Dienstag, 6. April 2021
Yamato Nadeshiko -52-
"Dein Bernd ist da anders, gell?"

"Ich habe ihn mir ja auch hingebogen. Das solltest du auch tun!"

"Das werde ich ganz bestimmt nicht tun, Leo. Ich mag ihn, so wie er ist. Ich vergleiche ihn gern mit einer Knospe. Wenn man ihn gewähren lässt, öffnet er sich zu einer wunderschönen Blüte. Er hat keine Angst vor Verpflichtungen. Mögliche Probleme im Alltag sind für ihn Herausforderungen. Er ist verantwortungsbewusst, achtet immer auch auf mein Wohl. Ganz besonders aber achtet und wertschätzt er mich als Person. Ich vertraue ihm völlig."

"Hoffentlich täuschst du dich nicht. Viele Kerle können sehr gut schauspielern und lassen ihre Maske fallen, wenn du am verwundbarsten bist."

"Helmut ist authentisch! Was er sagt, entspricht dem, was er denkt und was er tut. Insoweit ist er sogar berechenbar."

"Wenn das stimmt, dann hast du ihn schnell in der Hand. Dann kannst du ihn lenken..."

"...wie du Bernd lenkst über Gefühlsausbrüche und das Äußern von Wünschen..."

"Ja, warum denn nicht. Man muss schließlich sehen, wo man bleibt im Leben!"

"Ich bin nicht wie du, Leo! Ich erhalte ihn mir so, wie er ist. Er tut mir gut. Ich fühle mich wohl in seiner Nähe! Geborgen, aufgehoben, verstanden."

"Dann freue ich mich für dich, Liebes! Lädst du mich zur Verlobung ein?"

"Klar, wenn ein Termin feststeht. Du bist doch meine beste Freundin!"

"Ich glaube, wir sollten die Männer nicht so lange sich selbst überlassen. Gehen wir wieder rüber."

Ich muss laut loslachen.

"Hast du Angst, dass Helmut Bernd Flausen in den Kopf setzt?"

"Humbug, Yvonne. In der kurzen Zeit doch nicht. Bist du soweit?"

*

Die Frauen sind zur Toilette gegangen und ich sitze ein paar Minuten mit dem Bekannten alleine am Tisch hinter der Bowlingbahn. Während wir unsere Schuhe wechseln, da wir die Bowlingschuhe hier gemietet haben, spricht mich Bernd an:

"Ihr beide seid ja bis über die Ohren ineinander verliebt..."

"Tja, Bernd. Ich denke mal, das ist die Voraussetzung für eine glückliche Partnerschaft..."

"Ich mag Leo auch sehr gerne, aber sie ist oft ziemlich zickig."

"Du kommst aber damit klar? Du weißt, wie du Leo nehmen musst?"

"Tja, oft habe ich das Gefühl, Sie weiß besser, wie sie mich nehmen muss," grinst er. "Sie wickelt mich regelrecht um den Finger."

"Sonst wärst du längst weg? - Was würde passieren, wenn du auch einmal zickst? Würde sie klein beigeben, mindestens einen Kompromiss suchen, oder wäre dann der größte Krach da?"

"Ich glaube, eher letzteres."

"Und du scheust Auseinandersetzungen? Hau doch einmal mit der Faust auf den Tisch! Überlege dir etwas, was euch BEIDEN gut tut, und sag ihr: 'Jetzt wird gemacht, was ich sage!'"

"Du meinst...?"

"Ja, sicher! Äußerst wichtig ist dabei aber, dass du etwas durchzusetzen versuchst, was euch Beiden guttut! Also keine Egoismen, bitte!!"

"Okay, Helmut. Ein Versuch ist es wert."

In diesem Moment kommen Yvonne und Leo zum Tisch zurück. Wir stehen auf, geben gemeinsam die Schuhe ab und verlassen das Bowlingcenter. Draußen verabschieden wir uns herzlich voneinander. Dann machen wir uns auf den Heimweg.

Endlich zuhause angekommen gehen wir alsbald zu Bett. Vor dem Einschlafen kuschelt sich 'Bella' an mich. Ich beginne, ihren Körper mit meinen Händen zu erkunden und streiche ihr zärtlich über die Haut, soweit mein Arm reicht. Wohlig schließt sie die Augen und lässt es geschehen.

Bald spüre ich sie erzittern und eine Gänsehaut lässt ihre Erregung erkennen. Sie streckt ihren Hals durch und drückt mir einen verlangenden Kuss auf den Mund. Ich führe meine Zunge zwischen ihre Lippen und beginne ein Zungenspiel, während meine Finger sie weiter stimulieren. Sie tastet nun ebenfalls mit ihren Fingern an meiner Seite entlang und findet meine Körpermitte.

Aus der Seitenlage drehe ich mich nun auf den Rücken. Sie schaut mir fragend in die Augen. Ich führe sie mit den Händen an ihren Hüften auf mich und sie legt sich vorsichtig über mich. Langsam und vorsichtig dringe ich in sie ein. Sie beginnt nun ein immer schnelleres Auf und Ab, bis ich mich in ihr ergieße.
Danach liegen wir noch lange nebeneinander und sie lässt sich wieder ausgiebig von mir streicheln. So aneinander liegend gleiten wir in den Schlaf, aus dem wir - immer noch in der gleichen Position - am frühen Dienstagmorgen erwachen.

"Liebes..." flüstere ich, die Augen öffnend und beginne, mit dem Zeigefinger ihre Gesichtszüge sanft nachzufahren.

Sie rückt ganz nah an mich heran und lässt mich gewähren. Schließlich küsse ich sie auf die Nasenspitze und sage:

"Wir sollten langsam aufstehen! Die Arbeit ruft..."

Mit einem Seufzen erhebt sie sich und geht ins Bad. Ich folge ihr wenige Sekunden danach. Dann kleide ich mich an, ziehe auch meine Lederschürze über und gehe in die Werkstatt, das Feuer entfachen. Anschließend decke ich das Feuer ab und setze mich auf meinem Hocker am Tisch.

Wenige Minuten später kommt Bella mit zwei Tassen Kaffee an den Tisch, stellt sie ab und kniet sich neben mich. Sie führt eine Tasse an die Lippen, macht ein enttäuschtes Gesicht und sagt:

"Noch zu heiß, Herr."

"Nicht schlimm, Liebes. Ich trinke in kleinen Schlucken."

Strahlend nimmt sie die Tasse noch einmal auf, dreht den Henkel mir zu und hält sie mir hin. Ich nehme sie ihr ab, drehe sie wieder ein wenig und stelle sie an ihren Platz. In der Zwischenzeit hat Bella das Ritual mit der zweiten Tasse wiederholt.

Nun schlürft sie Kaffee vom oberen Rand der Tasse ab und schaut mich über den Tassenrand an.

"Muss ich während der Feier genauso handeln, Herr?"

Ihr Vater hat bald einen runden Geburtstag. Sie möchte ihn zusammen mit mir besuchen, damit ihre Familie mich kennenlernt. Ihre Eltern leben auf dem Land. Sie und ihr Bruder sind nach der Schule in die Stadt gezogen, um eine Ausbildung zu beginnen.

"Nein, Bella," erkläre ich. "Du nennst mich in Gegenwart deiner Familie und anderen Gästen beim Vornamen. Natürlich darfst du mich gerne bedienen und nimmst dir danach Speisen und Getränke, welche und wieviel du magst, ohne sie mir zu geben, damit ich dich symbolhaft speise. Diese Geste wäre deinen Leuten doch zu unverständlich."

Sechs Wochen später, an einem Samstag, lassen wir unsere Werkstatt mit dem angeschlossenen Geschäft für Glaswaren geschlossen. Der Vorlauf mit dem Anheizen des Feuers in der Werkstatt würde sich nicht lohnen, wenn wir um 12 Uhr wieder schließen, um zu Mittag zu essen, und danach wegen des Geburtstages von Yvonnes Vater nicht mehr öffnen.

Wir fahren gegen 13 Uhr los und erreichen ihr Elternhaus gegen 14 Uhr 30. Hannes, ihr Bruder, öffnet und heißt uns willkommen. Neugierig schaut das halbe Gesicht eines kleinen Mädchens aus einer Zimmertür. Wenige Augenblicke danach nimmt eine junge Frau das Mädchen auf den Arm und nähert sich uns ebenfalls, um uns zu begrüßen.

Es ist Ursula, Hannes Frau, und Klein-Viktoria, die dreijährige Tochter der Beiden. Während der herzlichen Begrüßung beugt sich Yvonne zu Vicky vor.

"Hallo Vicky, wie geht es dir? Magst du auf meinen Arm?"

Die Kleine wendet ihren Kopf ab und veranlasst Ursula dadurch, bedauernd "Oooh!" zu sagen und sich halb zu drehen. Aber jetzt dreht die Kleine wieder ihren Kopf weg. Hannes meint:

"Lass sie laufen, Ursel! Sie fremdelt. Das wird sich mit der Zeit geben."

Also wird die Kleine wieder auf ihre Beine gestellt und sie läuft wieder ins Zimmer zurück.

"Kann ich dir noch etwas in der Küche helfen?" fragt Yvonne.

Ursula nickt lächelnd und sagt: "Gerne!"

In dem Moment kommt eine ältere Frau in den Eingangsbereich.

"Mama ? schön dich zu sehen!" sagt Leo und umarmt ihre Mutter.

"Schön, dass ihr gekommen seid," sagt sie und wendet sich mir zu. "Und Sie müssen Helmut sein."

"Guten Tag, Frau Müller. Ja, der bin ich," antworte ich ihr, freundlich lächelnd.

"Kommen Sie, gehen wir ins Wohnzimmer," fordert sie mich auf.

Wir folgen ihr. Hannes schaut nach seiner Tochter. Sie hat sich hinter dem Türblatt versteckt. Er greift sie sich und meint entschuldigend:

"Damit sie nicht den Frauen in der Küche zwischen die Beine läuft!"

Ich muss grinsen bei der Vorstellung. An der rückwärtigen Wand sitzt der Jubilar neben einem gusseisernen Ofen in einen Ohrensessel, einen schwarzen Gehstock mit silberfarbenem Griff an die Armlehne gelehnt.

"Papp, Yvonne an hire Frennd sinn hei," sagt Frau Müller laut zu ihrem Mann, der seinen Stock nimmt und aufzustehen versucht.

Ich gehe mit zwei schnellen Schritten auf den Mann zu und sage, ebenso laut:

"Bleiben Sie ruhig sitzen, Herr Müller! Herzlichen Glückwunsch zu ihrem Geburtstag. Ich bin der Freund ihrer Tochter. Nennen Sie mich ruhig Helmut."

Dabei schüttele ich ihm vorsichtig die Hand.

"Villmools merci. Setzt dejch, Helmut!" kommt es heiser aus seinem Mund.

Ich schaue mich um und setze mich auf die Couch neben ihn auf der anderen Seite des Ofens. Hannes setzt sich dazu. Er hat immer noch Vicky auf dem Arm, die die Szene neugierig verfolgt.

"Papp, wellt dir ebbes drenken?" fragt Yvonne, die hinzu gekommen ist, während Frau Müller wieder in der Küche nach dem Rechten sieht.

"Jo, breng mer ebbes Viez vumm Keller."

"Gären -gerne-," sagt sie und geht wieder aus dem Zimmer.

Wenige Minuten später bringt sie einen Porzellankrug mit einer goldgelben Flüssigkeit und einem Saftglas.

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