen Blick und antworte leise:
"Ja, das hat er."
"Und wie steht die moderne junge Frau Miyahara-San dazu?"
"Der heutige Abend hat etwas in meinem Inneren berührt," flüstere ich. "Etwas, das ich nach einem schlimmen Erlebnis dort eingesperrt hatte. Die demütige junge Frau, die gerne dem starken Mann folgt, fordert mit aller Macht, wieder an die Oberfläche zu dürfen und meine Handlungen steuern zu können."
"So etwas geht sicher nicht von heute auf morgen! Es ist ein Prozess, der mit Vertrauen zu einer bestimmten Art Mann unterstützt werden kann."
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