... newer stories
Mittwoch, 12. Mai 2021
Yamato Nadeshiko -70-
hermann-jpmt, 12:20h
Dort steht die Frau von heute Nachmittag. Ich bitte sie höflich lächelnd herein und will ihr einen Platz auf der Couch anbieten, aber sie setzt sich im Seiza -Kniesitz- an das Kopfende des Couchtisches. In der kurzen Vorstellungsrunde erfahren wir nun ihren Namen:
Sie heißt Ruri Schmidt und ist Hausfrau, sagt sie und fragt, wie sie sich einbringen könne. Martina hält sich erfreulicherweise mit abfälligen Bemerkungen zurück. Wir erzählen über die Arbeit unserer Gruppe und Frau Schmidt hört aufmerksam zu. Nächsten Samstag möchte sie am Stand dabei sein. Sie fragt, ob wir, beziehungsweise andere Gruppen noch an anderen Standorten stehen und regt an, dass wir uns vielleicht teilen, und damit für eine größere Anzahl Passanten sichtbar wären.
Wir wollen uns das überlegen, geben wir reserviert zurück. Nach einer Stunde drängt Martina, dass wir uns noch verschiedenes zu sagen hätten, was nicht für fremde Ohren bestimmt sei. Frau Schmidt nickt verständnisvoll und verabschiedet sich.
Nun hält es mich nicht mehr an meinem Platz. Ich folge ihr nach draußen, vor Neugier platzend. Sie bleibt im Treppenhaus stehen und wendet sich zu mir um. Ehe ich etwas sagen kann, meint sie lächelnd:
"Ich habe gesehen, dass du die ganze Zeit etwas auf der Seele hattest. Nett von dir, dass du gewartet hast, bis wir unter vier Augen sind. Um was geht es dir?"
Ein Schwall von Fragen verlässt meinen Mund. Ruri-chan antwortet mir nicht, sondern hört sich an, was ich zu sagen habe. Dann lädt sie mich in ihr Appartement ein. Das läge in der Nähe des Platzes, wo wir uns heute Nachmittag getroffen haben, meint sie. Neugierig gehe ich mit.
Es ist sehr spartanisch eingerichtet. Ruri-chan kocht uns einen Tee, den wir anschließend am Couchtisch kniend genießen.
"Du lebst allein?" ist die erste dumme Frage, die mir einfällt. Sie trägt doch einen Ehering und ist mit einem Deutschen verheiratet, wie sie berichtet hat.
"Ja und nein," antwortet sie mir. "Eigentlich schon, was diese Wohnung betrifft. Mein Herr besucht mich fast jeden Tag. Manchmal bleibt er über Nacht."
"Wieso nennst du deinen Mann, deinen Herrn?" frage ich stirnrunzelnd.
"Weil er das ist," antwortet Ruri-chan ganz selbstverständlich. "Ich sage das, weil ich ihm gehöre. Er entscheidet alles, auch wann ich wohin gehen darf. Das ist es doch, was du unbedingt wissen wolltest, nicht wahr?"
"Aber?" versuche ich ein Gegenargument zu finden.
Mir fällt ein, dass das Verhältnis meiner Mutter zu meinem Vater nicht viel anders ist, dass auch ich einmal einen starken Mann gesucht habe. Aber dieser junge Mann in meinem Alter ist nicht an mir interessiert gewesen, was mich in eine Liebeskummer-Depression gestürzt hat.
Jetzt will ich selbst über mein Leben bestimmen. Das ganze Gerede um das japanische Frauenideal halte ich für leeres Geschwätz ? und nun läuft mir Ruri-chan über den Weg, strotzt vor Selbstbewusstsein und nennt ihren Mann ganz selbstverständlich ihren Herrn.
"Aber, was ist, wenn dein Mann etwas entscheidet, von dem du weißt, dass es dir schadet?" versuche ich erneut, dagegen zu argumentieren. "Ist es nicht besser ein selbstbestimmtes Leben zu führen, als ein fremdbestimmtes?"
"Mein Herr weiß, was mir guttut und entscheidet zu meinem Wohl," behauptet Ruri-chan.
"Aber dein Mann kann doch keine Gedanken lesen!" halte ich weiter dagegen.
Sie lächelt milde, wedelt mit der rechten Hand in der Luft und sagt:
"Iie, dekimasen -Nein, das kann er nicht-, Chika-chan. Aber wir reden miteinander. Er entscheidet nicht in den luftleeren Raum hinein! Nach dem Reden erfolgt sein letztes Wort. Das gilt dann. Sollte mir dann trotzdem etwas passieren, ist er schnell zur Stelle, hilft, und revidiert seine Entscheidung."
"Das hört sich wunderbar an, Ruri-chan. Da hast du mit deinem Mann ausnahmsweise unverschämtes Glück. Nicht alle Männer sind so!"
"Da hast du sicher Recht! Aber bei Männern, die die Tugenden der Samurai leben, kann sich eine Yamato Nadeshiko -japanische 'Prachtnelke'- unbesorgt fallenlassen!"
"Weißt du, Ruri-chan. Ich habe mich vor wenigen Jahren in einen Mitschüler auf der japanischen Schule in Niederkassel unsterblich verliebt. Er aber zog es vor, mich zu verstoßen. Ich bekam Liebeskummer. Die Gothic-Szene ist so etwas wie eine Therapie für mich. Hier fühle ich mich akzeptiert."
Ruri-chan nickt mit ernstem Gesicht.
"Das kann ich nachvollziehen, Chika-chan. Du bist, wenn man so will, von einem Extrem ins andere gefallen, um die Wunde zu heilen. Aber denkst du nicht, dass es auch noch andere Männer gibt? Das darunter irgendwann der Richtige auf dich wartet?" antwortet sie mir.
"Einer, der mich als Frau respektiert und ehrenvoll behandelt, so dass ich soviel Vertrauen aufbauen kann, dass ich ihm dienen will, weil ich ihn liebe?"
"Genauso einen meine ich!"
"Wo gibt es denn solche Männer?"
Dieses Gespräch verläuft für meine Begriffe ganz und gar ungewöhnlich. Ruri-chans Bestimmtheit beeindruckt mich. Sie scheint zu wissen, wovon sie spricht.
"Ich will ehrlich zu dir sein," setzt sie nach. "Euer Anliegen ist mir wirklich wichtig! Es geht dabei um den Respekt gegenüber seinen Mitmenschen und die Toleranz gegenüber seiner Art leben zu wollen! Dennoch hatte ich einen Hintergedanken, als ich zustimmte, eure Gruppe zu besuchen. Ich möchte dich nämlich auch mit einer Gruppe bekannt machen. Das wäre ganz ähnlich: Man stellt sich vor, erzählt, was die Gruppe so unternimmt und dann macht man mit oder lässt es bleiben. Ganz einfach, ganz freiwillig. Na? Neugierig?"
Natürlich bin ich neugierig. Und ich bin sauer, weil Ruri-chan das ganz genau zu wissen scheint. Und ich bin verwirrt über meine erwachenden Gefühle.
"Zwei Fragen," entgegne ich ihr, "erstens: Warum ich? Zweitens: Was geht ab?"
Ruri-chan lächelt freundlich.
"Ich behaupte einmal, etwas Menschenkenntnis zu besitzen. Im Gegensatz zu den anderen aus unserer Gruppe, benimmst du dich nicht wie eine Goth. Du bist nicht forsch... Okay, okay, du versuchst es zu sein, aber die Nadeshiko blitzt immer noch durch. Ich spüre eine Sehnsucht, die dich umtreibt."
Soll ich ihr Gespür verneinen? Ich bin sicher nicht wie sie ? 'oh, ich möchte ein Eis. Da frage ich erstmal meinen Herrn'-. Schwachsinn! Trotzdem gibt es da etwas, das mich ungemein anzieht. Ich sage also nichts.
"Deine zweite Frage," ergänzt Ruri-chan. "Was abgeht? Das kann ich dir nicht detailliert erzählen. Nur soviel: Du wirfst dich in einen chicen Fummel und kommst hierher. Wir werden von einem Chauffeur abgeholt. Unsere Augen werden mit seidenen Schals abgedeckt, damit wir nicht wissen, was unser Ziel ist. Dort findet eine Art Cocktailempfang statt. Du wirst einigen spannenden Leuten vorgestellt. Deutschen, sowie auch Japanern. Mit denen unterhältst du dich, solange es sich ergibt. Jederzeit kannst du dich zurückfahren lassen. Versprochen!"
"Das ist alles?"
Bei dem Gedanken an die Schals läuft ein Schauer meinen Rücken herunter. Ich habe keine Ahnung, ob ich erleichtert oder enttäuscht darüber sein soll, dass der Rest so ganz und gar nicht spannend klingt.
"Wenn Du willst, ist das alles," antwortet Ruri-chan mit Überzeugung. "Wenn allerdings dein Interesse an der Lebensweise allgemein oder gar an dem einen oder anderen Gesprächspartner geweckt wird, dann mögen auf das eine sicher noch weitere Treffen folgen."
"Was genau soll ich anziehen?"
Ruri-chan strahlt. Sie erkennt, dass der Fisch an der Angel zappelt.
"Das 'kleine Schwarze' ist hier in Europa immer richtig. Etwas Japanisches wie ein Kimono wäre auch nicht schlecht."
Ich habe einen farbenfrohen Kimono im Schrank, den ich eigentlich nie wieder anziehen wollte. Niemand soll glauben, ich würde mich anbieten.
Ich will noch eine Menge Fragen loswerden, aber Ruri-chan wirft mich mit den Worten "Du musst jetzt gehen. Mein Herr kommt gleich. Gib mir deine Nummer! Ich rufe dich an, wenn es soweit ist!" einfach hinaus.
Draußen vor der Tür fällt mir mit Erschrecken ein, dass ich meine Leute in meinem Appartement total vergessen habe. Ich bin reichlich durcheinander, aber auch ganz schön gespannt. Schnell laufe ich den Weg zurück und finde nur noch Martina bei mir zuhause.
"Na, wie ist sie? Deine neue Freundin?" wirft sie mir beim Eintreten an den Kopf.
Ich reagiere mürrisch und schiebe sie auch aus der Wohnung, um allein zu sein. In meinem Kopf ist ein ganz schönes Durcheinander.
*
Sie heißt Ruri Schmidt und ist Hausfrau, sagt sie und fragt, wie sie sich einbringen könne. Martina hält sich erfreulicherweise mit abfälligen Bemerkungen zurück. Wir erzählen über die Arbeit unserer Gruppe und Frau Schmidt hört aufmerksam zu. Nächsten Samstag möchte sie am Stand dabei sein. Sie fragt, ob wir, beziehungsweise andere Gruppen noch an anderen Standorten stehen und regt an, dass wir uns vielleicht teilen, und damit für eine größere Anzahl Passanten sichtbar wären.
Wir wollen uns das überlegen, geben wir reserviert zurück. Nach einer Stunde drängt Martina, dass wir uns noch verschiedenes zu sagen hätten, was nicht für fremde Ohren bestimmt sei. Frau Schmidt nickt verständnisvoll und verabschiedet sich.
Nun hält es mich nicht mehr an meinem Platz. Ich folge ihr nach draußen, vor Neugier platzend. Sie bleibt im Treppenhaus stehen und wendet sich zu mir um. Ehe ich etwas sagen kann, meint sie lächelnd:
"Ich habe gesehen, dass du die ganze Zeit etwas auf der Seele hattest. Nett von dir, dass du gewartet hast, bis wir unter vier Augen sind. Um was geht es dir?"
Ein Schwall von Fragen verlässt meinen Mund. Ruri-chan antwortet mir nicht, sondern hört sich an, was ich zu sagen habe. Dann lädt sie mich in ihr Appartement ein. Das läge in der Nähe des Platzes, wo wir uns heute Nachmittag getroffen haben, meint sie. Neugierig gehe ich mit.
Es ist sehr spartanisch eingerichtet. Ruri-chan kocht uns einen Tee, den wir anschließend am Couchtisch kniend genießen.
"Du lebst allein?" ist die erste dumme Frage, die mir einfällt. Sie trägt doch einen Ehering und ist mit einem Deutschen verheiratet, wie sie berichtet hat.
"Ja und nein," antwortet sie mir. "Eigentlich schon, was diese Wohnung betrifft. Mein Herr besucht mich fast jeden Tag. Manchmal bleibt er über Nacht."
"Wieso nennst du deinen Mann, deinen Herrn?" frage ich stirnrunzelnd.
"Weil er das ist," antwortet Ruri-chan ganz selbstverständlich. "Ich sage das, weil ich ihm gehöre. Er entscheidet alles, auch wann ich wohin gehen darf. Das ist es doch, was du unbedingt wissen wolltest, nicht wahr?"
"Aber?" versuche ich ein Gegenargument zu finden.
Mir fällt ein, dass das Verhältnis meiner Mutter zu meinem Vater nicht viel anders ist, dass auch ich einmal einen starken Mann gesucht habe. Aber dieser junge Mann in meinem Alter ist nicht an mir interessiert gewesen, was mich in eine Liebeskummer-Depression gestürzt hat.
Jetzt will ich selbst über mein Leben bestimmen. Das ganze Gerede um das japanische Frauenideal halte ich für leeres Geschwätz ? und nun läuft mir Ruri-chan über den Weg, strotzt vor Selbstbewusstsein und nennt ihren Mann ganz selbstverständlich ihren Herrn.
"Aber, was ist, wenn dein Mann etwas entscheidet, von dem du weißt, dass es dir schadet?" versuche ich erneut, dagegen zu argumentieren. "Ist es nicht besser ein selbstbestimmtes Leben zu führen, als ein fremdbestimmtes?"
"Mein Herr weiß, was mir guttut und entscheidet zu meinem Wohl," behauptet Ruri-chan.
"Aber dein Mann kann doch keine Gedanken lesen!" halte ich weiter dagegen.
Sie lächelt milde, wedelt mit der rechten Hand in der Luft und sagt:
"Iie, dekimasen -Nein, das kann er nicht-, Chika-chan. Aber wir reden miteinander. Er entscheidet nicht in den luftleeren Raum hinein! Nach dem Reden erfolgt sein letztes Wort. Das gilt dann. Sollte mir dann trotzdem etwas passieren, ist er schnell zur Stelle, hilft, und revidiert seine Entscheidung."
"Das hört sich wunderbar an, Ruri-chan. Da hast du mit deinem Mann ausnahmsweise unverschämtes Glück. Nicht alle Männer sind so!"
"Da hast du sicher Recht! Aber bei Männern, die die Tugenden der Samurai leben, kann sich eine Yamato Nadeshiko -japanische 'Prachtnelke'- unbesorgt fallenlassen!"
"Weißt du, Ruri-chan. Ich habe mich vor wenigen Jahren in einen Mitschüler auf der japanischen Schule in Niederkassel unsterblich verliebt. Er aber zog es vor, mich zu verstoßen. Ich bekam Liebeskummer. Die Gothic-Szene ist so etwas wie eine Therapie für mich. Hier fühle ich mich akzeptiert."
Ruri-chan nickt mit ernstem Gesicht.
"Das kann ich nachvollziehen, Chika-chan. Du bist, wenn man so will, von einem Extrem ins andere gefallen, um die Wunde zu heilen. Aber denkst du nicht, dass es auch noch andere Männer gibt? Das darunter irgendwann der Richtige auf dich wartet?" antwortet sie mir.
"Einer, der mich als Frau respektiert und ehrenvoll behandelt, so dass ich soviel Vertrauen aufbauen kann, dass ich ihm dienen will, weil ich ihn liebe?"
"Genauso einen meine ich!"
"Wo gibt es denn solche Männer?"
Dieses Gespräch verläuft für meine Begriffe ganz und gar ungewöhnlich. Ruri-chans Bestimmtheit beeindruckt mich. Sie scheint zu wissen, wovon sie spricht.
"Ich will ehrlich zu dir sein," setzt sie nach. "Euer Anliegen ist mir wirklich wichtig! Es geht dabei um den Respekt gegenüber seinen Mitmenschen und die Toleranz gegenüber seiner Art leben zu wollen! Dennoch hatte ich einen Hintergedanken, als ich zustimmte, eure Gruppe zu besuchen. Ich möchte dich nämlich auch mit einer Gruppe bekannt machen. Das wäre ganz ähnlich: Man stellt sich vor, erzählt, was die Gruppe so unternimmt und dann macht man mit oder lässt es bleiben. Ganz einfach, ganz freiwillig. Na? Neugierig?"
Natürlich bin ich neugierig. Und ich bin sauer, weil Ruri-chan das ganz genau zu wissen scheint. Und ich bin verwirrt über meine erwachenden Gefühle.
"Zwei Fragen," entgegne ich ihr, "erstens: Warum ich? Zweitens: Was geht ab?"
Ruri-chan lächelt freundlich.
"Ich behaupte einmal, etwas Menschenkenntnis zu besitzen. Im Gegensatz zu den anderen aus unserer Gruppe, benimmst du dich nicht wie eine Goth. Du bist nicht forsch... Okay, okay, du versuchst es zu sein, aber die Nadeshiko blitzt immer noch durch. Ich spüre eine Sehnsucht, die dich umtreibt."
Soll ich ihr Gespür verneinen? Ich bin sicher nicht wie sie ? 'oh, ich möchte ein Eis. Da frage ich erstmal meinen Herrn'-. Schwachsinn! Trotzdem gibt es da etwas, das mich ungemein anzieht. Ich sage also nichts.
"Deine zweite Frage," ergänzt Ruri-chan. "Was abgeht? Das kann ich dir nicht detailliert erzählen. Nur soviel: Du wirfst dich in einen chicen Fummel und kommst hierher. Wir werden von einem Chauffeur abgeholt. Unsere Augen werden mit seidenen Schals abgedeckt, damit wir nicht wissen, was unser Ziel ist. Dort findet eine Art Cocktailempfang statt. Du wirst einigen spannenden Leuten vorgestellt. Deutschen, sowie auch Japanern. Mit denen unterhältst du dich, solange es sich ergibt. Jederzeit kannst du dich zurückfahren lassen. Versprochen!"
"Das ist alles?"
Bei dem Gedanken an die Schals läuft ein Schauer meinen Rücken herunter. Ich habe keine Ahnung, ob ich erleichtert oder enttäuscht darüber sein soll, dass der Rest so ganz und gar nicht spannend klingt.
"Wenn Du willst, ist das alles," antwortet Ruri-chan mit Überzeugung. "Wenn allerdings dein Interesse an der Lebensweise allgemein oder gar an dem einen oder anderen Gesprächspartner geweckt wird, dann mögen auf das eine sicher noch weitere Treffen folgen."
"Was genau soll ich anziehen?"
Ruri-chan strahlt. Sie erkennt, dass der Fisch an der Angel zappelt.
"Das 'kleine Schwarze' ist hier in Europa immer richtig. Etwas Japanisches wie ein Kimono wäre auch nicht schlecht."
Ich habe einen farbenfrohen Kimono im Schrank, den ich eigentlich nie wieder anziehen wollte. Niemand soll glauben, ich würde mich anbieten.
Ich will noch eine Menge Fragen loswerden, aber Ruri-chan wirft mich mit den Worten "Du musst jetzt gehen. Mein Herr kommt gleich. Gib mir deine Nummer! Ich rufe dich an, wenn es soweit ist!" einfach hinaus.
Draußen vor der Tür fällt mir mit Erschrecken ein, dass ich meine Leute in meinem Appartement total vergessen habe. Ich bin reichlich durcheinander, aber auch ganz schön gespannt. Schnell laufe ich den Weg zurück und finde nur noch Martina bei mir zuhause.
"Na, wie ist sie? Deine neue Freundin?" wirft sie mir beim Eintreten an den Kopf.
Ich reagiere mürrisch und schiebe sie auch aus der Wohnung, um allein zu sein. In meinem Kopf ist ein ganz schönes Durcheinander.
*
... link (0 Kommentare) ... comment
... older stories